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„In ihren Augen“ wollte wie eine ernsthafte Serie wirken und gleichzeitig die Zuschauer überraschen. Weder das eine noch das andere ist gelungen.

Am 17. Februar erschien auf Netflix die Miniserie „In ihren Augen“ (Behind Her Eyes) von Steve Lightfoot (Drehbuchautor von „Hannibal“). Dieser Psychothriller basiert auf dem gleichnamigen Roman von Sarah Pinborough, der Themen wie psychische Erkrankungen, Drogenabhängigkeit, missbräuchliche Beziehungen und sogar Astralreisen aufgreift.

Eine typische Dreiecksbeziehung

Die Handlung von „In ihren Augen“ erzählt die komplizierte Geschichte der Beziehung zwischen dem Psychiater David (Tom Bateman) und seiner Frau Adele (Eve Hewson). Eine neue Sekretärin Davids namens Louise (Simona Brown), für die der Mann sofort gegenseitige Sympathie empfindet, bringt Unruhe in ihre Ehe.

In ihren Augen 2021

Beim Ansehen der ersten Hälfte der Serie entsteht tatsächlich der Eindruck, dass es sich um eine ganz gewöhnliche Geschichte über eine Dreiecksbeziehung handelt, in der ein unglücklich verheirateter Mann Trost bei seiner Geliebten findet. Allerdings tauchen im Verlauf der Handlung immer wieder verschiedene Hinweise auf die düstere Vergangenheit des Paares auf, und man macht sich mit jeder Episode mehr Sorgen um Simona und ihr Schicksal. Diese Spannung hält das Interesse am Geschehen auf dem Bildschirm aufrecht, trotz zahlreicher Mängel.

Der Wunsch zu überraschen statt Versuche, die Figuren zu entwickeln

Wenn es diese Rätsel um Davids und Adeles Vergangenheit und die Ursache ihrer seltsamen Beziehung nicht gäbe, könnte man die Serie auf halbem Wege aufgeben.

Erstens, weil die Figuren keinerlei Interesse wecken. Jede von ihnen ist eine Ansammlung von banalen Klischees (sogar die geheimnisvolle Adele), stereotypen Phrasen und Handlungen. Oftmals lassen ihre Handlungen einen die Hand nicht vom Gesicht nehmen und echte Fremdscham empfinden.

Behind her eyes

Zweitens spürt man, dass selbst die Schauspieler kein Interesse daran hatten, an all dem teilzunehmen. Die in „The Knick“ hervorragend aussehende Eve Hewson ist hier nur ein blasser Schatten ihrer selbst und ihres Könnens. Tom Bateman cosplayed Lucifer aus der gleichnamigen Netflix-Serie und Matt Murdock. Simona Brown wirkt, als ob sie zum ersten Mal eine große Rolle spielt und nicht weiß, wie das eigentlich gemacht wird.

Und am schlimmsten ist: Den Machern der Serie „In ihren Augen“ war offensichtlich das effektvolle Ende am wichtigsten. Dafür haben sie eine Reihe von verrückten Twists und eine völlig absurde Auflösung der Geschichte vorbereitet, die in ihrer Absurdität so manche „Legion“ in den Schatten stellt. Und das alles, anstatt die Figuren interessant zu entwickeln, den Schwerpunkt auf die Psychologie ihrer Beziehungen zu legen und alle kurz angerissenen Themen ernsthaft zu behandeln.

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