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Liebt ihr Fantasy für Jugendliche? „Die Tribute von Panem“, „Die Bestimmung“, „Maze Runner“? Dann solltet ihr auch Lust haben, „Chaos Walking“ zu sehen. Lasst uns herausfinden, ob dieses Verlangen gestillt werden sollte.

Ein wenig über die Handlung von „Chaos Walking“

Die Menschen haben den Weltraum erobert und sind aufgebrochen, um ferne Planeten zu kolonisieren, doch einer dieser Planeten erwies sich als nicht ganz gewöhnlich.

Die Sache ist die, dass die Menschen, die ihn betreten haben, ihre Gedanken nicht mehr zurückhalten können, die in Form eines Bewusstseinsstroms, von Worten und Bildern in die Realität projiziert werden und um ihren Träger schweben. Dieses Phänomen wurde Lärm genannt. Man kann sich nicht im eigenen Kopf verstecken.

Einige haben es geschafft, die Kunst der Gedankenkontrolle zu meistern, aber der Protagonist namens Todd Hewitt (Tom Holland), der in der Stadt Prentisstown lebt, die nur von Männern bewohnt wird, hat Schwierigkeiten.

Chaos Walking, Tom Holland

Und dann stürzt ein Raumschiff auf dem Planeten ab, aus dessen Besatzung nur eine Person überlebt – das Mädchen Viola (Daisy Ridley). Also muss Todd jetzt lernen, seinen Lärm zu kontrollieren und versuchen, sie vor den Gefahren des Heimatplaneten zu schützen.

Ach ja, und da ist auch noch Mads Mikkelsen.

„Chaos Walking“ bietet nichts Neues

So einfach ist das. Allein deswegen könnte man den Film schon abschreiben, aber lasst uns versuchen, etwas tiefer zu graben.

Es scheint, wir hatten schon so viele Beispiele von Banalität. Erinnert sich jemand von euch an „City of Ember“? „The Host“? „Die 5. Welle“? Nun, „Chaos Walking“ kann man getrost zu diesen unvergesslichen, standardmäßigen Filmen mit einem interessanten Einstieg und schlechter Umsetzung zählen.

Chaos Walking, Tom Holland, Daisy Ridley

Die Hollywood-Filmemacher verstehen immer noch nicht: Was auf den Seiten eines Jugendromans noch erträglich ist, lässt sich manchmal nur sehr schlecht auf die Leinwand übertragen. Außerdem ist die Filmfunktion in Form von Lärm völlig unerträglich. Hinter dem faszinierenden Konzept verbirgt sich eine totale Katastrophe. In Büchern sind wir es gewohnt, die Gedanken der Figuren zu „hören“, die von den Autoren manchmal recht detailliert beschrieben werden, aber etwas ist offensichtlich schiefgelaufen, wenn man als Zuschauer die Hälfte des Films dem Bildschirm zurufen möchte: „Haltet doch endlich die Klappe!“

Schauspieler und Charaktere

Es heißt, dass in den frühen Phasen der Drehbuchentwicklung der große und schreckliche Charlie Kaufman beteiligt war. Wenn das so ist, dann hat man nichts von seiner Arbeit übrig gelassen, und das sieht man. Kaufman geht sehr gründlich an die Ausarbeitung der Charaktere seiner Figuren heran, und was sehen wir in „Chaos Walking“?

Erklärung der Bedeutung und der Anspielungen in Charlie Kaufmans Film „I'm Thinking of Ending Things“
Roman Kovalev
Erklärung der Bedeutung und der Anspielungen in Charlie Kaufmans Film „I'm Thinking of Ending Things“

Der Film „I'm Thinking of Ending Things“ von Charlie Kaufman, dem Autor von „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“, ist ein intelligentes und vielschichtiges Kino, das für ein noch besseres Verständnis einiger Erklärungen bedarf.

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Ein grauer Protagonist, der sich durch nichts außer seiner Liebe zu seinem Hündchen auszeichnet. Eine graue Protagonistin, die sich durch nichts außer ihrer Schweigsamkeit auszeichnet. Ein grauer Hauptschurke, der sich durch nichts außer dem Wunsch, die Protagonisten zu fangen, auszeichnet.

Chaos Walking, Tom Holland

Übrigens möchte ich etwas näher auf die Motivation der Figur des Bürgermeisters von Prentisstown eingehen. Genauer gesagt, auf deren Fehlen. Den ganzen Film über grübelt man, was, warum und weshalb dieser Mann tut. Das Charisma von Mads Mikkelsen kann kein Allheilmittel für die Dummheit und Sinnlosigkeit des Geschehens sein. Dabei heißt es doch oft, ein Film sei nur so stark, wie der Hauptschurke interessant ist.

Und die Schauspieler können dieses Unwesen auch nicht retten. Man sieht, dass Mühe da war (nicht die größte, aber sie war da), aber Holland und Ridley sind nicht interessant, Nick Jonas (dessen Figur man hätte komplett streichen können, ohne Konsequenzen) ist nicht interessant, niemand ist interessant.

Ihr hattet Mads-um-Gottes-Willen-Mikkelsen zur Verfügung – wie kann man so mit ihm um sich werfen, ihr Ungeheuer?!

Chaos Walking, Tom Holland, Mads Mikkelsen

Chaotische Erzählweise

Ein gutes Konzept zu ruinieren, ist recht einfach. Erinnern wir uns nur an „In Time“ mit Justin Timberlake. Eine amüsante erfundene Welt – eine wahnsinnig lächerliche Handlung, bestehend aus einer Mischung von Aschenputtel, Romeo und Julia und Robin Hood.

„Chaos Walking“ sollte eine packende Reisegeschichte von Punkt A nach Punkt B sein. Aber wir bekommen obendrauf einen riesigen Haufen unnötiger Dinge, die wie schreckliche und zerfallende Jenga-Steine aufeinandergestapelt werden. Da habt ihr eine Teenager-Romanze, Außerirdische, diese-und-jene Wendungen, einen Actionfilm und den Zusammenprall roher Gewalt mit Gadgets der Zukunft.

Chaos Walking

Der Film weiß selbst nicht, was er sein will, außer „düstere Fantasy für Jugendliche“. Neue „Tribute von Panem“ werden nicht entstehen, wenn man sich an alles Mögliche klammert, es auf den Zuschauer wirft und hofft, dass irgendein Aspekt der Handlung bei ihm ankommt.

Fazit

Das Hauptproblem des Films versteckt sich im Fehlen von Originalität, Zweitklassigkeit und Blässe. Es ist immer traurig zu sehen, wie jemand eine gute Idee ruiniert.

Trotz alledem schließe ich nicht aus, dass man an dem Film Freude haben kann. Wenn ihr noch jung und nicht übersättigt vom Teenager-Hollywood seid, könnt ihr „Chaos Walking“ eine Chance geben. Aber mir war die verlorene Zeit leid.