
Anfang Juni feierte im Online-Kino KION der Dokumentarfilm „Der Chip in mir“ über Menschen mit implantierten Chips Premiere. Während in Russland hitzig über die Möglichkeit der Steuerung von Menschen durch Chips im Gehirn diskutiert wird, hat Regisse...
Die Regisseurin Julia Kisseleva ist auf populärwissenschaftliche Filme für ein breites Publikum spezialisiert. Zu ihren Projekten zählen Filme über Roboter, das menschliche Gehirn und Notärzte. In ihrer neuen Studie mit dem Titel „Der Chip in mir“ greift sie ein brisantes Thema auf – die „Chip-Implantation“ bei Menschen. Für Kisselevas Protagonisten ist dies jedoch keine Experimentierfreude oder Liebe zu neuen Technologien, sondern eine Möglichkeit, am Leben zu bleiben.
Was im Volksmund als Chip bezeichnet wird, heißt in der Medizin „Implantat“. Mit seiner Hilfe stellen Ärzte das Gehör gehörloser Patienten wieder her, befreien Menschen mit Parkinson vom Zittern, stoppen epileptische Anfälle und behandeln Dystonie. Genau mit solchen Schwierigkeiten hatten die Protagonisten von Julia Kisseleva zu kämpfen: einige altersbedingt, andere von Geburt an und wieder andere infolge verschiedener unangenehmer Situationen.
Zum Beispiel funktionieren die Muskeln von Jana Linkewitsch nicht richtig (Muskeldystonie). Durch die Stimulation des Gehirns und eine Baclofen-Pumpe, die das Medikament in das Rückenmark abgibt, kann sie die Folgen der Krankheit mildern und ein erfülltes Leben führen. Jana selbst begegnet sich selbst mit Humor und gab im Rahmen des Films „Der Chip in mir“ sogar einen Stand-up-Auftritt, in dem sie ihre Erfahrungen als Cyborg-Mensch teilte.
„Der Chip in mir“ erzählt nicht nur, wie Implantate Leben retten, sondern lenkt die Aufmerksamkeit auch auf Ängste und Spekulationen der Menschen, die auf unprofessionellen Diskussionen „aus dem Fernsehen“ beruhen. Zu diesem Zweck führte die Regisseurin sogar eine kleine Meinungsumfrage unter zufälligen Passanten durch, wie sie zur „Chipisierung“ stehen. Und natürlich räumte sie mit Hilfe von Experten auf dem Gebiet der Neurophysiologie mit den meisten Mythen auf.
Dem Film „Der Chip in mir“ verleiht die aktive Beteiligung des Neurochirurgen Artur Biktimirow (Föderale Universität Fernost), der über die Feinheiten der Implantation von Implantaten berichtet, sowie führender Neurophysiologen der Russischen Föderation Nachdruck:
- Alexander Kaplan (Staatliche Universität Moskau);
- Michail Lebedew (Skoltech, Nationale Forschungsuniversität Höhere Wirtschaftsschule);
- Alexei Umrjuchin (Erste Moskauer Staatliche Medizinische Universität Setschenow).
Sie diskutieren den aktuellen Stand des Fachgebiets, kommentieren die Entwicklungen des Unternehmens Neuralink von Elon Musk und sprechen darüber, was in der Zukunft zu erwarten ist (nicht in einer mythischen Verschwörungstheorie, sondern in einer durchaus realistischen).
„Der Chip in mir“ folgt allen Regeln des Dokumentarfilms. Er greift ein wichtiges und fesselndes Thema auf und schenkt Emotionen (man kann nicht anders, als mit den Kindern mitzufühlen, die bereits in so jungen Jahren mit solchen Problemen konfrontiert sind). Aber das Wichtigste ist, dass das Projekt eine aufklärerische Funktion erfüllt. Es informiert über die tatsächlichen aktuellen Möglichkeiten der Medizin und befreit von Vorurteilen, die mit dem Thema Chip-Implantation verbunden sind. Viele halten solche Operationen immer noch für gefährlich und sinnlos, und wenn auch nur ein paar Dutzend oder Hundert Menschen nach dem Ansehen dieses Films ihre Meinung ändern, dann wäre das der wahre Erfolg von Julia Kisseleva.
Trailer:
Den Dokumentarfilm „Der Chip in mir“ könnt ihr jetzt im Online-Kino KION ansehen.
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