
„Der Beobachter“ ähnelt den meisten Variationen von Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“. Aber im Gegensatz zu ihnen erweist er sich nicht als sekundäre leere Hülle, sondern nutzt geschickt Genre-Klischees, um eine einfache, aber überzeugende Geschichte...
Nachdem sie Erfahrungen in der Arbeit an der Serie „V/H/S“ gesammelt hatte, debütierte die Regisseurin Chloe Okuno mit dem paranoiden Horror-Thriller „Der Beobachter“ (Watcher). Indem sie sich freiwillig in die Zange einer Genre-Übung im Stil von „Das Fenster zum Hof“ zwängte, zeigte die Filmemacherin, dass man auch unter solchen Bedingungen, wenn nicht das Maximum herausholen, so doch eine der Aufmerksamkeit des Publikums würdige Arbeit schaffen kann.
Der Mann im Haus gegenüber dem Mädchen im Fenster
Ein junges Paar – Francis (Karl Glusman) und Julia (Maika Monroe) – zieht aufgrund der Beförderung des Mannes von Amerika nach Rumänien. Während Francis ständig bei der Arbeit ist, fühlt sich Julia am neuen Ort zunehmend einsam und unwohl. Irgendwann beginnt sie zu glauben, dass ein fremder Mann sie aus dem Nachbarhaus beobachtet. Und dann wird in den Nachrichten über den kürzlichen brutalen Mord an einem Mädchen in der Gegend berichtet, in der Francis und Julia sich niedergelassen haben...
Die Handlungsausgangssituation glänzt nicht mit Originalität. Von den ersten Minuten an wird klar, dass die Regisseurin mit dem Zuschauer ein Spiel „Errate, wo Realität und wo Paranoia ist“ beginnen wird. Und so kommt es. Aber geben wir zu, dass wir dieses Spiel lieben, besonders wenn die Bedingungen und Regeln gut festgelegt sind. Und das ist genau so ein Fall!
Maika Monroe, die schon zur Zeit des Erscheinens von „It Follows“ als neue „Scream Queen“ bezeichnet wurde, spielt in „Der Beobachter“ überzeugend die Rolle eines Mädchens, das sich seiner Richtigkeit sicher ist, trotz der Skepsis der Umgebung. Allerdings gibt es für die Zuschauer ein paar Twists, die immer wieder die Optik der Wahrnehmung des Geschehens auf der Leinwand radikal verändern. Was, wenn Julia den Mann nebenan beobachtet?!
Stilvolle Einrahmung einer paranoiden Atmosphäre
„Der Beobachter“ ist in erster Linie Schauspielkino. Ein Kino, das ganz auf den Talenten von Maika Monroe und ihren Unterstützern Karl Glusman und Burn Gorman beruht. Aber Chloe Okuno beschränkte sich nicht darauf, ihren Schauspielern Raum für das Ausspielen von beunruhigenden und paranoiden Stimmungen zu geben. Mit der Unterstützung des Kameramanns Benjamin Kirk Nielsen schuf sie einen der visuell ansprechendsten Filme des Jahres.
Die kompositorische Gestaltung des Bildes, das Spiel mit Licht und Farbakzenten – all das ermöglicht es, noch tiefer in die Atmosphäre des Films einzutauchen und sich für anderthalb Stunden in die Geschichte eines (oder nicht) verfolgten Mädchens zu versenken, bei der den beeindruckbarsten Zuschauern am Ende eine Gänsehaut über den Rücken laufen könnte.
Trailer:
Kommentare
0Noch keine Kommentare.
Melde dich an, um mitzudiskutieren.