
In Moskau und St. Petersburg findet das Filmfestival „China, 20. Jahrhundert. Die Geschichte durch die Augen des chinesischen Kinos“ unter der Schirmherrschaft des Projekts „Neues chinesisches Kino“ statt. Die Organisatoren präsentieren ein neues Pro...
In St. Petersburg findet das Festival vom 24. bis 29. September im Kino „Awrora“ statt. Eröffnungsfilm wird der effektvolle Spionagethriller „Über der Klippe“ (2021) des renommierten chinesischen Regisseurs Zhang Yimou. Zhang Yimou ist zweifacher Gewinner der Internationalen Filmfestspiele von Venedig, zweifacher Träger des BAFTA-Preises, Träger des Grand Prix der Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Seit Beginn des neuen Jahrtausends arbeitet Zhang Yimou aktiv im Genrekino und erzielt mit seinen Filmen im Wuxia-Genre internationale Erfolge. Zu den bekanntesten Filmen des Regisseurs gehören: „Leben“ (1994), „Hero“ (2002), „House of Flying Daggers“ (2004), „Shadow“ (2018), „Die Blumen des Krieges“ (2011). Sein neuer Film „Über der Klippe“ wurde ein Kassenschlager an den chinesischen Kinokassen und spielte rund 180 Millionen Dollar ein.
Insgesamt werden im Kino „Awrora“ sechs herausragende Filme von führenden Meistern des modernen chinesischen Kinos zu sehen sein: Zhang Yimou, Feng Xiaogang, Andrew Lau, Alan Mak und Felix Chong. Die meisten Filme werden zum ersten Mal in Russland gezeigt.
In Moskau beginnen die Vorführungen am 2. Oktober im Ingenieurgebäude der Tretjakow-Galerie und dauern bis zum 8. Oktober. Im Programm werden 5 Werke führender chinesischer Meister gezeigt.
Zu den Filmen, die in Moskau und St. Petersburg zu sehen sein werden, gehört das epische Schlachtengemälde „Die Gründung der Armee“, inszeniert von dem Hongkonger Regisseur Andrew Lau (Trilogie „Infernal Affairs“). Der Film zeigt die Ereignisse des Jahres 1927, deren Helden reale historische Figuren waren: Chiang Kai-shek, Mao Zedong, Zhou Enlai, Deng Xiaoping. „Der stille Krieg“ der Regisseure Alan Mak und Felix Chong erzählt von der Geheimagentin des chinesischen Geheimdienstes Zhang Xuening, die 1949 in Shanghai den blinden Klavierstimmer He Bin anwirbt, der ein perfektes Gehör besitzt. So beginnt ein „stiller“, aber nicht minder tödlicher Krieg der Geheimdienste, der den historischen Konflikt zwischen Kommunisten und Nationalisten in China nach dem Zweiten Weltkrieg widerspiegelt. Ein weiterer Film im Programm von Regisseur Zhang Yimou, „Die Rückkehr nach Hause“, erzählt von der düsteren Periode der Kulturrevolution am Beispiel einer Familiengeschichte. Die Zuschauer werden auch den Film „Jugend“ sehen, der von der chinesischen Regisseursgilde zum besten Film des Jahres 2017 gekürt wurde. Der Film wurde von dem berühmten Regisseur und Schauspieler Feng Xiaogang („A World Without Thieves“, „I Am Not Madame Bovary“) gedreht; die Handlung beginnt in der Zeit der Kulturrevolution und dauert bis zum Ende des Jahrzehnts an und umfasst eine Reihe historischer Ereignisse, darunter den chinesisch-vietnamesischen Krieg von 1979.
Abschlussfilm des Festivals wird Feng Xiaogangs „Erdbeben“ sein, dessen Handlung im Jahr 1976 während des Tangshan-Erdbebens beginnt, einer der größten Naturkatastrophen des 20. Jahrhunderts. Der Film wurde 2010 von China für den Oscar eingereicht.
Die Hauptaufgabe des thematischen Filmprogramms „China, 20. Jahrhundert. Die Geschichte durch die Augen des chinesischen Kinos“ sowie des jährlichen Festivals „New Chinese Cinema“ ist es, dem russischen Publikum das Phänomen des aktuellen chinesischen Kinos zu eröffnen und zu zeigen, wie professionell, vielfältig, interessant und vor allem verständlich es sein kann. Wir sehen es auch als unsere Mission, in Russland eine Mode für chinesisches Kino und dessen Betrachtung auf der großen Leinwand zu schaffen. Die ausgewählten Filme sind in erster Linie „modern“ und erst dann „chinesisch“, daher lohnt es sich kaum, speziell nach nationaler Eigenart zu suchen.
Nach Angaben der Organisatoren wurde viel Arbeit geleistet, um die für das russische Publikum interessantesten chinesischen Filme auszuwählen. Die kreative Handschrift der Autoren der Filme beeindruckt durch ihre Vielfalt, ebenso wie der Reichtum des gesamten künstlerischen Erbes Chinas von der Antike bis heute. Und die genre- und stilistische Vielfalt des Programms entspricht der Vielfalt der Ereignisse – tragisch, dramatisch, komisch –, die die Geschichte Chinas im vergangenen Jahrhundert bestimmten. Den Filmemachern ist es gelungen, ihre Epoche hell und ausdrucksstark einzufangen, mit der ihnen eigenen Aussagekraft, ohne Angst vor einer direkten Auseinandersetzung mit den schwierigsten Themen.
Die Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert ist voller Dramatik und unerwarteter Wendungen. Es genügt zu sagen, dass sich in diesem Jahrhundert dort drei Staaten mit unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Systemen abgelöst haben. Natürlich zieht eine so ereignisreiche Epoche die ständige Aufmerksamkeit chinesischer Filmemacher auf sich. Sie nutzen ihre Geschichte, um sowohl spannende Genre-Werke zu schaffen – Thriller, Western (Ostern), Action – als auch epische Gemälde, die historische Ereignisse und die Schicksale realer politischer Persönlichkeiten reproduzieren. Diese Filme sind an den chinesischen Kinokassen stets erfolgreich und erfreuen sich auch auf internationalen Filmfestivals großer Beliebtheit.
Die Geschichte Chinas umfasst fünftausend Jahre ununterbrochener künstlerischer, philosophischer und politischer Entwicklung. In der heutigen Zeit, in der China einen neuen rasanten Aufschwung erlebt und nach fast zweihundertjähriger Pause wieder zu den Weltführern aufschließt, gewinnt die Reflexion des historischen Weges besondere Aktualität.
Das neue Festivalprogramm erreicht das Moskauer Publikum im Oktober: Die Filme aus dem Programm „China, 20. Jahrhundert. Die Geschichte durch die Augen des chinesischen Kinos“ können vom 2. bis 8. Oktober im Ingenieurgebäude der Tretjakow-Galerie gesehen werden.
Website des Festivals und Tickets: chinafilmfest.ru/2021/
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