
Am 22. April kommt „Wrath of Man“ in die Kinos, der neue Film des von vielen geliebten Guy Ritchie. Der britische Rowdy hat beschlossen, uns noch einmal zu erfreuen. Hat es geklappt, oder hat Disney ihm doch die Seele ausgesaugt und nur einen guten Handwerker zurückgelassen?
Kurz zur Handlung
Ich möchte nicht zu sehr ins Detail der Handlung gehen, denn wir empfehlen dringend, vor dem Anschauen so wenig wie möglich über den Film zu wissen.
Vor uns steht H, ein mysteriöser, brutaler Charakter, der sich aus unerklärlichen Gründen entscheidet, bei einem Unternehmen für Geldtransportdienste anzufangen. Je mehr Zeit vergeht, desto öfter fragen sich die Leute um ihn herum: Ist H der, für den er sich ausgibt, und welche Motive treiben ihn wirklich an?
Zuerst zu den unbestreitbaren Pluspunkten
Guy Ritchie ist immer noch ein großartiger Regisseur. Ich würde sagen, einer der besten, wenn es um die Inszenierung von Action geht. Während „Wrath of Man“ gab es mindestens zwei Szenen, bei denen man vergisst, dass man im Kino sitzt. Sie sind so richtig, mit Geschmack inszeniert, dass man den Blick nicht abwenden kann.
Ritchie weiß, wo die Kamera besser statisch sein sollte, wo dynamisch, wo man besser gar nichts zeigt, sondern nur andeutet und später detaillierter enthüllt. Das erste Drittel von „Wrath“ ist großartig und lässt sich in einem Atemzug anschauen, dabei glänzt es auch noch mit einem hervorragenden Sinn für Humor.
Besonders hervorheben möchte ich die hervorragende Arbeit des Komponisten, der es versteht, mit minimalen Mitteln den richtigen Ton für das Geschehen auf der Leinwand zu setzen. Christopher Benstead, meinen Respekt.
Die Besetzung von „Wrath“
Wo dieser Film glänzt, ist die Anzahl der Profis pro Quadratmeter. Obwohl das gesamte Schauspielensemble auf höchstem Niveau war, darf man die hervorragende Arbeit von Josh Hartnett und Holt McCallany nicht übersehen. Die Jungs verstehen ihr Handwerk und können ein ganzes Spektrum an Emotionen hervorrufen, dafür gebührt ihnen Ehre und Lob.
Der Cameo-Auftritt von Post Malone hat mich zum Schmunzeln gebracht.
Jason Statham in „Wrath“
Die Analyse der Arbeit von Jason Statham in „Wrath“ wollte ich mir für den Nachtisch aufheben, aber wahrscheinlich ist sie genau hier am besten aufgehoben.
Jason hat sein Metier gefunden und fühlt sich darin recht wohl. Einerseits kann man seine Rolle nicht als schlecht bezeichnen. Der Mann kann schauspielern. Andererseits, wenn man „The Transporter“, „The Mechanic“, „The Expendables“ oder praktisch jede seiner anderen Rollen gesehen hat – man wird nichts Neues oder Ungewöhnliches sehen. Wieder ein cooler, unverwundbarer Profi mit einer Vorgeschichte.
Nun zu den Problemen
Erstens ist der Film nicht gerade originell. Genauer gesagt, er ist ziemlich standard. Irgendwo im zweiten Drittel legt Ritchie dem Zuschauer alle Karten auf den Tisch und erklärt, wo und wie die Figuren auf dem Spielfeld platziert sind, als ob er Angst hätte, dass der Zuschauer verwirrt wird und nichts versteht. So dass man im letzten Drittel einfach der schönen und leider vorhersehbaren Bilderfolge auf dem Bildschirm folgen kann, ohne in Gedanken zu versinken.
Zweitens leidet der Film ein wenig unter Zeitsprüngen. Den Film zu dem Zeitpunkt zu beginnen, den Ritchie gewählt hat, war die richtige Entscheidung, ebenso wie die Vorgeschichte des Geschehens zu enthüllen, aber die ständigen Einblendungen wie „A few moments later“ waren leicht nervig. Es scheint, dass der Film ohne sie nur gewonnen hätte, denn der Zuschauer hätte die zeitlichen Perioden durchaus selbst erraten können, und bei der besonderen Betonung fielen die ständigen Sprünge zu sehr ins Auge.
Ein wenig zu den Erwartungen an den Film
Unsere wunderbare Redaktion hat vor nicht allzu langer Zeit . Und zwar einstimmig. Und das aus gutem Grund – in diesem Film wurde die richtige Balance zwischen flottem Action, schwarzem Humor und durchaus ernsten Handlungswendungen gewahrt.
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Open materialAls die Leute auf dem Poster von „Wrath“ also einfach einen sehr wütenden Jason Statham sahen, konnten sie nicht umhin, sich zu fragen: Was erwartet uns eigentlich? Das erinnert nicht allzu sehr an die frechen Krimikomödien mit großem Ensemble, die Ritchie so meisterhaft zu produzieren pflegt. Manche assoziierten es mit „Revolver“, andere können sich immer noch nicht von den Vietnam-Flashbacks zu den früheren Arbeiten des Meisters unter dem Dach von Disney lösen.
Was ist dabei herausgekommen?
Herausgekommen ist ein solider Actionfilm mit Statham. So einfach ist das. Es gibt hier weder ausgeklügelte Verwicklungen, noch hinterhältige Intrigen, noch besondere Originalität. Es gibt einfach einen soliden Actionfilm mit Statham (was allein in den letzten Jahren zu einem eigenen Genre geworden ist).
Tipp
Wenn du ins Kino gehst und solide Actionfilme magst – „Wrath of Man“ ist perfekt für dich. Erwarte nur nicht zu viel und versuche nicht, dir im Voraus auszumalen, wie du den Film sehen möchtest. Nimm einfach Popcorn, lehn dich zurück und genieße.
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