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Am 6. Oktober startet der Film „Fly: Tanz der Freiheit“ in den breiten Kinostart, der der Tradition des Genres folgend sehr wenig Handlung, aber sehr viele tolle Tänze bietet. Und allein diese Tatsache macht den Film sehenswert.

Die Premiere des deutschen Films „Fly: Tanz der Freiheit“ (Fly) fand bereits 2021 statt, aber in unsere Breiten schaffte er es erst diesen Herbst. Und genau jetzt ist er eine der besten Optionen, was man im Kino sehen kann. Selbst unter Berücksichtigung des offensichtlich schludrigen Drehbuchs.

Tanzen ist die zweite Chance

Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Teilnehmer eines experimentellen Rehabilitationsprogramms. In der Vergangenheit hat jeder von ihnen ein Verbrechen begangen, und als Besserungsmaßnahme – aufgrund ihrer tänzerischen Fähigkeiten – wurde ihnen die Teilnahme an einem Ensemble unter der Leitung der ehemaligen Meisterin Ava (Yasmin Tabatabai) angeboten.

Zu jedem der strauchelnden Talente versucht sie einen individuellen Zugang zu finden und die zersplitterte Gruppe in ein echtes Team zu verwandeln – und wenn es gut läuft, sogar in eine Straßentheatertruppe.

Fly: Tanz der Freiheit Ansehen

Tanzen ist Emotion

Das Drehbuch in „Fly: Tanz der Freiheit“ wird nur gebraucht, um den Übergang von einer Tanzeinlage zur nächsten zu rechtfertigen. Die Tänze ersetzen hier die inneren Monologe – eine der Heldinnen kämpft im übertragenen Sinne mit ihren Dämonen, indem sie in einer mit Wasser gefüllten Einzelzelle tanzt. Statt entscheidender Dialoge – raten Sie mal? richtig, Tänze!

Und dieser Ansatz funktioniert erstaunlicherweise ganz gut. Wozu Worte, denn wir alle wissen genau a) warum man solche Filme sieht b) wozu Versuche führen, eine gute Geschichte mit Tanzeinlagen auszugleichen. Hier versuchen die Macher nicht, jemanden zu täuschen. Und die großartig choreografierten Tänze an sich rufen eine Menge Emotionen hervor. Übrigens werden Fans der Straßenkunst unter den Choreografen bekannte Gesichter sehen (z. B. Pac-Man, den viele aus der Show America's Best Dance Crew und der Serie „Step Up“ kennen).

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Roman Kovalev
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Fly: Tanz der Freiheit 2022

Tanzen ist Freiheit

Eines der zentralen Themen des Films war die Freiheit. Nicht umsonst stellt die Regisseurin Katja von Garnier dieser unmissverständlich die physische und emotionale Gefangenschaft gegenüber. Beim Tanzen werfen die Helden ihre Fesseln ab. Die Fesseln der öffentlichen Meinung. Die Fesseln der eigenen Ängste. Die Fesseln der Vergangenheit und der Zukunft. Dabei spielt es absolut keine Rolle, welcher Tanzstil – hier ist eine ganze Bandbreite vertreten: von Hip-Hop und Breakdance bis zu Contemporary – oder wo die Helden tanzen müssen. Denn das Wichtigste ist die Bewegung und das, was der Tänzer in sie hineinlegt. Das handelt auch von der Freiheit des Selbstausdrucks.

Tanzen ist Liebe

Und was wäre ein Tanzfilm ohne Lovestory?! Auch die gibt es hier. Und sie wird – bumm-bumm – durch Tänze vermittelt! Die schönsten Episoden des Films „Fly: Tanz der Freiheit“ sind die Paarnummern von Bex (Svenja Jung) und Jay (Ben Wichert). Sie tanzen fast nackt unter herbstlichem Laub, tanzen zwischen den Berliner Brunnen, ohne Angst, völlig nass zu werden. Und wir müssen uns wiederholen, aber: Die Emotionen, die das vermittelt, sind viel größer als die einfachen Worte, die für solche Handlungen typisch wären. Der einzige Nachteil hier ist, dass es zwischen den Tänzen der Schauspieler keinerlei Chemie gibt, um es milde auszudrücken.

Fly: Tanz der Freiheit Film

„Fly: Tanz der Freiheit“ kann man getrost allen Tanzfans empfehlen – es gibt wirklich sehr viele Tanzeinlagen und die meisten davon sind auf höchstem Weltniveau choreografiert. Es ist schön anzusehen und man kann sich inspirieren lassen. Für andere Zuschauer mag der Film wenig überzeugend wirken – zu oberflächliches Drehbuch, zu wenig schauspielerische Leistung, und auch die Geschlossenheit des Ganzen könnte objektiv berechtigte Fragen aufwerfen. Im Übrigen sind Tanzfilme längst ein eigenes Genre mit eigenen Regeln und treuen Anhängern, und „Fly“ versucht nicht, das zu ändern.

Trailer:

„Fly: Tanz der Freiheit“ läuft seit dem 6. Oktober in den Kinos.