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Unmittelbar nach der Verfilmung von „Normal People“ von Sally Rooney machte sich Regisseur Leonard Abrahamson mit Unterstützung der Drehbuchautorin Alice Birch daran, den Debütroman der Schriftstellerin auf die kleinen Bildschirme zu bringen. Die Ser...

Es war eine Sensation. Die Serie „Normal People“, die 2020 auf Hulu erschien, erhielt hervorragende Kritiken (91 % auf RT, 82 von Metacritic), sicherte sich zwei Nominierungen für den Golden Globe (für irische Projekte eine Seltenheit) und startete die Hollywood-Karriere von Daisy Edgar-Jones. Die Geschichte über verliebte Teenager, basierend auf dem Buch von Sally Rooney, eroberte die Herzen der Zuschauer mit ihrer Offenheit, Intimität und der überwältigenden Chemie zwischen den Hauptfiguren. Regisseur Lenny Abrahamson, der die meisten Episoden inszenierte, beschloss, hier nicht stehen zu bleiben und verfilmte anschließend ein weiteres Werk von Rooney – „Conversations with Friends“ – darüber, wie schwierig es manchmal sein kann, einfach mit den Menschen zu sprechen, die einem nahestehen.

Launen der Liebe

Gedämpftes Licht. Auf der Bühne stehen zwei – die talentierte, aber schüchterne Frances (Alison Oliver), die es gewohnt ist, mit dem Strom zu schwimmen, und das Mädchen wie ein Wirbelsturm, Bobbi (Sasha Lane). Offensichtliche Gegensätze. Früher waren sie Liebhaberinnen, jetzt nur noch Freundinnen. Von der Bühne erklingt ein künstlerischer Vortrag, verfasst von Frances. Im Publikum, unter den wenigen aufmerksam Zuhörenden, befindet sich die bekannte lokale Schriftstellerin Melissa (Jemima Kirke). Nach der Aufführung lädt sie die Mädchen unvermittelt zu sich nach Hause ein.

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Melissa stellt die Studentinnen ihrem Ehemann vor, dem gutaussehenden Schauspieler Nick (Joe Alwyn). Ziemlich bald führt die einfache Unterhaltung über Kunst, Politik und Alltag dazu, dass innerhalb der Gruppe gegenseitige Sympathien entstehen, die über das Freundschaftliche hinausgehen.

Warum haben wir „Normal People“ geliebt? Wegen der Realitätsnähe des Geschehens, des Schauspiels der Darsteller, die keine Angst haben, verletzlich zu wirken, wegen der Darstellung vieler Facetten von Verliebtheit und Liebe, der fesselnden Einfachheit der Dialoge und der emotionalen Beteiligung ohne den für das Genre obligatorischen melodramatischen Überschwang.

„Conversations with Friends“ erzählt zwar nicht von der ersten Liebe, sondern von modernem Ehebruch, verwendet aber weitgehend dieselben Zutaten und Prinzipien. Sogar die kalte Farbpalette ähnelt der des Vorgängers. Ganz zu schweigen davon, dass die Schwerpunkte hier vollständig auf den Gefühlen liegen, und selbst finanzielle oder familiäre Probleme sowie eine seltene Krankheit bilden nur den bedingten Hintergrund der Helden, die sich in Emotionen und den Wechselfällen der Liebe verfangen haben. Und die Liebe ist für sie das Einzige, was zählt.

Sagen kann man nicht schweigen

Der Titel „Conversations with Friends“ spiegelt den Inhalt der Serie vollständig wider. Es wimmelt darin von Gesprächen: bei einer Tasse Cappuccino im Café oder bei stärkeren Getränken in einer Villa in Kroatien, in nächtlichen Chats in Messengern, die zu einem untrennbaren Bestandteil der modernen Kommunikation geworden sind. Diese Gespräche werden zwischen Freunden geführt, genauer gesagt, zwischen nahestehenden Menschen. Irgendwann werden ihre Status neu gemischt: Freunde werden zu Liebhabern, Liebhaber zu Freunden. Aber auf den Grad der Nähe hat das kaum Einfluss.

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Interessanterweise reden die Figuren von Sally Rooney und Lenny Abrahamson viel, aber selten sagen sie das, was nötig wäre, das, was sie wirklich denken. Darauf basiert ein Großteil der Konflikte der Geschichte. Die Helden schweigen, wenn sie etwas gestehen müssten, haben Angst, die Wahrheit zu sagen, bereuen es dann und sprechen, wenn es bereits zu spät ist. Dabei könnte man meinen, was wäre einfacher als ein ehrliches, offenes und rechtzeitiges Gespräch?!

Vergleiche mit „Normal People“ sind leider unvermeidlich, und diese Vergleiche werden nicht zugunsten der Neuheit ausfallen. Es gibt nicht dieselbe Magie zwischen den hiesigen Helden, die zwischen Paul Mescal und Daisy Edgar-Jones herrschte. Wo bei den verliebten Teenagern allein durch Blicke Funken flogen, haben die Figuren der frischen Adaption nicht einen Hauch dieser Emotionen. Jeder der vier Helden ist hier ein separates Fragment einer nicht allzu harmonischen Konstruktion. Ihre Interaktionen wirken nicht natürlich, sondern eher wie eine Laune der Drehbuchautoren.

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Und obwohl „Conversations with Friends“ fast genauso intim, schön und melodisch ist wie „Normal People“, wird es ohne diese Chemie oder Magie (nennen Sie es, wie Sie wollen) einfach nur eine von vielen Serien, nicht diejenige, die Ihr Innerstes aufwühlt und Sie eine Träne vergießen lässt.

Trailer: