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Eine brillante Biopic von Matt Johnson darüber, wie der BlackBerry geboren wurde – das wichtigste Smartphone des Jahrhundertbeginns – und wer ihn vom besten Freund der Geschäftsleute in Schrott verwandelte.

In den Kinos läuft die komödiantische Biopic von Matt Johnson „Wer hat BlackBerry getötet“ – die Geschichte vom Aufstieg und Fall des ersten vollwertigen Smartphones, erzählt in einer humorvollen, pseudo-dokumentarischen Manier. Wir schauen uns an, wer diesen Film erfunden hat, warum, und vor allem, wer am Tod des einst wichtigsten Business-Telefons der Vor-Apple-Ära schuld ist.

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Kanada hat der Welt nicht wenige gute Menschen und Dinge beschert. Mindestens ein paar Ryans und James, einen Reeves und einen Fox. Telefon, Insulin, Ahornsirup, IMAX, fast alle Geräte, die irgendwie mit Schnee zu tun haben, und natürlich Hockey. Und dazu noch das bescheidene Unternehmen Research In Motion (RIM), das in den 80ern mit Pagern begann. Regisseur Matt Johnson lädt die Zuschauer ein, in das Ende des letzten Jahrhunderts einzutauchen und den RIM-Gründer Mike Lazaridis (Jay Baruchel) zu beobachten. Lazaridis ist ein typisches verkanntes Genie aus dem goldenen Zeitalter der Bigtech: Er brach das College ab, um Datenübertragungsprotokolle zu erfinden und auf dem Schoß Geräte zusammenzubauen, die Investoren entweder als lächerliche Spielzeuge oder unerreichbare Wunderwaffen erschienen. Zusammen mit seinem Kollegen Doug Fregin (Matt Johnson) leitet Lazaridis das winzige Unternehmen eher schlecht als recht, versucht Modems zu verkaufen und pitcht nebenbei lasch die Idee eines revolutionären Geräts an die Technologiegiganten Kanadas.

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Während einer dieser Präsentationen lernen die jungen Geschäftsleute Jim Balsillie kennen – einen wahren Unternehmenshai, gespielt von Glenn Howerton in einer lächerlichen Glatze-Perücke. Die Präsentation scheitert natürlich, aber Balsillie erkennt aus der Höhe seiner großen Erfahrung räuberisch das Potenzial des Teams und landet bald als Co-CEO bei RIM. So beginnt der Aufstieg des seltsamen Paares an die Spitze des Telekommunikations-Everests. Es ist ein wahres Vergnügen zu beobachten, wie die BlackBerry-Chefs miteinander interagieren. Lazaridis und Balsillie, wie zwei Puzzleteile, haben ihr ganzes Leben lang nach einander gesucht. Der Erste – ein stiller Ingenieur, versteht, wie Maschinen Daten austauschen, aber nicht Menschen, der Zweite – ein Mensch-Deal, nimmt das Leben direkt am Patchkabel.

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Matt Johnson wurde durch ironische Geschichten über Dokumentarfilmer bekannt. Seine bevorzugten Stilmittel sind eine bewegliche Kamera, das Festhalten winziger Details und Episoden, die wie aus der Mitte des Geschehens herausgerissen wirken. „Wer hat BlackBerry getötet“ folgt aufgrund seiner klaren Genre-Zugehörigkeit nicht immer diesen Regeln, schließlich haben wir hier eine mehr oder weniger traditionelle Biopic. Aber stellenweise gelingt es Johnson dennoch, sich auszutoben. Das Team von Research In Motion besteht durchweg aus oldschooligen Nerds, die immer wieder StarCraft zocken oder Nächte mit dem Anschauen von „Jäger des verlorenen Schatzes“ verbringen. Und Doug Fregin ist die Quintessenz dieser Kinderei: mit einem ewigen Stirnband auf dem Kopf (das scheint eher Johnsons eigene Marotte zu sein, nicht die seines Charakters), einem T-Shirt mit Mortal Kombat-Print und kriminell kurzen Jeans-Shorts. Hinter der Erfolgsgeschichte des kanadischen Technologiegiganten standen nicht so sehr Geschäftsleute, sondern Fans von „Star Wars“ und „E.T.“.

Lächerliche Perücken und situativer Humor unterstreichen scheinbar die Tatsache, dass der Regisseur die Spielregeln akzeptiert, aber bewusst seinen eigenen Senf dazugegeben hat. Die strukturbildenden Elemente des Films blieben jedoch bei all den Vorteilen der rebellischen Regie unverändert. Die obligatorischen Jahreszeiteinblendungen, der Schnitt aus Zeitungsartikeln und die Titel „Was geschah danach“ sind vorhanden. Angemessen, aber für einen Rebellen etwas fad, Mr. Johnson. Haben die Anzüge etwa gesiegt?