
„Das asoziale Netzwerk“ ist die Geschichte von Ross Ulbricht, der der Mark Zuckerberg des Darknets werden wollte.
Am 11. März kommt ein Film mit dem in der russischen Lokalisierung sehr aussagekräftigen Titel „Das asoziale Netzwerk“ (Silk Road) in die Kinos. Der Film widmet sich der Gründung der skandalösen anonymen Handelsplattform Silk Road und ihrem Gründer Ross Ulbricht, der von Nick Robinson gespielt wird. Aber wir enttäuschen gleich: Das ist bei weitem nicht das Niveau von David Finchers Kultwerk „The Social Network“, trotz offensichtlicher Parallelen.
„Der Lehrer“ ist eine Serie, in der Kate Mara als sexuelle Missbraucherin auftritt, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Open materialGibt es Grenzen der Freiheit?
Ein junger Mann namens Ross ist fest davon überzeugt, dass Libertarismus der einzige Weg im modernen Leben ist und keine Gesetze, allgemein akzeptierte Moral oder andere Einschränkungen ihn behindern sollten. Selbst wenn es um den Handel mit Drogen oder Waffen geht. Um seine Vision in die Massen zu tragen und auch um Geld zu verdienen, gründet Ross im Darknet die Plattform Silk Road, wo jeder Gras und andere stimulierende Substanzen kaufen kann, während er völlig anonym bleibt. Zufälligerweise steigt gleichzeitig die Popularität einer Währung wie Bitcoin.
Nicht nur eine Biografie
Lobenswert ist, dass die Autoren des Films „Das asoziale Netzwerk“ versucht haben, nicht nur eine Standard-Biografie zu erzählen, sondern auch den Zusammenprall von Vergangenheit und Gegenwart zu zeigen. In ersterer wird der Film durch die Figur von Jason Clarke repräsentiert, einen Spezialagenten, der ohne weiteres zu den schmutzigsten Methoden greifen kann, um Gerechtigkeit zu erreichen. Ihre Konfrontation mit Ross, die mit einer vorgetäuschten Freundschaft im Netz beginnt, dient als Hauptantrieb der Handlung. Zusammen mit ihm stellen die Filmemacher zwangsläufig Fragen darüber, wie sehr man Menschen im Internet vertrauen kann, ob es möglich ist, völlige Anonymität zu wahren und wie weit Straflosigkeit gehen kann.
Die wahre Geschichte von Ross Ulbricht war nicht reich an aufregenden Ereignissen, die der Erzählung Emotionen und Dynamik hätten verleihen können. Aber andererseits – wir alle erinnern uns, wie David Fincher und Aaron Sorkin aus einem dialoglastigen Film über die Gründung von Facebook und intellektuelle Auseinandersetzungen ehrgeiziger Studenten einen echten fesselnden Blockbuster gemacht haben. Über den Film „Das asoziale Netzwerk“ kann man das leider nicht sagen.
Trotz einer nicht ganz trivialen Handlung für ein verknöchertes Genre ist die Arbeit von Regisseur Tiller Russell schlichtweg langweilig ausgefallen. Es fehlt an Spannung, Dynamik, emotionalen Höhepunkten und interessanten Dialogen. Die Schauspieler Robinson und Clarke geben ihr Bestes und schaffen es stellenweise sogar, die nicht gerade beeindruckende Dramaturgie zu retten, aber das reicht trotzdem nicht.
Fazit: „Das asoziale Netzwerk“ ist ein Film, dessen Handlung sich bequem in ein paar Sätzen aus Ross Ulbrichts Wikipedia-Biografie zusammenfassen lässt und nichts Außergewöhnliches bietet, was ihn jemandem empfehlen würde, der nicht ein persönlicher Fan der Talente von Nick Robinson und Jason Clarke ist.
Trailer:
Kommentare
0Noch keine Kommentare.
Melde dich an, um mitzudiskutieren.