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François Ozon denkt in seinem Film „Alles ist gut gegangen“ über die Unvermeidlichkeit des Todes, die Wechselfälle der Liebe, die manchmal keine logische Erklärung hat, und die Widersprüchlichkeit der Sterbehilfe nach.

Am 20. Januar bringt A-One „Alles ist gut gegangen“ in die russischen Kinos, ein neuer und sehr persönlicher Film des französischen Meisters François Ozon. Dem Projekt liegt das Buch seiner Freundin und Kollegin Emmanuèle Bernheim zugrunde, die vor einigen Jahren verstarb, über die Sterbehilfe ihres Vaters, des berühmten Sammlers André Bernheim. Der Franzose hat versucht, diese Geschichte mit aller Delikatesse, Intimität und Respektbezeugung zu verfilmen.

Schluss damit

Der gewohnte Alltag zweier französischer Schwestern – der Schriftstellerin Emmanuèle (Sophie Marceau) und der Musikerin Pascale (Géraldine Pailhas) – wird aus der Routine gerissen, als ihr Vater (André Dussollier) einen Schlaganfall erleidet. Der teilweise gelähmte Mann benötigt viel Pflege und Aufmerksamkeit. Und die Töchter sind bereit, ihm diese zu geben, trotz früherer Meinungsverschiedenheiten mit dem Vater. Doch als dieser um Sterbehilfe bittet, müssen sie die schwierigste Entscheidung ihres Lebens treffen.

Alles ist gut gegangen 2022

François Ozon, der vor einigen Jahren den Schwerpunkt seiner Karriere von provokativen Filmen voller Exzentrik und schwarzem Humor auf alltäglichere und lebensnahe Filme verlagert hat, scheint mit seinem dritten Film in dieser neuen Rolle die Balance zwischen Äußerlichkeit und Inhalt gefunden zu haben, ohne die gesamte Aufmerksamkeit auf äußere Raffinessen zu lenken.

Er spricht leicht, geschickt und ohne Scheu über schwierige Themen und lässt den Schauspielern Raum, ihre eigenen Nuancen zu zeigen. Dies nutzen Sophie Marceau, vielleicht die einzige aus dem Pantheon der französischen Filmdivas, mit der Ozon noch nicht gearbeitet hat, und André Dussollier, der erstaunlich tief in den Charakter seiner Figur eingetaucht ist, sowie Charlotte Rampling, die nur in ein paar Szenen als Andrés Frau auftaucht, aber wie immer glanzvoll diese Episoden den Hauptdarstellern stiehlt.

„Der Vater“ – ein Spiel mit der Demenz
Warwara Uljanenok
„Der Vater“ – ein Spiel mit der Demenz
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Alles ist gut gegangen Sophie Marceau

Zurückhaltender Optimismus

Im Film „Alles ist gut gegangen“ wird Amerika nicht neu entdeckt – wir werden alle sterben. Dieser Prozess kann beängstigend, quälend, unvorhersehbar, ohne Schönheit und Glanz sein. Aber unsere Einstellung zum Tod formen wir selbst. Und André, ans Bett gefesselt und gezwungen, für seinen Status demütigende Badevorgänge zu ertragen, verliert selbst angesichts des Todes nicht die Liebe zum Leben. Mehr noch, er möchte schön aus dem Leben scheiden (unbedingt unter Brahms‘ Sonaten), vor allem, weil er das Leben liebt. Und er kann sich kein unvollständiges Dasein vorstellen – ohne Reisen, den Besuch des Konzerts seines Enkels und all das, was für ihn sinnstiftend ist.

Alles ist gut gegangen Ozon

Dieser zurückhaltende Optimismus zieht sich durch den gesamten Film „Alles ist gut gegangen“. Besonders deutlich wird er in den seltenen, aber punktgenauen Witzen von André und der sich allmählich verändernden Einstellung zum Tod der von Sophie Marceau gespielten Heldin, die als eine Art Produzentin des Suizids fungiert. Eine solche Herangehensweise an die Geschichte, eine solche Stimmung helfen, das recht schwere (insbesondere für diejenigen, die mit einer ähnlichen Situation konfrontiert waren) Material leichter zu verarbeiten.

Was die Sterbehilfe selbst als zentrales Thema betrifft, zieht Ozon keine moralisierenden Schlüsse. Es gibt hier keine offene Verurteilung oder Verherrlichung dieses Phänomens, das in Frankreich ja verboten ist. Für ihn ist die Sterbehilfe in dieser Geschichte eher ein Katalysator für die Manifestation von Liebe. Einschließlich der unlogischen Liebe einer Tochter zu ihrem Vater, den sie einst töten wollte, da sie ihn für einen unerträglichen Tyrannen hielt.

Sollte man „Alles ist gut gegangen“ sehen?

„Alles ist gut gegangen“ ist nicht einer jener Filme, die man einfach zum Anschauen empfiehlt, aber er kann entscheidend dafür sein, die eigene Einstellung zu Fragen des Todes und insbesondere des Lebens zu formen. Es ist ein absolut schauspielerischer Film, der auf dem abgestimmten Zusammenspiel der Figuren aufbaut, die nicht einmal laute Worte oder kunstvolle Dialoge brauchen, um Gefühle und Erfahrungen auszudrücken. Es ist ein Film, den man sehen und durchleben muss, um sich selbst besser kennenzulernen und sich auf das Unvermeidliche vorzubereiten.

Ab 20. Januar im Kino.

Trailer: