
Ist es dem Regisseur des Films „Malcolm & Marie“ gelungen, ein starkes Kammerspiel zu schaffen, oder hatte er ganz andere Pläne? Das erfahren Sie in unserer Rezension.
Am 5. Februar debütierte auf Netflix der Spielfilm „Malcolm & Marie“ von Sam Levinson, der während der Pandemie mit all ihren Einschränkungen konzipiert und gedreht wurde. Die Haupt- und einzigen Rollen in dem Projekt spielen die aufstrebenden Hollywood-Stars Zendaya aus „Euphoria“ und John David Washington aus . Lassen Sie uns herausfinden, was dabei herausgekommen ist und warum der Film bei westlichen Kritikern so schlecht ankam.
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Open materialEhegeschichte
Die Geschichte beginnt in dem Moment, als der Regisseur Malcolm nach der erfolgreichen Premiere seines neuen Films nach Hause zurückkehrt. Während er energiegeladen zu James Brown tanzt und mitsingt und sich über den Triumph freut, teilt seine Freundin Marie die Begeisterung ihres Partners keineswegs. Der Grund: Er hat vergessen, sich während seiner Rede bei der Premiere bei ihr zu bedanken. Diese Handlung wird zum Auslöser eines handfesten Streits zwischen den Liebenden und zum Anlass, alte Wunden wieder aufzureißen.
Viele vergleichen „Malcolm & Marie“ mit dem Schwarz-Weiß-Film „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, aber vom Vibe her erinnert der Film eher an einen anderen Netflix-Hit – „Marriage Story“ –, in dem sich liebende Menschen in einem schönen Moment alles sagen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Aber während dies in dem Film von Noah Baumbach niemandem Freude bereitet, scheinen sich die Figuren von Levinson von negativen Emotionen und Beleidigungen zu nähren. In einer Szene wundert sich Washingtons Figur sogar laut über diesen Umstand.
Schnell ermüdende Skripte
Eine Dynamik im herkömmlichen Sinne des Wortes gibt es in Sam Levinsons Film nicht. Der Motor der Erzählung sind die Dialoge. Genauer gesagt: Monologe. Denn das zweistündige Gespräch ist hier in eine Reihe von Monologen aufgeteilt, was an einen Rap-Battle erinnert, bei dem die Gegner abwechselnd ihr Wort sagen und versuchen zu beweisen, wessen Wahrheit stärker ist.
Trotz der äußerst offenen Aufnahmen und der überzeugenden Performances jedes Schauspielers (obwohl Zendaya ihren Gegenpart in Sachen Authentizität wohl übertroffen hat) wird dieser Ansatz recht schnell langweilig. Bereits nach 2-3 Runden dieses Schlagabtauschs nutzt sich das Schema ab, und man versteht, dass es so weitergehen wird. Immer wieder. Im Kreis. Und wenn jeder neue Monolog neue Gedanken vermitteln und die Persönlichkeiten der Figuren zusätzlich enthüllen würde, könnte man das verzeihen, aber der Autor konnte Wiederholungen nicht vermeiden. Diese Skriptlastigkeit ist das Hauptproblem des Films „Malcolm & Marie“.
Warum westliche Kritiker auf „Malcolm & Marie“ losgingen
Obwohl Sam Levinson als Hauptthema des Films toxische Beziehungen wählte, deren Schädlichkeit jeder der Partner erkennt, konnte er es sich nicht verkneifen, politische und andere persönliche Aussagen in die Erzählung einzuflechten. Durch Malcolms Mund reflektiert er über moderne Kritik, die ein Werk immer mit seinem Autor gleichsetzt. Die Presse vergleicht die Figur im Film mit Spike Lee und Barry Jenkins und spielt damit auf seine Hautfarbe und die politische Natur seiner Aussagen an.
Durch Malcolms Mund zielt Levinson auf Journalisten ab, offenbar in Erinnerung an die spitzen Angriffe auf seine Arbeit „Assassination Nation“ (die Erwähnung der LA Times ist hier nicht zufällig). Er wirft ihnen eine gewisse Engstirnigkeit und Vorhersehbarkeit in ihren Bewertungen vor, die auf etablierten und grundlegenden Stereotypen beruhen. Aber all diese Aussagen klingen ein wenig naiv und ohne Witz, weshalb der Film zum Ziel verbaler Angriffe westlicher Schreibfedern wurde (die LA Times blieb nicht außen vor).
Sollte man den Film sehen?
„Malcolm & Marie“ ist ein ambivalenter Film. Er ist sehr stilvoll und atmosphärisch gefilmt (man muss Kameramann Marcell Rév loben, der zuvor mit Levinson an „Euphoria“ gearbeitet hat) und nahezu makellos gespielt (Zendaya wird mit jeder Rolle überzeugender). Gleichzeitig sind die Akzente im Film ungeschickt gesetzt – anstatt die Figuren und ihre komplizierten Beziehungen zu erforschen, verfällt der Autor unnötigerweise in philosophische Betrachtungen und einen unbeholfenen Schlagabtausch mit Kritikern. Vielleicht wäre „Malcolm & Marie“ ein Hit gewesen, wenn es ein Kurzfilm gewesen wäre, der nur die ersten 25-30 Minuten umfasst, aber leider.
Trailer:
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