
Was passiert, wenn man „Mean Girls“ mit Lindsay Lohan und „Eiskalte Engel“ mit Reese Witherspoon mixt? Vielleicht haben sich die Autoren der neuen Teenager-Komödie „Räche mich für mich“ von Netflix diese Frage gestellt. Wenn ihr wissen wollt, was die...
Die Schulzeit ist nicht immer angenehm. Manchmal ist es eine Zeit, in der ein psychisch (und intellektuell) noch nicht vollständig geformter Mensch mit höllisch ernsten und schwierigen Fragen konfrontiert wird. Zum Beispiel: Wie rächt man sich an seinem Ex, der einen öffentlich gedemütigt hat? Genau diese (primäre) Motivation hat die Oberschülerin Drea (Camila Mendes), die einen perfekten Racheplan schmiedet. Ihr Partner im „Verbrechen“ wird Eleanor (Maya Hawke) – ein äußerlich unscheinbares und nicht auf Aufmerksamkeit bedachtes Mädchen, das ebenfalls über einige Vorfälle in der Vergangenheit verbittert ist. Doch je näher die lang ersehnte Vergeltung rückt, desto mehr läuft alles aus dem Ruder.
Netflix liebt Teenager-Projekte, aber leider ist der Großteil davon ziemlich seichte Massenware. Banale Handlung, flache Charaktere, abgedroschene moralische Wahrheiten und trendige Popmusik. Der Trailer zu „Räche mich für mich“ ließ einen weiteren typischen Schülerfilm dieser Streaming-Plattform vermuten. Aber die Teenager-Komödie von Jenn Robinson hat einige Überraschungen für den Zuschauer parat. Ihr Film ist eine Mischung aus allem Guten, das man aus „Mean Girls“, „Eiskalte Engel“ oder „Stirb, John Tucker“ herauspicken konnte. Herausgekommen ist ein angenehmer nostalgischer Vinaigrette in modernem Gewand, untermalt von Tracks von The Cranberries, Meredith Brooks und Fatboy Slim.
Die Verfilmung von „Emma“, politische Satire, Lindsay Lohans beste Rolle und vieles mehr in unserer Liste der besten Schulkomödien der Geschichte.
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Aber diese Komödie blickt nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Gegenwart. Mit Schwung, Ironie und stellenweise sogar Spott nimmt der Film viele Merkmale der modernen Gesellschaft aufs Korn: Greta Thunberg, Veganer, von Feministinnen unterdrückte Männer, emotionale Frauen als hysterische Zicken und das gute alte Elite-Bildungswesen als Intelligenzindikator – all das wird hier schnell und sauber abgefrühstückt.
Natürlich kommen im Film auch Diskussionen über Patriarchat, Verrat, Rassismus, weibliche Sexualität als Waffe zur Selbstbestätigung und (wo kämen wir da hin) LGBTQ+ nicht zu kurz. Aber diese Themen wurden nicht als moralisierende Predigt frontal präsentiert, sondern eher als eine weitere Seite der Medaille im Gespräch darüber, wie wichtig es ist, man selbst zu sein, sich zu akzeptieren und zu lieben, anstatt sich von den Meinungen anderer leiten zu lassen. Vielleicht ist dieses Thema im Kino schon abgedroschen, dennoch hat es nichts an Aktualität verloren.
„Räche mich für mich“ liefert ein gutes psychologisches Porträt der amerikanischen Jugend. Wenn die Schule ein Schlachtfeld ist, sagt die Heldin von Maya Hawke und beschreibt damit sehr treffend das Geschehen auf der Leinwand, wo kaum jemand ans Lernen denkt. Dabei haben die Schauspieler offensichtlich Spaß an den Dreharbeiten. Camila Mendes spielt hier einen ähnlichen Typ wie in „Riverdale“ (was sie aber nicht daran hindert, Freude zu haben), und die Heldin von Ethan Hawkes Tochter ähnelt in vielerlei Hinsicht Robin Buckley aus „Stranger Things“. Zusammen erzeugen die Schauspielerinnen auf der Leinwand eine tolle Energie von unzertrennlichen Leidensgenossinnen, die zu allem bereit sind für die Rache.
Eine der wichtigsten Serien der Gegenwart, „Stranger Things“, ist mit der 4. Staffel zurück. Sie enthält Anspielungen auf das Werk von Stephen King und Steven Spielberg sowie gruselige Monster, deren Make-up ...
Open materialInteressant verwandelt hat sich hier Austin Abrams, den man aus den süßen Romcoms „Dash & Lily“ und „Chemical Hearts“ kennt. Sophie Turner ist hier bezaubernd in ihrem Overacting und ihrer Poserei (endlich durfte sie mal albern sein). Aber die wahre Königin des Schulballs, wenn auch nur für ein paar Szenen, ist Sarah Michelle Gellar. Sobald sie im Bild erscheint, weht sofort der Geist von „Eiskalte Engel“ und der Vibe der 2000er Jahre.
Was die Handlung betrifft, kann „Räche mich für mich“ mit ein paar Twists überraschen. Doch die ganze Begeisterung über den Versuch der Autoren, etwas Interessantes zu schaffen, verfliegt in den letzten zehn Minuten. Das Finale hielt leider dem Druck aller Ideen der Regisseurin nicht stand und versank in einer süßlichen und banalen Auflösung.
Zusammenfassend ist „Räche mich für mich“ weder gut noch schlecht, es ist einfach eine Teenager-Komödie. Wenn ihr solche mögt, wird euch auch diese gefallen. Aber wenn ihr sie nicht seht, verpasst ihr nicht viel, obwohl ihr wissen solltet, dass der süßeste Charakter im Film eigentlich die Echse von Maya Hawkes Heldin ist.
P.S. In der Komödie gibt es eine Altersprüfung. Wenn ihr den Song von Taylor Swift erkennt, akzeptiert es einfach.
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