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Wir erzählen, wie „Devjatajew“ geworden ist, der Film über den berühmten sowjetischen Jagdflieger.

Am 29. April kommt der neue Film Timur Bekmambetows „Devjatajew“ in die Kinos, gedreht im Tandem mit dem debütierenden Kameramann Sergei Trofimow und basierend auf der Biografie des sowjetischen Piloten Michail Devjatajew. Die Filmemacher haben sich einer schwierigen Aufgabe gestellt – über eine unglaubliche Heldentat zu berichten, die lange Zeit von der sowjetischen Regierung nicht anerkannt wurde, dies aber in einer möglichst dynamischen Form für ein Massenpublikum, das längst an spektakuläre Blockbuster gewöhnt ist. Ob das gelungen ist oder nicht, lassen Sie uns herausfinden.

Die Flucht

Im Sommer 1944 gerät der sowjetische Jagdflieger Michail Devjatajew (Pawel Prilutschny) in deutsche Gefangenschaft. Dort wird ihm, als erfahrenem Soldaten, der sich mit komplexer Technik auskennt, angeboten, auf die Seite Deutschlands zu wechseln oder den Rest seiner Tage im Konzentrationslager zu verbringen. Aber er wählt eine dritte Option – ein Flugzeug zu entführen und nach Hause zurückzukehren, eine unglaubliche Flucht von einem geheimen Fliegerhorst zu unternehmen.

Devjatajew 2021

Basierend auf dieser Beschreibung und dem Trailer des Films könnte man meinen, es sei „T-34“, nur dass Panzer durch Flugzeuge ersetzt wurden. Aber diese Vergleiche sind kaum angebracht, da „Devjatajew“ mehr über Menschen handelt als über Technik und die damit verbundene Action, und die Flucht selbst nimmt nur einen kleinen Teil der Leinwandzeit ein. Auch die Filmemacher haben es sich nicht nehmen lassen, einen Seitenhieb auf den Kassenschlager mit Alexander Petrow zu werfen.

Eine andere Frage ist, dass „Devjatajew“ als Vertreter des Genres der Fluchtfilme dem Publikum absolut nichts Neues bietet. Der Held stößt auf ein Problem, findet eine Lösung, sucht Gleichgesinnte (es ist schließlich kein Superheldenfilm, wo man alles alleine machen kann), der „geniale“ Plan funktioniert nicht sofort und so weiter. Alles sehr schematisch, alles sehr vorhersehbar. Zudem erzählen die Autoren die Handlung als eine Art Rückblende, sodass man sofort weiß, dass Devjatajew am Ende nach Hause zurückkehren wird, selbst wenn man die wahre Geschichte des sowjetischen Helden nicht kennt.

Einer unter Fremden

Zur Ehre von Timur Bekmambetow und seinem Team muss man sagen, dass sie versucht haben, das Drehbuch mit zusätzlichen Handlungssträngen anzureichern. Der wichtigste ist natürlich die Konfrontation zwischen Devjatajew und Larin (Pawel Tschinarjow), ehemaligen Freunden, die sich auf verschiedenen Seiten der Barrikaden wiederfinden. Gerade dieser persönliche Konflikt macht den Film viel individueller und interessanter.

Devjatajew Film

Aber auch hier gibt es Unebenheiten, die leicht hätten behoben werden können. Devjatajew und Larin werden uns als beste Freunde gezeigt, aber... nur in Worten. Der Zuschauer soll einfach glauben, dass die Jungs sich seit langem kennen und ihre Familien eng miteinander verbunden sind. Ein paar gemeinsame Szenen und herzliche Gespräche hätten die Figuren lebendiger und ihren Konflikt emotionaler gemacht. Aber nein, stattdessen haben wir einen Antagonisten mit nicht überzeugender Motivation und einen Protagonisten, dem man gezwungenermaßen mitfühlt, weil sein Verhalten aus moralischer Sicht gerechtfertigter erscheint. Keine emotionalen Widersprüche, keine zwischenmenschliche Spannung sind hier leider zu finden. Obwohl die Schauspieler in ihren Rollen recht überzeugend und authentisch sind.

Technische Aspekte

„Devjatajew“ ist sehr gut als flotter Blockbuster über die Luftfahrt. Es gibt großartige Luftaufnahmen und Szenen, die in Dynamik und Spannung den menschlichen Leidenschaften leicht überlegen sind. Sobald der Film abhebt, wird er fast wunderschön.

Devjatajew Timur Bekmambetow

Und so gut der Film aus kameratechnischer Sicht ist, so schlecht ist er in Bezug auf die Arbeit des Komponisten und der Soundproduzenten. Unangebrachter Pathos in den Orchesterstücken, der die Emotionalität einzelner Szenen verdirbt, keine einzige halbwegs einprägsame Melodie, undeutlich aufgenommene Dialoge, von denen man die Hälfte der Wörter selbst mit Hörgerät nicht versteht, bescheidener Tonschnitt – das ist nur ein kleiner Teil der technischen Probleme, die beim Anschauen wirklich nerven.

Lohnt es sich, den Film „Devjatajew“ anzusehen?

Bekmambetows Werk ist naiv und vorhersehbar ausgefallen, aber spektakulär und dynamisch gefilmt. Die Schauspieler machen ihre Sache gut, auch wenn das Material, das sie haben, nicht allzu überzeugend ist. Aber das Wichtigste ist, dass die Botschaft der Filmemacher sehr richtig ist. Denn Helden wie Michail Devjatajew muss man kennen, und die Rehabilitation ihrer Taten ist eine lohnende Sache.

Trailer: