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Auf „Kinopoisk“ fand die Premiere der ersten beiden Episoden der Serie über die Horror-Punk-Band „Korol i Schut“ statt. Warum diese Serie nicht nur eine glanzvolle Premiere dieses Frühlings, sondern auch ein einzigartiges Projekt ist – in unserer Rez...

Die Handlung der Serie beginnt im Jahr 1999, als „Korol i Schut“ zum ersten Mal auf der Bühne des Sportpalastes „Jubileiny“ auftraten, einen weiteren Gipfel erklommen und die Verbindung zu ihren Fans noch enger knüpften. Nach dem Konzert beschließt der betrunkene „Gorschok“, alias Michail Gorschenew (Konstantin Plotnikow), wie ein Held aus dem Lied „Ich springe von der Klippe“, vom Dach des Palastes zu springen, um „auf dem Höhepunkt“ zu gehen, wie es ihm der im Bild erscheinende dämonische Narr () rät – der böse, erfundene Doppelgänger des Sängers.

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Korol i Schut Serie
Standbild aus der Serie „Korol i Schut“

Weiter auf demselben Dach erscheint Andrei „Knjas“ Knjasew (Wlad Konopljow) und redet dem Freund den verzweifelten Schritt aus, indem er durch filmische Rückblenden an alle Schlüsselmomente ihrer Bekanntschaft und der Gründung der Band erinnert, die einst noch „Kontora“ hieß. Damit beginnt eine große und aufregende Reise in die Welt des Chaos, der Abenteuer, der Freundschaft, der Romantik, der Mythen und vor allem des wilden Drives einer der bedeutendsten Punkbands im postsowjetischen Raum.

Das Erscheinen von „Korol i Schut“ auf der Leinwand ist ein Ereignis für das russische Kino, denn in letzter Zeit wurden zwar viele Musik-Biopics gedreht („Leto“, „Wertinski“, „Magomajew“, „Diese Augen gegenüber“ usw.), aber eine abendfüllende Serie über eine heimische Punkband gab es noch keine. Und dass die Serie konzeptionell in einen teils biografischen und einen völlig erfundenen Fantasy-Teil auf der Grundlage der Lieder der Band „Korol i Schut“ aufgeteilt ist, macht sie nahezu einzigartig. Wo sonst kann man sehen, wie zwei Frontmänner nicht nur auf der Bühne eine wahnsinnige Energie versprühen, sondern sich auch auf eine Odyssee durch ein märchenhaftes, alternatives Universum begeben, das gleichzeitig an die Werke von Alexei German und die Welten von Guillermo del Toro erinnert, angefüllt mit Romantikern, Helden, Schurken, Trickstern und Träumern.

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Standbild aus der Serie „Korol i Schut“

In den ersten Episoden springt die Erzählung in einem rasanten, clipartigen Schnitt und vermischt die wichtigsten Episoden zu einem einzigen, lebendigen Cocktail: von der Gründung der Band und den ersten Auftritten in kleinen Clubs unter sich prügelnden Nonkonformisten bis hin zum Auftritt auf den größten Bühnen des Landes.

Parallel dazu wird auch eine märchenhafte Erzählung aufgebaut, wie zwei Barden – Gorschok und Knjas – eine schöne Prinzessin aus der Gefangenschaft eines Zauberers befreien und dabei auf Helden aus ihren zukünftigen Liedern treffen. Eine zentrale Rolle spielt hier natürlich der „Förster“ – einer der bekanntesten Hits der Band „Korol i Schut“. Die Rolle des Försters spielte , der im Gespräch mit Gorschok mehrmals die Zeilen aus dem Lied wiederholt. Es entsteht eine Art Meta-Ironie innerhalb der Serie, die übrigens zu den lustigsten in der zweiten Folge gehört.

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Das Spiel mit den Genres und die Mischung aus Eskapismus und Realität erlauben es den Machern, nicht der bereits ziemlich abgenutzten und langweiligen Handlungsformel des Musikfilms zu folgen, sondern einen riesigen Raum für kreative Freiheit zu gewinnen, eine neue Form der Präsentation des Materials zu erfinden, die der Serie unglaublich gut tut und nicht vom Wichtigsten ablenkt – dem auf der Leinwand pulsierenden Schaffen der Band „Korol i Schut“, deren Mitglieder, ähnlich den Helden von Dumas, optimistisch in die Zukunft blicken, Spaß haben, Musik komponieren, trinken, rebellieren, enge Freundschaften schließen und an das Schicksal glauben.

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Standbild aus der Serie „Korol i Schut“

Der in den ersten Episoden der Serie gewährte Vorschuss wird mit Zinsen zurückgezahlt. Die Optik des Kameramanns Stepan Beschkurow scheut sich nicht, holländische Winkel zu setzen, Gesichter von Fans in Großaufnahme aus der Menge zu fischen, wie mit einer alten Digitalkamera zu filmen, hinter die Kulissen zu spähen, den Drive bei Konzerten zu unterstreichen und einfach das Geschehen auf dem Set zu genießen, wobei sowohl das Fantasy-Setting als auch die Rekonstruktion des Alltags zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Handlung geschickt koloriert werden. Wlad Konopljow und Konstantin Plotnikow sind mehr als überzeugend, und die fast vollständig erklingenden Lieder der Band machen die Serie zu einer Art Karaoke.

Doch wie lange es gelingen wird, dieses Tempo zu halten, wird die Zeit zeigen, genauer gesagt die folgenden Folgen. Vorerst ist „Korol i Schut“ jedoch eine durchaus publikumswirksame, elektrisierende, musikalische, leicht absurde, aber gehaltvolle Serie über Rebellen auf der Bühne, die zu einem kulturellen Phänomen der späten 90er und frühen 2000er Jahre wurden.

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