Preview image

Guy Ritchies Filme haben sich immer von anderen unterschieden. Kameraführung, Dialoge, Soundtrack – all das wird in einem einzigartigen Stil präsentiert, der dem talentierten Briten eigen ist. Selbst die Darstellung von Russen auf der Leinwand geling...

Bube, Dame, König, grAS (2000)

Boris der Bart – ein russischer Waffenhändler, der in London lebt. Gespielt wird er vom jugoslawischen Schauspieler Rade Šerbedžija, der zu seiner Zeit oft Osteuropäer in Hollywood spielte. In einer Szene zieht Boris ein großes Hackmesser aus seinem Gürtel. Warum? Weil „Russen sehr gefährlich sind, und dieser hier ist von allen Seiten verrückt“! Lustig, dass in Ritchies vorherigem Film „Bube, Dame, König, grAS“ die Figur Seife genau dasselbe tat.

Boris wird in der Unterwelt respektiert. Bei ihm kauft das gesamte kriminelle London von „Bube, Dame, König, grAS“ kalte Waffen. Die Szenen mit ihm lassen uns in gewisser Weise stolz auf unseren Landsmann sein. Erinnern wir uns an die Episode mit dem Autounfall, aus dem Boris lebend und fast unverletzt herauskommt.

Boris der Bart, oder Boris-der-Sichelschwinger, scharf wie ein Sichelhieb auf die Eier und hart wie ein Hammerschlag. Ein lebendiges sowjetisches Wappen. Man sagt, dieses Schwein sei überhaupt nicht zu töten.

Rock N Rolla (2008)

Juri Omowitsch (tschechischer Schauspieler Karel Roden) – ein russischer Oligarch, der in London ein Stadion bauen will. Er erscheint in einer der ersten Szenen, und auf seinen Handlungen basiert fast die gesamte Handlung. Guy Ritchie gelang es, einen völlig neuen Typus von Russen in England zu zeigen. Er trinkt keinen Alkohol, ist stilvoll gekleidet, gebildet und liebt Kunst, und er ist nicht schwer zu täuschen. Er ist ein Symbol dafür, dass sich die Welt verändert hat. In Juris Figur lassen sich Ähnlichkeiten mit Roman Abramowitsch finden. Zumal Guy Ritchie ein Fan des Fußballvereins „Chelsea“ ist.

Whisky ist der neue Wodka.

Dies ist nicht das einzige markante Bild eines Russen im Film. Man sollte auch Omowitschs Leibwächter Viktor beachten. Er sieht überhaupt nicht wie die typischen russischen Schläger und Gangster in anderen Filmen aus.

Post image

Natürlich ist das i-Tüpfelchen hier das Pärchen, das den Helden mit dem Spitznamen Eins-Zwei besucht. In dieser Szene erklingt das Lied „Dopilsja“ der Band Sektor Gaza, und nicht etwa „Kalinka-Malinka“, das man in einer solchen Episode erwarten würde.

Codename U.N.C.L.E. (2015)

Nach einer Pause von der Sherlock-Holmes-Dilogie kehrte Guy Ritchie 2015 mit einem dynamischen Actionfilm im Stil der 60er Jahre ins Kino zurück. Hier spielte Armie Hammer eine der Hauptrollen, der die Rolle des sowjetischen Geheimagenten Ilja Kurjakin bekam.

Natürlich nennt sein amerikanischer Partner den Kollegen „Bolschewik“. Übrigens klingt das im Original als „Peril“, eine Abkürzung von „Red Peril“, also „Rote Gefahr“. Seinem Vorgesetzten antwortet er unterwürfig: „Ja, Genosse“. Und dieser droht ihm wiederum mit der Verbannung nach Sibirien. Damit war das ganze „Klischee“ auch schon vorbei.

Ilja ist gebildet, spricht ausgezeichnet verschiedene Sprachen, ist ehrlich, mutig und ein wenig naiv, kennt sich mit Modetrends aus, und vor allem: Die Hauptheldin Gaby wählt ihn, nicht den gutaussehenden Napoleon. Dabei, das muss man zugeben, ist das Kinoduo Cavill/Hammer hervorragend gelungen.

— Vergiss nicht, dich als Feigling auszugeben.

— Russen tun so etwas nicht.

The Gentlemen (2020)

In seinem letzten Film, der so sehr an seine frühen Werke erinnert, fand Guy Ritchie auch Platz für Russen im Schema der modernen englischen Welt. Hier trifft man den Oligarchen Aslan und seinen drogensüchtigen Sohn Aslan junior. Die Figuren sind nebensächlich, aber von ihren Handlungen hängen die Leben der Hauptfiguren ab. Die zentralen Figuren der Handlung verstehen vor allem eines: Mit Russen ist es schlecht bestellt.

5 Gründe, den Film „The Gentlemen“ anzuschauen
Roman Kowaljow
5 Gründe, den Film „The Gentlemen“ anzuschauen

Anlässlich der Veröffentlichung des Films auf Online-Plattformen haben wir für Sie 5 Gründe herausgesucht, ihn so schnell wie möglich anzusehen.

Open material

— Ein Russe? Schlechte Nachrichten!

Derzeit kommt Ritchies neuer Film „“ in die Kinos. Mal sehen, womit uns der verehrte Brite diesmal erfreut und ob es dort Platz für weitere markante Vertreter unseres Heimatlandes gibt.

Spionagespiele der Gentlemen. Rezension zum Film „Operation Fortune: Die Kunst des Siegens“
Den Suew
Spionagespiele der Gentlemen. Rezension zum Film „Operation Fortune: Die Kunst des Siegens“

„Operation Fortune: Die Kunst des Siegens“ – ein weiterer Triumph von Guy Ritchie oder ein durchschnittlicher Actionfilm mit Starbesetzung?

Open material