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„Produkte 24“ ist zugleich ein quasi-dokumentarisches Porträt des Migrationsproblems Russlands und ein bitteres Märchen darüber, dass Träume nicht immer wahr werden.

In den russischen Kinos startet der vielbeachtete russische Film, der am „Berliner Filmfestival“ teilnahm, „Produkte 24“ Ich würde den Text gerne mit diesem Satz beginnen, aber die Sache ist die, dass das Werk von Michail Borodin nicht in den breiten Verleih kommt. Dennoch konnte man ihn nicht nur in den beiden Hauptstädten, sondern auch in mehreren großen Städten unseres riesigen Landes sehen, dank der Bemühungen der Firma Metrafilms (eine extra Verbeugung!). Und es gibt dort einiges zu sehen.

Produkte 24 Film

Die Hauptstadt erobern

Buchstäblich von den ersten Sekunden an taucht uns die Kamera der Debütantin Jekaterina Smolina in die ungemütliche, unbehagliche Atmosphäre eines düsteren Hinterzimmers, in dem eine Hochzeit nach den Gesetzen des Islam stattfindet. Bereits in der nächsten Szene bedient ein Mädchen namens Muchabbat (Suchara Sansysbai), nachdem sie diesen Raum in einem neuen Status verlassen hat, einen Kunden des Ladens, was uns verstehen lässt, dass hier etwas nicht stimmt.

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Es stellt sich heraus, dass Muchabbat, wie auch mehrere andere Menschen aus den Ländern Zentralasiens, in einem sklavenähnlichen Zustand in einem kleinen Lebensmittelgeschäft steckt, wo sie für Fehlbestände geschlagen werden, wegen eines hübschen Aussehens vergewaltigt werden können und ein Gedanke an Flucht wie der Tod ist. Das ist offensichtlich nicht das, wovon die jungen Leute träumten, als sie aufbrachen, um die russische Hauptstadt zu erobern.

Nicht erfundene Grausamkeit

„Produkte 24“ ist ein sehr harter Film. Regisseur und Kamerafrau schwelgen in einzelnen Episoden geradezu in der filmischen Gewalt. So sehr, dass selbst der stärkste Zuschauer in einer der Szenen des Films wegschauen oder die Augen schließen möchte. Dies dem Film als Minuspunkt anzulasten, ist jedoch kaum angebracht – das Thema verpflichtet. Menschen, die in einer Situation als Geiseln gefangen sind, in der sie weder Papiere noch Hilfe von den örtlichen Strafverfolgungsbehörden haben, sind psychisch gebrochen. Und die physische Gewalt vollendet nur das Bild der Ausweglosigkeit.

Dieser Geschichte liegen reale Ereignisse aus dem Jahr 2012 zugrunde, als Menschen aus Usbekistan, Kasachstan und Tadschikistan in die Falle von Kriminellen gerieten, die ihnen die Pässe abnahmen und sie zu Sklavenarbeit zwangen (später wurden sie von den Medien sogar „Goljanowo-Sklaven“ genannt). Eines der Mädchen, das diesen Albtraum überlebt hat und den Filmemachern erzählte, wie alles wirklich war, erhielt eine Nebenrolle im Film. Dieser Umstand verleiht dem Film „Produkte 24“ eine dokumentarische Wirkung.

Produkte 24 Rezension

Fragen zum künstlerischen Wert

Es ist unmöglich, davon zu abstrahieren, dass „Produkte 24“ eine schreckliche wahre Geschichte erzählt. Aber dennoch ist es ein Spielfilm, und daher sollte mehr darin stecken als die bekannten Umstände. Michail Borodin versuchte, märchenhafte Elemente einzubringen – der Heldin Muchabbat träumen immer wieder metaphorische Träume, in denen Platz für Fische, Gänse im Zug und Menschen von unmenschlicher Größe ist.

Eine solche Lösung sieht effektvoll aus. Hier muss man noch eine weitere Verbeugung vor der Kamerafrau Jekaterina Smolina machen, die alltägliche Szenen mit Akzenten auf kleinen Details, die mit Neon gefluteten Straßen des nicht-repräsentativen Moskau und fantastische Studien gleichermaßen spektakulär einfängt.

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Aber das scheint nicht auszureichen: Der Symbolismus in den Traumepisoden ist allzu direkt, und schauspielerische Leistung ist selbst in solchen von der Realität losgelösten Momenten nicht zu beobachten.

Kargheit und Trockenheit der Emotionen – das ist wohl die größte Geißel des Films. Es fällt schwer, für die Helden Sympathie als Persönlichkeiten zu empfinden, und nicht nur als Menschen in einer außergewöhnlichen Situation. Man kann dies mit dem Lesen eines Informationsblatts auf „Wikipedia“ vergleichen – man kann nicht umhin, sich über das Geschehene zu wundern und zu entsetzen, aber es wird kaum gelingen, hinter den Namen Charaktere zu sehen.

„Produkte 24“ ist ein interessantes und ambitioniertes Kino, das ein wichtiges soziales Problem aufgreift, über das man nicht offen zu sprechen pflegt. Es ist nicht in jeder Hinsicht aus künstlerischer Sicht gelungen, aber solche Filme sind nötig, damit wir aufhören, die Augen vor dem zu verschließen, was direkt vor unserer Nase passiert, und zumindest ein kleines bisschen freundlicher zu denen werden, die uns hinter den Ladentheken der Geschäfte und nicht nur dort bedienen.

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