
Rocky Balboa und Bruce Lee können beruhigt sein, das Erbe ihrer Filme ist in sicheren Händen, nämlich in den Händen der Macher der Serie «Cobra Kai», die nichts von ihrer Leuchtkraft und Anziehungskraft verliert. Wir analysieren, worin das Geheimnis...
Die Serie «Cobra Kai» entstand aus der Franchise «Karate Kid», deren erster Teil 1984 erschien. Durch die Verbindung des Genres Sportdrama mit Filmen über Kampfkünste erzielte John G. Avildsen (Regisseur von «Rocky») einen unglaublichen Erfolg, der der Grund für die Dreharbeiten von drei weiteren Teilen über Jugendliche und die Liebe zum Karate war. Wir haben bereits ausführlicher über diese in den 80ern geborene Filmgeschichte berichtet und sogar die Hauptvorzüge von «Cobra Kai» hervorgehoben, das 34 Jahre nach dem ersten Film erschien. Nun beeilen wir uns, unsere Eindrücke von der neuen Staffel der Serie zu teilen, die die Fans des Mr. Miyagi-Universums weiterhin erfreut.
Im Zentrum der Handlung steht immer noch die Karateschule «Cobra Kai», deren alleiniger Besitzer nun Terry Silver (Thomas Griffith) ist – der Erzfeind von Daniel LaRusso (Ralph Macchio) aus dem dritten Teil von «Karate Kid». In der vierten Staffel verloren Daniels und Johnny Lawrences (William Zabka) Schüler das Karateturnier und mussten ihre Dojos schließen. Dies machte «Cobra Kai» zum einzigen Ort im Tal (einem Bezirk in Kalifornien), an dem Karate unterrichtet wird. Obwohl dort in Wirklichkeit rücksichtslose Jugendliche ausgebildet werden, die keine Rücksicht auf die Interessen anderer nehmen. Und in der fünften Staffel kämpfen LaRusso, Lawrence, ihre Schützlinge und neue-alte Charaktere aus der Original-Franchise weiter gegen «Cobra Kai».
Das Handlungsgerüst – die Konfrontation zwischen LaRusso und Co. und dem bösen Sensei (hier Terry Silver) – wiederholt sich von Staffel zu Staffel, aber jedes Mal gelingt es den Machern, einen neuen Blickwinkel für die Geschichte zu finden. Nun haben Jon Hurwitz, Hayden Schlossberg und Josh Heald die Einsätze für alle Charaktere in der Serie erhöht und sie erwachsener und ernster gemacht. Noch mehr Grausamkeit und emotionaler Druck, und mit Ausnahme einiger Episoden knistert die Luft vor der gestiegenen Spannung. Die Showrunner sezieren menschliche Schwächen und erforschen das Böse, das sich geschickt als Gut tarnt. Außerdem lag der Fokus in den ersten Staffeln mehr auf Problemen aus der Außenwelt, während in der fünften Staffel die innerfamiliären Schwierigkeiten ins Visier der Drehbuchautoren gerieten, die vor dem Hintergrund der endlosen Konfrontation zwischen «Bonsai» und «Schlange» entstanden.
Wichtig ist, dass nicht nur die Geschichte, sondern auch die Helden sich weiterentwickeln. Die Charaktere in «Cobra Kai» waren nie perfekt, sie wurden in Halbtönen gezeichnet. Daher weckten selbst die abgebrühtesten Schurken der Serie manchmal Mitgefühl. Die Autoren haben in der fünften Staffel weiter mit der Ambivalenz der Helden gespielt, einige an den Rand der Verzweiflung getrieben, Prioritäten auf den Kopf gestellt und den Handlungsbögen der Helden Psychologismus und Tiefe verliehen. Die Agenda ist hier so geschickt und unaufdringlich eingewoben (wie auch in den vorherigen Staffeln), dass Sie diese Szenen nicht einmal kritisieren können, sondern sich vielleicht sogar darin wiedererkennen.
Wie man sich mit einer schweren Vergangenheit versöhnt (und sich nicht in totaler Rache verliert) – das ist immer noch einer der Hauptleitmotive von «Cobra Kai». Dabei ist dies nun nicht nur für die gealterten LaRusso und Lawrence relevant, sondern auch für ihre Schützlinge, die versuchen, sich selbst zu verstehen. Eine solche generationsübergreifende Geschichte. Jugendliche lernen, nicht nur das Licht, sondern auch die Dunkelheit in sich anzunehmen, kämpfen mit sozialen Etiketten und überwinden ihre tiefsten Ängste und Fehler. Daher können sowohl erwachsene als auch junge Zuschauer hier einen ihnen nahen Charakter sehen und ihre eigenen Erfahrungen mit seinen vergleichen.
«Cobra Kai» ist im Großen und Ganzen eine Serie über Menschen und ihre Beziehungen, aber das Karate wird hier niemand vergessen. Sparrings, Straßenkämpfe, Schlägereien, lokale Wettkämpfe und jetzt sogar Kämpfe mit Katanas und Sai (japanische Messer) – all das wird in «Cobra Kai» in den besten Traditionen des Sportkinos lebendig und qualitativ hochwertig gezeigt.
Auch hier wird das Gleichgewicht zwischen Drama und Komödie gehalten, das die Serie nicht in Selbstreflexion versinken lässt. In «Cobra Kai» gibt es viel Humor: nicht nur verbalen, sondern auch situativen. Natürlich vergessen die Macher nicht den nostalgischen Vibe des Amerika der 80er und die Anspielungen auf die Originalfilme. Und der Kranichstand – wie das i-Tüpfelchen! Außerdem haben die Showrunner einen Weg gefunden, auch die Fans von «» zu erfreuen, indem sie dem Erbe der Duffer-Brüder Tribut zollen.
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Open materialWenig wird mehr geschätzt als eine gute Geschichte, nicht wahr?
(Terry Silver)
Vielleicht lassen sich die Showrunner von «Cobra Kai» genau davon leiten, die auch in der fünften Staffel die Messlatte hoch halten. Aber es gibt eine vage Vorahnung, dass die Geschichte ihrem logischen Ende entgegengeht, obwohl uns dem Finale nach zu urteilen noch mindestens eine Staffel erwartet. Interessant, wird Hilary Swank für «Cobra Kai» einen Auftritt haben?
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