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Das neue Realfilm-Remake von Mickey Mouse mit dem Titel „Peter Pan & Wendy“ vereint all das, was uns in den letzten Jahren die Augen und Ohren schmerzt. Warum?

Handlung

Wendy Moira Angela Darling (Ever Anderson) hat Angst, erwachsen zu werden. Als daher der Held magischer Geschichten, Peter Pan (Alexander Molony), in ihrem Schlafzimmerfenster erscheint, zögert sie nicht lange und fliegt mit ihren Brüdern Michael und John Peter Pan in das geheimnisvolle Land Nimmerland, wo Kinder niemals erwachsen werden.

Dort erwarten Wendy Abenteuer, Gefahr und alte Geheimnisse, deren Kern nur sie ergründen kann. Dabei helfen ihr die verlorenen Jungs (unter denen sich nicht nur Jungs befinden), die Kriegerin Tigerlilie (Alyssa Wapanatâhk) und natürlich die Fee Glöckchen (Yara Shahidi). Ihnen gegenüber steht die bedrohliche Gestalt des Piratenkapitäns Hook (Jude Law) mit seiner Bande verzweifelter Halunken.

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Eine weitere Version des Theaterstücks „Peter Pan“

Das Theaterstück „Peter Pan, oder der Junge, der nicht erwachsen werden wollte“ von James M. Barrie, das später von ihm selbst zu einem Roman umgearbeitet wurde, ist reich an Verfilmungen. Eine der bekanntesten war natürlich der Zeichentrickfilm „Peter Pan“ von Disney – aber man sollte auch „Hook“ von Steven Spielberg nicht vergessen, den relativ klassischen Film „Peter Pan“ von P. J. Hogan und das recht seltsame Experiment „Pan: Reise nach Nimmerland“ von Joe Wright.

Die Vielzahl dieser Werke hindert uns daran, den neuen Film im luftleeren Raum zu betrachten. Vergleiche sind einfach unvermeidlich. Besonders angesichts der Tatsache, dass Regisseur David Lowery (der uns vor nicht allzu langer Zeit „“ bescherte) gleichzeitig versuchte, eine dem Original-Zeichentrickfilm recht nahe Adaption zu schaffen und der Geschichte dennoch ein Stück seiner selbst hinzuzufügen.

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Ivan Starchikov
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Zu unserem großen Bedauern hält „Peter Pan & Wendy“ dem Vergleich nicht stand.

Einerseits widerspricht er direkt etablierten Traditionen (wonach beispielsweise die Rolle von Captain Hook und Mr. Darling kanonisch vom selben Schauspieler gespielt wird, was metaphorisch die Angst der Kinder vor dem Erwachsenwerden veranschaulicht).

Andererseits macht er nichts Originelles – die Szene, dass „man Wunder nicht sieht, weil man einfach falsch hinschaut“, wird bei Spielberg viel besser gezeigt, und die Vorgeschichte von Hook und Pan ist dreist geklaut (darüber später mehr).

Probleme des Films

Aber selbst wenn wir so tun, als ob „Peter Pan & Wendy“ die einzige Verfilmung wäre, zerfällt der Film dennoch wie ein Kartenhaus. Lowery scheint alle von Barrie aufgeworfenen Konflikte und Dilemmata genommen und aus dem Fenster geworfen zu haben, ersetzt durch völlig neue, in den Kontext der Geschichte nicht passende Nicken in Richtung moderner Agenda.

Frage: „Warum dann überhaupt das Material adaptieren und nicht etwas Neues und Originelles schreiben?“

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  • Keine Analysen der positiven und negativen Eigenschaften des titelgebenden, ewig jungen Helden mehr – unser Peter Pan wird ein emotionaler und inkompetenter Soyboy sein, der zur Nebenfigur im Schatten der Feminismus-Ikone Wendy degradiert wird;
  • Keine Konflikte unter den Mädchen mehr – jetzt haben wir nur noch flache Mary Sues, die ohne Vorbereitung Piraten nach links und rechts verstreuen und sich wortlos verstehen;
  • Keine beleidigenden Darstellungen von Indianern mehr – unsere Tigerlilie ist so cool, dass man sie ohne Verlust für die Handlung aus der Erzählung entfernen könnte;
  • Keine verlorenen Jungs mehr – jetzt gibt es auch Mädchen in der Gruppe, obwohl dies einer der proto-feministischen Botschaften des Buches widerspricht (Mädchen seien zu klug, um aus den Wiegen zu fallen).

All dieser Unfug spielt sich in einem absolut anti-magischen Nimmerland ab, das hier wie eine irische Insel aussieht (eine ähnliche sahen wir in „“). Meerjungfrauen als vollwertige Charaktere gibt es nicht mehr, Indianer auch nicht. Alles oben Genannte wird durch eine grau-grüne, düstere Farbkorrektur gefiltert, natürlich um das Bild möglichst unscheinbar und uninteressant zu machen. Die arme Yara Shahidi verschmilzt einfach mit dem Hintergrund!

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Apropos sie. Leider spielt Yara trotz ihrer äußerlichen Attraktivität in diesem Film furchtbar schlecht, als ob ihr als Hauptaufgabe gesagt worden wäre: „Sei hübsch, schürze die Lippen und zeige auf keinen Fall irgendwelche Emotionen.“

Peter Pan (also Alexander Molony) spricht seine Zeilen ebenfalls so monoton, als würde er ein Gedicht bei einer Schulfeier aufsagen. Der Einzige, der sich bemüht, ist Jude Law, und selbst seine Bemühungen scheitern an den mittelmäßigen Dialogen und heben die Inkompetenz seiner Partner hervor.

Düsteres Potenzial

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Mit diesen Schlussfolgerungen kommen wir zu einem interessanten Aspekt – ob zufällig oder absichtlich, die Vorgeschichte der Beziehung zwischen Captain Hook und Peter verweist in dieser Version direkt, fast mit Zitaten, auf das Buch von Christina Henry „Der verlorene Junge“. Darüber hinaus erinnert Lowerys viel düstererer und realistischerer Ansatz wahnsinnig an die Atmosphäre dieses Buches. Zufall?

Deshalb habe ich während des Anschauens millionenfach den Gedanken gehabt, dass, wenn Lowery kein Remake des Zeichentrickfilms „Peter Pan“, sondern eine brutale und blutige Verfilmung von Henrys Buch gedreht hätte, der Effekt viel interessanter gewesen wäre. Denn dort hätte man sich so richtig austoben können, ohne Angst haben zu müssen, Pan in den negativsten Farben darzustellen, während es hier Einschränkung um Einschränkung gibt. Und so kommt es, dass der neue „Peter Pan“ weder für sich genommen interessant ist noch eine kalorienarme Version eines viel schmackhafteren Gerichts liefert.

Schade, denn man kann hier durchaus wirklich gute Szenen finden. Nur riskiert man, irgendwo in der Mitte einzuschlafen.