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Faina Ranewskaja eroberte die gesamte Sowjetunion. Sie war eine Skandalnudel und eine Rowdy, besaß aber einen sprühenden Humor und eine einzigartige Lebensphilosophie. Ihre Zitate regen noch heute durch ihre Treffsicherheit zum Nachdenken an. Und nun...

Am 8. Februar erschienen auf KION die ersten Episoden der Serie „Ranewskaja“. Wie der Titel bereits vermuten lässt, erzählt sie vom Leben der herausragenden Witzeerzählerin aus VK Künstlerin des 20. Jahrhunderts, Faina Ranewskaja. Schon zu Beginn wird klar, was das Projekt ist und wem es gefallen wird, also kommen wir ohne Umschweife zur Sache.

„Ranewskaja“ als klassisches Biopic

Die Handlung beginnt im Jahr 1915 in Taganrog, wo die junge Faina (unter einer Tonne Make-up verbirgt sich Marietta Zigal-Polischtschuk) davon träumt, im Theater zu spielen, anstatt einen zukünftigen Arzt zu heiraten und eine pflichtbewusste Vertreterin der Gesellschaft zu werden, wie es die damaligen Normen vorschreiben.

Ein für biografische Projekte recht klassischer Konflikt bildet das Fundament des Erzählbeginns und gibt die allgemeine Richtung der Geschichte vor. Szenen von Streitigkeiten mit den Eltern, Lobpreisungen der Kreativität und Fluchtversuche vor dem Schicksal (und dem Umfeld) sind inbegriffen.

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Von den ersten Minuten an entsteht das Gefühl, dass Ranewskaja selbst, hätte sie ein solches Werk gesehen, es verspottet und ein paar bissige Bemerkungen gemacht hätte. Banalität auf Banalität – das ist eindeutig nicht das, was eine Künstlerin ihres Kalibers und ihres Sinns für das Schöne verdient.

Es ist klar, dass das Projekt die längst ausgetretenen Pfade der Biopics nutzt, in denen die „andersartige“ Heldin Hindernis um Hindernis auf dem Weg zur allgemeinen Liebe überwindet. Aber warum sollte man sich das ansehen, wenn die Wikipedia-Seite lebendiger und voller unerwarteter Fakten ist und die berühmten Zitate Ranewskajas mehr über sie als Menschen aussagen als leere Dialoge über das Schicksal?

„Ranewskaja“ als Produkt des Streaming-Zeitalters

Was Serien, die auf Online-Plattformen erscheinen, von denen unterscheidet, die auf öffentlich-rechtlichen Sendern laufen, ist die Frische im Ansatz, die Kühnheit in den bildnerischen Mitteln und die Erfüllung der Anforderungen von Zuschauern, die an hohe Qualität gewöhnt sind. All dies fehlt in der Serie „Ranewskaja“.

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Es ist ein Produkt aus Fleisch und Blut des Fernsehniveaus. Hier gibt es sowohl einen theatralischen Ansatz in der schauspielerischen Leistung (endloses Augenrollen und eine schlampige Imitation des jüdischen Akzents können einen bereits in den ersten 20 Minuten der Serie zur Weißglut bringen) als auch ein bewusst verschwommenes Bild, das entweder Historizität verleihen oder das nicht ganz gelungene Make-up kaschieren soll, sowie die bereits erwähnte Vorhersehbarkeit, denn Konsumenten solcher Produkte schätzen vor allem das Gefühl des Vertrauten und damit so Nahen und Verständlichen.

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Ist das schlecht? Keineswegs. Auf diese Weise machen die Macher unter der Leitung von Produzent Konstantin Ernst deutlich, dass ihre Zielgruppe Fans von „Seifenopern“ sind, Zuschauer ab 60+, die weniger Wert auf Umfang und Qualität legen, sondern vielmehr daran interessiert sind, in die Atmosphäre vergangener Tage einzutauchen und bereits bekannte Informationen über eine berühmte Person wieder aufzufrischen.

Schalten Sie die Serie „Ranewskaja“ für Ihre Eltern ein, sie wird ihnen gefallen. Sie selbst sollten sich besser die benachbarte Serie im KION-Katalog ansehen. Dort gibt es zumindest Spannung und Kirill Kjaro mit Daniil Strachow.

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Roman Kowaljow
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