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Die junge Muschel Marcel lebt zusammen mit ihrer Großmutter in einem menschlichen Haus. Die Scheidung der früheren Besitzer hatte große Auswirkungen auf die kleinen Bewohner: Der Großteil der Familie versteckte sich während des Streits in einer Sockenschublade, landete versehentlich in einem Koffer und machte sich in eine unbekannte Richtung auf. Der größte Traum des Kleinen ist es, seine Verwandten wiederzufinden, wobei ihm der angehende Dokumentarfilmer Dean hilft, der beschließt, eine Geschichte über die Winzlinge zu drehen.

„Marcel the Shell with Shoes On“ – ein Film, dessen erste Entwürfe bereits im fernen Jahr 2010 entstanden. Alles begann damit, dass die junge Schriftstellerin und Schauspielerin Jenny Slate zusammen mit ihrem Freund und Regisseur Dean Fleischer-Camp beschloss, ein paar Clips über den Kleinen in den knallpinken Schuhen zu drehen und auf YouTube zu stellen. Die Kurzfilme fanden schnell ihr Publikum und wurden später zur Grundlage für eine Kinderbuchreihe.

Elf Jahre später erscheint ein abendfüllender Film über die Figur, gedreht als Mockumentary mit Stop-Motion-Animation. Die Genre-Wahl erklärt sich nicht nur aus dem Wunsch, dem Original treu zu bleiben, sondern auch aus dem Versuch, die Details der vertrauten Welt aus der Perspektive der kleinen Muschel detaillierter zu zeigen. Die erste Hälfte von „Marcel“ besteht aus einem Interview, in dem der Journalist das Kind nach den Besonderheiten seines Alltags fragt. Das Fahren in einem Tennisball, das Anschauen der Lieblingsfernsehshow mit der Oma und die Teilnahme an den Dreharbeiten zur Dokumentation zeichnen ein Bild unbeschwerter Kindheit und lassen die Zuschauer in Nostalgie schwelgen.

Die Autobiografizität von „Marcel“ liegt nicht nur im Drehbuch, das auf den Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilmprojekt basiert, sondern auch in den Hauptfiguren, die von den Schöpfern der Figur gespielt werden. Indem sie die Filmwelt der Realität annähern, zeichnen die Autoren ein glaubwürdiges Porträt eines Filmemachers, der beschließt, seine eigenen Leidenschaften zu teilen, aber unerwartet im Internet berühmt wird. „Marcel“ wird zu einer Aussage darüber, dass im modernen Kino praktisch jeder filmen kann, der eine originelle Idee und eine gute Ausrüstung hat.

Marcel, die Muschel in Schuhen

Die Macher zeigen auch einige Nachteile der Berühmtheit auf. Trotz der Verehrung der Fans erhält Marcel von seinen Bewunderern keine Hilfe bei der Suche nach seinen Verwandten. Nachdem sie von seinem Wohnort erfahren haben, beginnen die Idole, vor seinem Haus zu fotografieren und Lärm zu machen, was seine Lebensruhe stört. Der Junge muss sich schnell von seinen alten Vorstellungen von Rechtschaffenheit verabschieden und verstehen, dass die Welt nicht auf sein Zuhause und die unmittelbare Umgebung beschränkt ist.

Eine Schlüsselfigur ist auch Marcels Großmutter – die Frau, mit der das Kind den größten Teil seiner Kindheit verbracht hat. Eine unerwartete Verschlechterung des Gesundheitszustands der alten Dame geschieht im ungünstigsten Moment: Die Macher der geliebten Familienshow schlagen vor, eine Folge über den Enkel zu drehen. Die Angst, seinen nahen Verwandten zu verlieren, stellt das Kind vor ein Dilemma: den Dreh zuzulassen und Fremde ins Haus zu lassen, oder zu warten, bis es der Oma besser geht. Die zweite Hälfte des Films ist ein soziales Drama über die wichtige Lebensentscheidung eines Kindes, das sich in seinem eigenen Zuhause nicht sicher fühlt.

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Die alte Dame hingegen versucht mit allen Mitteln, das Kind ins Fernsehen zu bringen, denn sie versteht, dass dies die einzige Möglichkeit ist, die Familienmitglieder wiederzusehen. Es sind die Reporter der Sendung „60 Minutes“, die den Wunsch des Kleinen erfüllen und die Verwandten unter einem Dach vereinen. Das Treffen bleibt jedoch nicht ohne Verluste. Mit dem Finale des Films unterstreichen die Macher die Bedeutung der Zeit mit den Liebsten und deuten an, dass familiäre Kommunikation der sicherste Weg ist, die Vergangenheit loszulassen.