
Der allseits beliebte Fernseh-Serienmörder kehrt zurück! Wir erinnern uns und diskutieren, was wir in der ersten Folge der Serie »Dexter: New Blood« gesehen haben.
Auf dem Sender Showtime startete die Serie „Dexter: New Blood“ (Dexter: New Blood), also ist Dexter Morgan wieder im Einsatz! Eine der Kultfiguren des letzten Jahrzehnts kehrt auf die Bildschirme zurück, um das Blut abgrundtiefer Schurken zu vergießen. Wie ist die Rückkehr gelungen? Das verraten wir im Recap der Debütfolge der 9. Staffel.
Achtung: Im Folgenden Spoiler zur 1. Folge der Serie „Dexter: New Blood“
Ein neues Leben
Am Ende der 8. Staffel täuschte Dexter (Michael C. Hall) seinen eigenen Tod vor, indem er mitten in den Sturm mit dem Körper seiner Schwester Debra (Jennifer Carpenter) fuhr. Danach wurde uns eine Folge gezeigt, in der der Serienmörder, der nach seinem Kodex die Welt von anderen Wahnsinnigen und Mördern befreit, ein neues Leben begann.
Dieses neue Leben wird uns zu Beginn der 9. Staffel präsentiert. Jetzt lebt Dexter unter dem Namen Jim Lindsay (wieder eine Anspielung auf die Autorin der ursprünglichen Buchreihe) in einer Kleinstadt im Bundesstaat New York. Er arbeitet als Verkäufer in einem Jagdbedarf-Geschäft und ist mit der örtlichen Polizeichefin Angela (Julia Jones) zusammen.
In den 10 Jahren, die seit den tragischen Ereignissen an der Südostküste vergangen sind, hat Dexter kein einziges Mal getötet. Und die Stelle seines Dunklen Begleiters (der innere Stimme in Gestalt seines Vaters Harry) hat die verstorbene Debra eingenommen. Sie hilft ihm, sich von seiner wahren Natur abzuhalten.
Blutgeruch und Geister der Vergangenheit
Und bei Morgan läuft alles gut: in der Stadt wird er geliebt, er unterhält sich nett mit den örtlichen Jugendlichen und dem Chef, verbringt Zeit mit seiner neuen Geliebten und ihrer Tochter. Aber diese Idylle findet ein Ende, als der reiche und verwöhnte Matt die Schwelle seines Ladens überschreitet.
Der Junge möchte eine Schusswaffe erwerben, aber die von der Regierung festgelegte Wartezeit, die für die Überprüfung der Identität erforderlich ist, erlaubt keinen sofortigen Kauf.
Nach Abschluss dieser Überprüfung wird Morgan beauftragt, Matt die Waffe zu liefern, was er sichtlich widerwillig tut. Von einem Freund des arroganten Jungen erfährt Dexter, dass dieser einen „tragischen“ Unfall verschuldet hat, bei dem 5 Menschen ums Leben kamen. Und dass er vor Gericht Matt gedeckt hat, der absichtlich ein Boot gerammt hat, was zur Tragödie führte.
Trotz des Verlangens, Matt mit dem Gewehrkolben niederzustrecken, hält Dexter sich zurück und kehrt nach Hause zurück. Und dort erwartet ihn niemand Geringeres als Harrison, der Sohn des Protagonisten. Der neu gebackene Jim möchte das inzwischen erwachsene Kind anerkennen und umarmen, aber Debra erinnert ihn daran, dass alle nahestehenden Menschen in seiner Nähe sterben (Ehefrau Rita, Partner Doakes, Chefin LaGuerta, Deb selbst). Deshalb sagt Dexter zu Harrison, dass er sich irrt und er nicht sein Vater sei.
Am nächsten Tag begeht Matt einen Fehler, der ihn das Leben kostet – er schießt auf einen schneeweißen Hirsch, den Dexter in seiner Freizeit so bewundert. Dabei verfehlt der Schuss Morgan nur knapp. Und dieses Mal gönnt sich der Protagonist das Vergnügen, den selbstgefälligen Jungen mit dem Gewehrkolben niederzustrecken.
Und dann – eine allen Fans der Show vertraute Szene: ein Tisch, ein daran gefesselter Mörder und Dexter, der jetzt nicht einmal mehr Blutproben braucht, auch wenn er aus alter Gewohnheit einen Tropfen zwischen zwei Glasscheiben legt. Keine Versuche Matts, sich zu retten, funktionieren: weder Klagen über eine schwere Kindheit noch Drohungen mit Vergeltung. Das Messer im Herzen und die anschließende Benutzung einer Säbelsäge erinnern Jim an sein früheres Leben.
Vater und Sohn
Die erste Folge endet damit, dass Dexter zur Bushaltestelle geht, um Harrison zu finden und ihm seine Vaterschaft zu gestehen. Gleichzeitig verspricht die innere Stimme des Protagonisten, sich um den Jugendlichen zu kümmern, genauso wie sein eigener Vater Harry es für ihn getan hat – seine dunkle Seite nicht die Oberhand gewinnen zu lassen.
In der neuen Staffel hat die Serie von Showtime (bei uns gezeigt von Amediateka) mit den nostalgischen Gefühlen der Fans gespielt. Hier bekamen wir die charakteristische Melodie im Abspann, zeigten die klassische Hinrichtungsszene des Mörders und ließen Michael C. Hall von allen Seiten aufblühen. Aber es hat den Anschein, dass vieles, wofür das Originalprojekt geliebt wurde, spurlos verschwunden ist. Es gibt keinen schwarzen Humor (um ehrlich zu sein – noch gar keinen Humor), es gibt keine charmanten Nebenfiguren (außer der Figur von Jennifer Carpenter, sie ist so großartig wie zuvor), es gibt keinen Kontrast zwischen dem satten und lebensfrohen Bild und der düsteren Essenz von Dexter.
Es ist, als hätten die Macher beschlossen, das Territorium realistischer Thriller mit hoher Dramatik zu betreten, was die Originalshow nie war. Vielleicht ist dies ein Schritt nach vorne und eine Evolution in der Entwicklung eines ungewöhnlichen Helden, oder vielleicht führt eine solche Entscheidung zu einem weiteren zahmen Finale. Letzteres würde ich sehr bedauern. Nun, mal sehen, womit sie uns weiter überraschen werden.
Trailer zur 2. Folge:
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