Preview image

Schwer zu glauben, aber in diesem Jahr feiert „Lilo & Stitch“ seinen 20. Geburtstag, ein rührender Animationsfilm über ein einsames Mädchen und einen einsamen Außerirdischen, die sich in einer großen, großen Galaxie gefunden haben. Zu diesem Anlass haben wir alle interessanten und lustigen Fakten über den Film in einem Artikel zusammengestellt. Viel Spaß!

Zur Handlung

Nur wenige wissen, dass die ursprüngliche Handlung des von vielen geliebten „Lilo & Stitch“ völlig anders sein sollte. Ursprünglich war Stitch ein abgebrühter interstellare Gangster, der während eines Überfalls ein Mitglied seiner Bande, Jumba, zurückließ. Im Laufe des Films sollte Jumba versuchen, sich an seinem ehemaligen Anführer zu rächen, und im dritten Akt sollte der Höhepunkt sein, dass genau die Komplizen auf der Erde ankommen, um Stitch zu suchen.

Darüber hinaus war als Schauplatz für dieses ganze Treiben eine kleine, abgelegene Stadt in Texas geplant, und nicht die von den Zuschauern geliebte Insel Kauaʻi. Einer der Regisseure, Chris Sanders, entschied sich aus einem sehr sentimentalen Grund, den Schauplatz zu verlegen – noch nie zuvor hatte ein abendfüllender Zeichentrickfilm die Hawaii-Inseln gezeigt. Außerdem hatte er die Inseln selbst besucht und sich einfach in sie verliebt.

Post image

Und dann wurde die gesamte Idee umgearbeitet – die Macher fanden, dass es für die Zuschauer einfacher wäre, eine emotionale Bindung zu einem jüngeren Wesen aufzubauen als zu einem verstockten Gangster. So wurde Stitch zu dem gerade erst geschaffenen künstlichen Lebensmuster Experiment 626, und Jumba wurde zu seinem Schöpfer-Wissenschaftler.

Zur Entwicklung und Zeichnung

Äußerst interessant ist, dass „Lilo & Stitch“ der erste abendfüllende Animationsfilm von Disney seit „Dumbo“ von 1941 ist, der mit Aquarell gemalte Hintergründe verwendet. Dadurch erinnert das Bild mehr an helle Buchillustrationen und schafft eine wärmere und im positiven Sinne altmodische Atmosphäre, im Gegensatz zu den moderner aussehenden Filmen des Studios aus dieser Zeit. Übrigens ist ein Plüsch-Dumbo in Lilos Zimmer zu sehen.

Post image

Beim Anschauen von „Lilo & Stitch“ könnten Sie unbewusst ein Gefühl der Nostalgie für die alten Filme des Studios verspüren, denn das Design der meisten kurz auftauchenden Außerirdischen wurde hier von Figuren aus Disneys „Winnie Puuh“ inspiriert, darunter Ferkel, Tigger und Klein Ruh.

Außerdem gibt es im Film andere unkonventionelle Lösungen – zum Beispiel die Verwendung echter Aufnahmen aus einem Realfilm in der Szene, in der Stitch im Fernsehen einen Film über eine Stadt zerstörende Riesenspinne sieht. Oder Fotos von Elvis Presley, den Lilo so sehr bewunderte.

Über Hawaii

Die überwältigende Mehrheit der Straßenszenen spielt an real existierenden und recht erkennbaren hawaiianischen Orten – das fällt besonders in den Szenen auf, in denen Stitch Lilo auf einem Dreirad über die Insel Kauaʻi fährt, sowie während des Abspanns.

Post image

Um den traditionellen hawaiianischen Hula-Tanz glaubwürdig darzustellen, organisierte Disney für das Filmteam einen Besuch in einer der berühmtesten Hālau, Schulen für Hula-Unterricht. Die Szene zu Beginn von „Lilo & Stitch“ wurde auf der Grundlage von Tänzen modelliert, die die Macher während des Ausflugs beobachtet und gefilmt hatten. Lustigerweise kam man ohne das bei Animatoren beliebte Rotoskopieren (Nachzeichnen über Aufnahmen von echten Tänzern) aus.

Das Team hatte auch das Glück, dass unter den Schauspielern zwei gebürtige Hawaiianer waren, Tia Carrere (Nani, Lilos Schwester) und Jason Scott Lee (David, Nanis romantisches Interesse), die den Drehbuchautoren bei Dialogen und Akzenten halfen.

Post image

Über Stitch

Der bereits erwähnte Chris Sanders, einer der beiden Regisseure von „Lilo & Stitch“ (der zweite war sein Partner bei anderen Filmen Dean DeBlois), war auch am Drehbuch beteiligt, an der Figurenentwicklung und … sprach Stitch selbst. Er erzählte auch, dass er Stitch bereits 1985 erfand, als er Ideen für ein Kinderbuch skizzierte.

Der Prozess, Stitch auf der Leinwand zum Leben zu erwecken, war ziemlich schwierig. Die Sache ist die, dass die Figur überhaupt keine Pupillen hat, was es sehr schwierig macht, ihre Emotionen zu vermitteln. Um diese Besonderheit zu kompensieren, versuchten die Macher, sehr ausdrucksstarke Bewegungen und Gesten einzusetzen. Und die enorme Popularität der Figur ist ein weiterer Beweis dafür, dass alles geklappt hat!

Post image

Einfach interessante und lustige Fakten über „Lilo & Stitch“

Der Name „Lilo“ bedeutet auf Hawaiianisch „Verloren“. Geben Sie zu, das passt wunderbar zu den Themen des Films – denken Sie nur an die Szene, in der Stitch über ein verlorenes Entlein liest und darauf wartet, gefunden zu werden. Und der Titel eines der Lieder, „He Mele No Lilo“, kann frei als „Schlaflied für die Verlorenen“ übersetzt werden. „Nani“ bedeutet übrigens „Schön“.

Als Stitch vor den Trümmern des Raumschiffs erscheint nach dem Absturz auf der Erde, spricht er einen dramatischen Satz in einer unverständlichen außerirdischen Sprache. Unverständlich bis auf ein Wort: „Chewbacca“.

Post image

Einer der wiederkehrenden Gags des Films ist, dass der außerirdische „Erdexperte“ Pleakley ständig sein Wissen mit Hilfe des in den USA und Westeuropa beliebten Stereoskops „View-Master“ illustriert (zu Zeiten der UdSSR gab es ähnliche, aber aus der DDR). Diese Stereoskope erzeugen eine Illusion von Tiefe, indem jedes Auge ein leicht unterschiedliches Bild sieht. Nur ist Pleakley ein Vertreter einer einäugigen Rasse, daher kann er den 3D-Effekt natürlich nicht beurteilen. Besonders lustig ist der Moment, als Pleakley das Stereoskop an Jumba weitergibt, der vier Augen hat. Ein Witz auf „des Messers Schneide“, aber wer darauf achtet, wird ihn sicherlich zu schätzen wissen.