
Bei Horrorfilmen geht es nicht immer um große Budgets, große Studios und Star-Besetzungen. Viel häufiger erscheinen auf der Leinwand zutiefst persönliche, scharfgesellschaftliche, intime Filme, die buchstäblich für ein paar Cent gedreht wurden. Aber...
Beginnen Sie Ihren Halloween-Filmmarsch mit einer gemächlichen, aber ziemlich unheimlichen Arbeit von Damian McCarthy. Aber egal, womit man anfängt – es wird trotzdem gruselig.
1. «Caveat» (Caveat, 2020, Regie: Damian McCarthy)
Ein etwas verlorener junger Mann namens Isaac nimmt das Angebot an, sich um die Nichte eines Freundes zu kümmern, die nach dem Tod ihrer Mutter und dem Selbstmord ihres Vaters allein in einem verlassenen Haus lebt. Aber es gibt ein paar Haken: Die Unterkunft befindet sich auf einer abgelegenen Insel, und der Nachtwächter muss einen speziellen Anzug mit einer Kette tragen. Er kann sich frei im Haus bewegen, aber es ist ihm strengstens verboten, ein bestimmtes Zimmer zu betreten. Dort lebt die unglückliche Nichte, die zudem psychische Probleme hat.
So wird Isaac in einem knarrenden Lederanzug mit Kette, ganz wie der Held des Weltraum-Horrors Dead Space, durch das verlassene Haus streifen und versuchen, eine Erklärung für das Geschehene zu finden. Die Mischung der Genres – Krimi und Horror – sowie die kreative Freiheit ermöglichten es dem Regisseur Damian McCarthy, einen wirklich unheimlichen und einfallsreichen Film im Stil von „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ von Nicolas Roeg zu drehen.
2. „Sein Haus“ (His House, 2020, Regie: Remi Weekes)
Ein Paar – Mann und Frau – kommt aus dem von Aufständen erschütterten Nigeria nach Großbritannien. Sie werden vom Einwanderungsdienst nicht gerade willkommen geheißen und man bemüht sich offen, jegliche Hilfe zu vermeiden. Als vorübergehende Unterkunft wird dem Paar eine heruntergekommene Wohnung am Rande Londons zugewiesen. Trotzdem sind Bol und Rial selbst darüber froh und planen, die Wohnung in Zukunft zu renovieren und einzurichten. Doch schon in der ersten Nacht in der winzigen Wohnung beginnen beängstigende Dinge zu geschehen, und der Familienvater verliert allmählich den Verstand.
„Sein Haus“ ist ein flott gemachter Mystery-Horror mit einer unvorhersehbaren Handlung, in dem selbst eingeschaltetes Licht die Familie nicht vor einem bösen Verfolger rettet. Außerdem hat Remi Weekes eine zutiefst persönliche Geschichte über die Probleme von Einwanderern in einem fremden Land und sorgsam verborgene Leichen im Keller gedreht. In der Halloween-Nacht wird dieser Horrorfilm bestens ankommen.
3. „Koko-di Koko-da“ (Koko-di koko-da, 2019, Regie: Johannes Nyholm)
Ein Ehepaar steht nach einer Tragödie mit ihrer Tochter am Rande der Scheidung und beschließt, die Beziehung auf einer gemeinsamen Reise durch malerische Wälder wiederzubeleben. Während einer Übernachtung treffen die beiden auf eine unheimliche Gruppe von Zirkusartisten, die sie zu schikanieren beginnen. Fluchtversuche sind vergeblich; wohin das Paar auch geht, alle Wege führen sie zurück auf die verfluchte Lichtung, wo sich der Albtraum immer und immer wieder wiederholt.
Trotz des lustigen Titels ist der Film des schwedischen Regisseurs Johannes Nyholm keineswegs unterhaltsam. Ein Minimum an Licht, rauschende Bäume in der Nacht, Taschenlampenstrahlen, infernalische Zirkusleute und eine geschlossene Zeitschleife, in der sich der Albtraum wiederholt, bis das Paar aufhört, seine Gefühle voreinander zu verbergen. Genau das Richtige für einen Halloween-Abend.
4. „Die Todesliste“ (Kill List, 2011, Regie: Ben Wheatley)
Einer der meistdiskutierten Regisseure Großbritanniens begann seine Karriere ebenfalls mit kleinem Budget. Seine „Todesliste“ erinnert sehr an den Kultfilm „The Blair Witch Project“ (der übrigens auch für Halloween geeignet ist), wo pragmatischer Realismus auf etwas Chthonisches und Irrationales trifft. Die Handlung des Films folgt einem ehemaligen Soldaten, der Auftragskiller wird, und dem eines Tages eine Liste mit Namen von Personen zur Liquidierung übergeben wird.
Im Laufe des Auftrags versteht der Held, dass er mit dieser Operation kein Geld verdienen wird, aber sein Leben verlieren kann – ohne Weiteres. Trotz der fast amateurhaften Kameraführung, des unruhigen Schnitts und der entgleitenden Handlungsfäden ist einer der ersten Filme von Wheatley widersprüchlich, aber überraschend stimmig geworden.
5. „Die Farbe aus dem All“ (Color Out of Space, 2019, Regie: Richard Stanley)
Auf die Farm der Familie Gardner fällt ein Meteorit. Zunächst hat dies keine Auswirkungen auf das tägliche Leben der Hausbesitzer. Nun ja, der gefallene Steinbrocken glitzert und verströmt einen widerlichen Geruch. Ein paar Tage nach dem Einschlag verschwindet der Meteorit, und die Bewohner der Farm beginnen sich plötzlich seltsam zu verhalten, während die Vegetation in der Umgebung eine leuchtend violette Färbung annimmt.
Die Verfilmung der gleichnamigen Erzählung von H. P. Lovecraft (was wäre Halloween ohne ihn) mit Nicolas Cage in der Hauptrolle. Ein seltsamer Meteorit, so etwas wie eine ansteckende Krankheit, die Rötung, Juckreiz und Massenwahnsinn verursacht. Geheimnisvolle Dreiecke, Okkultismus vermischt mit Science-Fiction, Body-Horror im Stil von David Cronenberg, eine unaufhaltsam steigende Anspannung und ein dröhnender Synthesizer-Soundtrack – all das, was man für einen abendlichen Filmabend mit Freunden braucht.
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