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Schon wieder Netflix, schon wieder Superheldik, aber bietet „Wie ich ein Superheld wurde“ etwas Neues?

Netflix erobert weiter das Terrain der Superhelden-Geschichten, diesmal mit dem französischen Film „Wie ich ein Superheld wurde“ (Comment je suis devenu super-héros). Hat die neueste Geschichte über tapfere Jungs in Strumpfhosen überrascht oder hat sie für den Streaming-Giganten erneut den Boden des Genres durchbrochen? Weder noch, es ist eher eine solide Arbeit, die man kritisieren kann, aber die Zeit, die man mit dem Anschauen verbringt, wird man nicht bereuen. Mehr dazu in unserem heutigen Review.

Polizeithriller mit einem Hauch von Superheldik

Der Polizist Moreau (Pio Marmai) ist es gewohnt, allein zu arbeiten, selbst wenn es um Verbrechen mit Superkräften geht. Ja, in der Gesellschaft, in der Moreau lebt, sind Superkräfte längst Alltag. Doch dem Einzelgänger wird plötzlich eine Partnerin namens Cécile (Vimala Pons) zugeteilt, mit der er einen Brandanschlag auf einen Nachtclub untersuchen muss.

Wie ich ein Superheld wurde Netflix

Sehr schnell wird klar, dass in der Stadt eine Droge aufgetaucht ist, die den Menschen vorübergehende Superkräfte verleiht. Zum Beispiel die Fähigkeit, Feuer aus den Händen zu schießen. Gleichzeitig wird auch offensichtlich, dass der einfache Brandanschlag nur die Spitze des Eisbergs ist, mit dem Moreau und Cécile konfrontiert werden.

Auf den ersten Blick (nach dem Lesen der Synopsis oder dem Anschauen des Trailers) könnte man meinen, dass „Wie ich ein Superheld wurde“ eine freie Nacherzählung des letztjährigen Actionfilms ist:

„Project Power“ – zahnlose Science-Fiction statt stylischer und origineller Sommer-Blockbuster
Roman Kovalev
„Project Power“ – zahnlose Science-Fiction statt stylischer und origineller Sommer-Blockbuster

„Project Power“ hätte der neue Hit von Netflix werden können, wenn es ein guter Film gewesen wäre.

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  • derselbe Einstieg mit der Superdroge (nur dass die erlangten Kräfte dort zufällig und unberechenbar waren);
  • dieselbe Neigung zu lokalen Konflikten (niemand versucht hier, die Welt zu erobern);
  • dieselben Versuche, einen bodenständigen Science-Fiction-Thriller zu machen.

Wie ich ein Superheld wurde Review

Doch im Gegensatz zu seinem unbeholfenen, wenn auch prominenter besetzten Verwandten, ist „Wie ich ein Superheld wurde“ tatsächlich ein spannender und einigermaßen realistischer Thriller geworden. Auch wenn man ihn selbst in formaler Hinsicht nicht als allzu originell bezeichnen kann.

Den Löwenanteil der Leinwandzeit verbringt der Film als klassischer Polizeithriller über zwei ungleiche Partner, die sich allmählich nahekommen, ermitteln, Beweise suchen, Verhöre durchführen und all das. Daher ist es keine Blasphemie zu sagen, dass die Hülle des Films altmodisch ist, wenn auch leicht mit Wow-Effekten aufgelockert (die Grafik ist für europäisches Kino durchaus ordentlich).

Sitzungen der Superhelden-Therapie und andere Fundstücke des Films

„Wie ich ein Superheld wurde“ basiert auf dem gleichnamigen Comic, daher hat der Film eine nicht allzu banale Handlung (wie die Zeit zeigt, sind originelle Drehbücher in Comicverfilmungen oft schlechter als Adaptionen). Und es gibt einige interessante Einfälle. Zum Beispiel zeigt der Film, dass Superkräfte die Psyche traumatisieren können. Und es tauchen sogar Fachleute auf, die dagegen vorgehen. Vielleicht sagen Sie, dass so etwas Ähnliches bereits in der Serie „The Boys“ vorkam, und Sie haben völlig recht. Aber es ist immer noch ein frischer Ansatz, der sowohl dramatischen als auch komödiantischen Spielraum bietet.

In diese Reihe unerwarteter Einfälle kann man auch die Anwesenheit eines Superhelden mit Parkinson-Krankheit in der Handlung einordnen. Haben Sie so etwas schon einmal gesehen?

Wie ich ein Superheld wurde 2021

Und auch die Art und Weise, wie die Superdroge im Film hergestellt wird, ist recht unkonventionell. Anstatt eine spezielle Substanz zu synthetisieren, wie im bereits erwähnten „Project Power“, wird sie in „Wie ich ein Superheld wurde“ aus ... Nun, das wäre schon ein Spoiler.

Wenn alles so toll ist, was ist dann los?

Der Film hat wirklich viel Gutes. Man könnte noch die gut spielenden Schauspieler, gelungene Witze, die den allgemeinen Pathos der Erzählung durchbrechen, und das Fehlen von allem Amerikanischen, das in Superheldenfilmen üblich ist, hinzufügen. Aber leider gibt es auch offensichtliche Lücken und Probleme.

Den Hauptkritikpunkt an „Wie ich ein Superheld wurde“ kann man mit einer einfachen Frage ausdrücken: „Warum sind die Hauptfiguren so klischeehaft?!“ Wenn man sagt, dass im Zentrum der Geschichte ein abgebrühter Einzelgänger-Polizist mit einer traumatischen Vergangenheit steht, wie viele Filme können Sie nennen? Wahrscheinlich mehr als zehn. Dieselbe Eigenschaft – Klischeehaftigkeit – kann man auch auf Moreaus Partnerin anwenden. Sie ist klug, eine typische Musterschülerin, eine Frau in Not, die einen Weg findet, zum verhärteten Cop durchzudringen. Langweilig.

Ein weiterer Minuspunkt ist die schlecht ausgearbeitete Welt. Im Großen und Ganzen wissen wir nicht, wie Menschen zu Superkräften kommen (wenn es nicht um Drogen geht). Man erzählt uns nicht, welche Superkräfte es gibt, abgesehen von den 3-4, die im Drehbuch genannt werden. Unbekannt ist, wie die einfachen Sterblichen zu Superhelden stehen. Und wo sind überhaupt die Superschurken? Den Antagonisten kann man kaum als solchen bezeichnen, auch wenn er sich als ziemlich rachsüchtiger Kerl entpuppt. Man wünscht sich sehr, dass die Autoren solchen Details mehr Respekt und Aufmerksamkeit schenken.

Trailer: