
Was passiert, wenn man ein neuronales Netzwerk bittet, einen Film über die Freundschaft zwischen einem Roboter und einem Kind zu machen? „M3GAN“ verrät es.
M3GAN – dein bester Freund, dein weiser, aber unaufdringlicher Mentor. M3GAN – dein titanischer, nie schlafender Schutz. „M3GAN“ – eine unerträglich langweilige Kreation künstlicher Intelligenz aus der Filmwelt.
Der Ziehvater des modernen B+-Horrors – Jason Blum – ist wieder im Sattel (obwohl wann ist er je abgestiegen?). Die Erfolgsformel von „M3GAN“ ist einfach: den Horror-Guru James Wan als Produzenten verpflichten, die Geschichte von der Drehbuchautorin der Hits „Hell Fest“ (2018) und (2021) Akela Cooper schreiben lassen und die Regie dem TV-No-Name Gerard Johnstone überlassen. Und natürlich kräftig in eine auffällige Werbekampagne investieren, denn wer nicht auf TikTok ist, hat praktisch nicht existiert.
Ein neuer Film des Horror-Meisters James Wan, „Böse“, kommt in die Kinos. Sollte der Zuschauer ein Meisterwerk auf dem Niveau von „Saw“ oder „Conjuring“ erwarten?
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Für den TikTok-Erfolg sorgt hier M3GAN selbst – eine modelhafte Androidenpuppe mit selbstlernender künstlicher Intelligenz
Ein solcher Prototyp eines Spielzeugs der Zukunft zum Preis eines Tesla. Die Ingenieurin des örtlichen „Hasbro“, Gemma (hölzern, aber wunderbar Allison Williams), überträgt ihr die plötzlich nach dem Tod ihrer Schwester auf sie gefallene Verantwortung für ihre zehnjährige Nichte Cady. Und zunächst sind beide zufrieden: Gemma kann sich wieder auf die Arbeit konzentrieren, und Cady hat einen besten Freund und Elternteil in einer Person. Nun ja, und dann – Verstoß gegen alle Robotergesetze, Verletzungen der Umgebung und ein unerwarteter Verweis auf „Real Steel“.
„M3GAN“ versteckt den Konflikt „Karriere vs. Familie“ unter der Motorhaube eines Horrorfilms mit Teenager-Freigabe über eine durchgedrehte KI, aber weder auf der Ebene der Aussage noch in der Einfallsreichtum des Erschreckens gelingt ein Erfolg. Der Film sieht aus, als hätte ihn ein neuronales Netzwerk erstellt: alles nach den Regeln, aber bis zum Äußersten ausgehöhlt. Die Schauspieler erfüllen ihre Pflicht, Violet McGraw (Cady) liefert in einigen Szenen sogar Tommy Wiseau in seinen besten Jahren ab.
Die Rolle von M3GAN wurde auf zwei Mädchen aufgeteilt, auf ihnen ruht die gesamte Choreografie. Der gummihafte Android rennt erschreckend auf allen Vieren, erledigt erfinderisch und kaltblütig die Fleischsäcke und tanzt sich in die Trends des bereits erwähnten TikTok. Das Ergebnis all dessen – ein zehnfach das Budget übersteigender Einspielergebnis und sofortiger Start einer Fortsetzung.
Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler in Version 2.0 die Bugs beheben.
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