
In einem Zeitalter der Zensur nach dem Prinzip der Toleranz in allen erdenklichen und unerdenklichen Parametern wird ein von Vorurteilen freies und in seiner Komik und Offenheit leichtes Kino mit Gold aufgewogen. Genau so ist die Tragikomödie „Triang...
Herrliches Sonnenwetter, eine luxuriöse Kreuzfahrtjacht, zuvorkommendes Personal und wohlhabende Passagiere – nichts schien auf ein Unglück hinzudeuten. Aber das Glück kann nicht ewig währen, und das gemächliche Genießen von Sonnenbädern und erlesenen Speisen wird abrupt durch ein plötzliches Ereignis unterbrochen, das einige moralisch und physisch degenerierte Homo sapiens auf eine verlassene Insel verschlägt. Und das ist erst der Beginn eines verrückten Abenteuers.
Ruben Östlund verliert nicht seinen Biss und bleibt sich treu, indem er malerisch und geistreich die tiefsitzendsten und elitärsten Laster der Gesellschaft aufdeckt. Seine scharfe Gesellschaftssatire zeigt erneut, wie die Umgebung uns diktiert, wie wir leben und andere behandeln, welchen Ideen wir folgen und welche Ideale wir hassen sollen. Der Regisseur macht keine Unterschiede nach Nationalität, Rasse, Hautfarbe oder gar Geldbeutelgröße. Er ist überzeugt, dass alle Menschen gleichermaßen vor der Sünde gleich sind. Und um nicht unbegründet zu sein, beweist der Regisseur dies konsequent, ohne den moralischen Kompass der Zuschauer oder die vor Lachen krampfenden Bäuche zu schonen.
Es ist tatsächlich sehr schwierig, den Schwung und die Erfindungsgabe des neuen Films des schwedischen Regisseurs zu beschreiben, der zweimal die Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes gewonnen hat (für „The Square“ 2017 und „Triangle of Sadness“ – Gewinner von Cannes 2022), ohne dabei zumindest einen Spoiler zu verraten. Es geht nicht darum, dass es weniger interessant wäre – ganz und gar nicht, die Handlungswendungen im Film sind nicht besonders zahlreich (und nicht besonders überraschend). Es geht um die Atmosphäre des Films, der voller Groteske, politisch unkorrekter Karikatur und einer Summe von Klischees ist, die aufs Äußerste getrieben werden. Wenn wir auch nur einen dieser Momente erwähnen, wird es Ihnen beim Anschauen nicht mehr so lustig vorkommen. Und „Triangle of Sadness“ ist wohl der komischste (und anekdotenreichste) Film des Jahres 2022, den man am besten mit einem unschuldig reinen Bewusstsein angeht!
Leo Tolstoi schrieb, dass alle glücklichen Familien gleich glücklich sind, jede unglückliche Familie auf ihre eigene Weise unglücklich ist. Dieselbe Gedankenformel kann man auch zur Beschreibung von „Triangle of Sadness“ verwenden, und sie würde ungefähr so lauten: Alle Menschen sind im Grunde gleichermaßen sündig, aber reiche Menschen können auf besondere und großzügige Weise sündigen.
Und dank der Bemühungen der brillanten talentierten Schauspieler, darunter Woody Harrelson, der davon träumte, bei Östlund zu drehen, Charlbi Dean Kriek und Harris Dickinson, wissen wir nun in allen Farben, welche Facetten des Lasters und Ansätze der Tugend in den Tiefen der Seelen von Luxusmenschen und anderen lauern können. Und was passiert, wenn man sie auf einer Insel zurücklässt.
Also springen Sie lieber schnell an Bord des Kreuzfahrtschiffes, dessen Kapitän Ruben Östlund geworden ist. Hier sind Ihnen zweieinhalb Stunden unaufhörliches Lachen garantiert.
„Triangle of Sadness“ von Ruben Östlund, liebevoll nach Russland gebracht von der Verleihfirma A-One, ab dem 1. Dezember in den Kinos des ganzen Landes! Übrigens haben wir vor kurzem einen Beitrag veröffentlicht, in dem sie erzählen, wie sie ihre Schätze für den Verleih in der Russischen Föderation auswählen.
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