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In diesem Jahr hat Kristen Stewart große Chancen, einen Oscar für ihre Rolle als britische Lieblingsprinzessin Diana im Film „Spencer“ zu gewinnen. Aber ist der Film selbst wirklich so interessant?

Synopsis

Der Film erzählt von drei Tagen, die Prinzessin Diana am Weihnachtsabend auf dem königlichen Anwesen Sandringham verbringt. Der psychische Zustand der königlichen Hoheit lässt ohnehin zu wünschen übrig und wird noch durch die Anwesenheit von Menschen verschlimmert, die jeden ihrer Schritte, jedes Wort und jedes Outfit beobachten.

Der einzige Lichtblick für die verwirrte Diana Spencer sind ihre Kinder William und Harry sowie ihre enge Freundin und Kammerzofe Maggie (Sally Hawkins), während ihr Elternhaus, das nur einen Hügel entfernt liegt, gleichzeitig so nah und doch so fern ist …

„Spencer“ ist eigentlich ein Film über Meghan Markle

Nein, nicht im wörtlichen Sinne. Aber sehen wir der Wahrheit ins Auge – nach dem Interview, das Prinz Harry und Meghan Oprah Winfrey gaben, und ihrem anschließenden Verzicht auf königliche Titel, hat sich jeder, der nicht völlig gleichgültig ist, über die königliche Familie lustig gemacht. Und in diesem negativen Umfeld erscheint „Spencer“, der im Grunde dasselbe tut – er zeigt, wie eine solche Umgebung eine unvorbereitete, zerbrechliche Frau verschlingen kann.

Spencer 2021

Das Problem dabei ist, dass Prinzessin Diana tatsächlich psychische Probleme hatte, bevor sie sich zur Scheidung von Prinz Charles entschloss. Und das wirkt ein wenig ausbeuterisch – die ausgeschmückten, aber realen Leiden eines Menschen zu nutzen, um eine moderne Erzählung voranzutreiben. Und manche werden sagen: „Wer hat gesagt, dass das nicht erlaubt ist, wenn die Aufarbeitung vergangener Probleme hilft, gegenwärtige zu lösen?“ Und ich würde dem zustimmen, gäbe es da nicht ein paar „Aber“.

Der Film ist offen gesagt langweilig

Es gibt eine sehr interessante Grenze zwischen dem, was man mit dem modischen Wort „Slowburner“ bezeichnet, und einfach langweiligen Filmen. Vergleichen wir „Spencer“ mit einem anderen Film dieses Jahres, der zu Unrecht gelegentlich der Langatmigkeit und Langeweile beschuldigt wird: „“.

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Ja, die Erzählung ist sowohl dort als auch hier langsam und gemächlich, die Figuren reden hauptsächlich und existieren einfach in den angenommenen Umständen. Aber „Kalkül“ fügt geschickt kontrastierende Rückblenden ein, um das Interesse des Zuschauers zu wecken, fügt amüsante Witze und groteske Nebenfiguren hinzu. Außerdem wird dem Publikum ständig die Karotte einer Auflösung aller Handlungsstränge vor die Nase gehalten, die der Film in voller Pracht liefert. Und die anfängliche Langsamkeit zahlt sich aus, indem sie die seltenen schnellen Momente wirklich scharf macht.

Spencer 2021

Was sehen wir im Film „Spencer“? Statik, Statik und nur Statik. Der Film drückt immer wieder auf denselben Punkt, ohne sich auch nur eine Sekunde lang zu erlauben zu vergessen, dass wir Dianas Leiden betrachten. Leiden, die so detailliert, langwierig und aufdringlich gezeigt werden, dass es anfängt, offen zu befremden und am Ende Assoziationen mit Ausbeutung weckt. Nur mit den Kindern und der Freundin geht es ihr gut, aber im Allgemeinen geht es ihr sehr schlecht, und man sollte sie doch endlich in Ruhe lassen. Und das war's. Das wurde uns in den ersten Minuten gesagt, hundertmal im Laufe des Films wiederholt und am Ende betont.

Das ist das einzige Thema des Films, aufgrund dessen Materialarmut sich die Figuren nicht entwickeln oder verändern und die Motivationen exakt dieselben bleiben wie zu Beginn. Ja, man könnte sagen, dass die Intensität von Dianas Gefühlen leicht zunimmt, aber das reicht nicht, um den Film interessant zu machen. Es gibt genau eine Szene mit einer interessanten Metapher, die schön gemacht und gefilmt ist, aber auch diese eine Szene reicht nicht aus.

Musik und Atmosphäre

Am besten beschreibt der Soundtrack das Geschehen auf der Leinwand. Im Hintergrund spielt ständig dieselbe Melodie, die sich immer und immer wiederholt – mal von Klavier, mal von Geige gespielt. Erst am Ende bekommen wir ein Lied, das den Schlusspunkt dieser Geschichte symbolisiert, aber es wirkt wie fremd und im letzten Moment angeklebt. Vielleicht kann man darin eine Analogie zu Diana sehen, die ebenfalls nicht in ihre Umgebung passt.

Spencer 2021

Und dennoch kommt der Soundtrack dem Film zugute – „Spencer“ kann man als erfolgreich bezeichnen, was die Schaffung einer Atmosphäre von Klaustrophobie, Angst und leichter Übelkeit angeht. Dieser Film versetzt in einen Zustand, in dem Dianas Handlungen, wenn nicht logisch, so doch verständlich werden. Wo das Drehbuch schwächelt, übernehmen Kameraleute und Cutter. Aber im Gegensatz zum atemberaubend schönen „“ reicht die Atmosphäre von „Spencer“ nicht aus, um seine eigenen Nachteile zu überdecken.

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Fazit

Die ganze Zeit über haben wir nichts über die Schauspieler selbst gesagt – weder über Kristen Stewart, die den Akzent von Lady Di hervorragend getroffen hat, noch über den majestätischen Timothy Spall (die einzige interessante Figur des Films), noch über die solide spielenden Sally Hawkins und Jack Farthing (Prinz Charles). Aber was soll man über sie sagen, wenn sie kaum etwas zu tun hatten?

Kurzum, wenn Sie mehr auf Stimmung als auf Erzählung stehen, könnte Ihnen „Spencer“ gefallen. Aber eine befriedigende Handlung werden Sie nicht bekommen.