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Am 20. Oktober kommt der Film „Corsage“ über das schwere Schicksal der österreichischen Kaiserin Sisi in die Kinos. Wir erzählen von der legendären historischen Persönlichkeit und wie sie in dem neuen Projekt dargestellt wird.

Der Film wurde auf den Filmfestspielen von Cannes in der Sektion „Un Certain Regard“ präsentiert, wo er den Preis für die beste weibliche Darstellung erhielt, und wird nun von Österreich für die Oscar-Verleihung eingereicht. Daher verdient er die besondere Aufmerksamkeit von Fans elitärer Kostümdramen.

Ein wenig Geschichte und Spuren in der Filmwelt

Elisabeth von Bayern, oder Sisi, wie sie von Verwandten und Freunden genannt wurde, war im späten 19. Jahrhundert Kaiserin von Österreich-Ungarn. Ihr Leben ist eine der wenigen wahren Liebesgeschichten unter Monarchen, die von zahlreichen Legenden umrankt wurde und zu einem der beliebtesten Stoffe für Bücher und Filme wurde.

In den 1950er Jahren wurde sie auf der Leinwand brillant von der österreichischen Schauspielerin Romy Schneider dargestellt, und Sisi erlangte wahrhaft weltweiten Ruhm. Die Filmtrilogie „Sissi“ (1955), „Sissi – Die junge Kaiserin“ (1956) und „Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin“ (1957) wurde zu einem filmischen Phänomen, das ursprünglich geschaffen wurde, um die Nachkriegsstimmung zu mildern und der Welt ein wärmeres und menschlicheres Bild der Deutschen und Österreicher zu bieten.

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Einige Dreharbeiten fanden an realen historischen Stätten statt, wie zum Beispiel dem Schloss Schönbrunn im Zentrum Wiens. Ein weiterer Wallfahrtsort für Filmfans ist die Michaelerkirche, die Kirche, in der Sisis Krönung in Budapest gedreht wurde. Für mehr Authentizität wurden bei den Dreharbeiten antike Möbel verwendet, die sich heute in der Dauerausstellung des „Wiener Möbelmuseums“ befinden. Für Romy Schneider war die Rolle der Sisi der glanzvollste Karrierebeginn und eine schwere Prüfung. Im ersten Film war sie erst 16 Jahre alt.

Das Porträt von Sisi, das man in jedem Souvenirladen in Wien findet, diente als Inspiration für das Kostüm von Christine Daaé bei ihrem ersten Auftritt in Das Phantom der Oper (2004).

Im April 2021 wurde bekannt, dass die Streaming-Plattform Netflix eine sechsteilige Serie über Elisabeth von Bayern mit dem Titel „Sisi: Kaiserin von Österreich“ vorbereitet. Die Dreharbeiten begannen im Baltikum und wurden in Österreich, Ungarn und Deutschland fortgesetzt. Die amerikanische Schauspielerin schweizerischer Herkunft Dominique Devenport spielte die neue Inkarnation von Sisi, und Kaiser Franz wurde vom deutschen Schauspieler Jannik Schümann gespielt. Die Serie zielt mehr auf die Geschichte von Sisis Werdegang als Königin und ihre jungen Jahre ab.

Korsett als Rüstung, oder wenn selbst Kaiserinnen altern

Als klar wurde, dass sie den Kampf gegen das Hofprotokoll, die Schwiegermutter und den eigensinnigen Ehemann nicht gewinnen konnte, begann Kaiserin Elisabeth, sich in ihre eigene Welt zurückzuziehen, um dort Rettung und Glück zu finden. Der wichtigste Mensch in ihrem Leben wurde sie selbst. Ihre Majestät spielte mit ihren Papageien und Hündchen, liebte Pferde, schrieb klagende Gedichte über ihr schweres Los als Kaiserin. Sie hatte Schwierigkeiten, mit anderen in Kontakt zu treten, war oft nicht in der Lage (oder wollte nicht) ein einfaches Gespräch zu führen. Während der seltenen Hofempfänge wirkte Elisabeth wie eine Puppe mit gleichgültigem Gesicht und war sehr wortkarg.

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Genau diese Kaiserin präsentiert uns Marie Kreutzer in dem neuen Film auf der Leinwand. Wir treffen unsere Heldin an ihrem 40. Geburtstag. Nun gilt sie offiziell als alternde Frau. Und hier gilt es, die Gürtel enger zu schnallen. Sowohl im physischen als auch im moralischen Sinne. Die Gesellschaft schnürt gleichsam ein Korsett, und mit jedem Schritt wird das Atmen schwerer. Sie möchte sich weiterbewegen, lernen, sich entwickeln und genauso jung bleiben.

Aber die Realität wird grausamer, als unsere Heldin vermuten mag. Es ist zu beachten, dass die Ereignisse in den Jahren stattfinden, als das Reich selbst dem Zerfall entgegenging, und durch das Altern von Sisi wird der Zeuge des Zerfalls eines einst großen und schönen Reiches.

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Man sollte keine prunkvollen Bälle oder gesellschaftlichen Abende im Bild erwarten. Gemeinsam mit unserer Heldin spüren wir Einsamkeit, Traurigkeit und die Erwartung des nahen Endes. Nichts bereitet mehr Freude. All dies geschieht vor der Kulisse alter und heruntergekommener Häuser irgendwo in der österreichischen Provinz. Und man würde nicht sagen, dass dies das Leben einer Kaiserin ist. Wenn im Bild schönes Geschirr oder Anspielungen auf das alte, schöne Leben erscheinen, bekommt das Bild sofort leuchtende Farben. Wir verstehen wieder, dass wir nicht nur eine alternde und das Interesse am Leben verlierende Frau vor uns haben, sondern doch eine Angehörige des Adels.

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Vor uns liegt ein weiteres Projekt über das schwierige Leben einer Frau an der Macht. Bereits bewährt haben sich die Projekte „Jackie“ und „Spencer“. Die Hauptbesonderheit von „Corsage“ ist jedoch, dass alles mit einem Hauch von Charme und Magie des 19. Jahrhunderts gemacht ist. Allein das könnte Sie dazu verleiten, ins Kino zu gehen.

Trailer: