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Sollte man der Serie «Topi» eine Chance geben? Wie ist die erste vollwertige Drehbucharbeit von Dmitri Gluchowski geworden? Antworten auf diese und andere Fragen in unserem Review.

Am 28. Januar startete auf der Plattform KinoPoisk HD die mystische Serie „Topi“ nach einem Drehbuch des berühmten Schriftstellers Dmitri Gluchowski. Wir haben die ersten 3 Episoden der Show gesehen, die genug Informationen liefern, um erste Eindrücke vom Projekt, seiner Geschichte, seinen Stärken und Schwächen zu gewinnen. Versuchen wir, die Eindrücke zusammenzufassen und zu erzählen, worum es in dieser Serie geht.

Mögliche leichte Spoiler

Was gefallen hat

„Topi“ versucht, wie viele andere heimische Projekte zuvor, an ländliche russische Mystik anzuknüpfen. Man denke nur an „Lapsi“ oder „Territorium“, die immer wieder lokale Folklore in die Handlung einflochten.

Das Streben nach der eigenen Identität ist lobenswert, zumal es in unserem Land viel Interessantes und Unerforschtes gibt, das als hervorragende Grundlage für starke Geschichten dienen kann. Aber die Serie, die vollständig von Wladimir Mirsojew („Die Zeit der Ersten“) inszeniert wurde, basiert nicht auf irgendwelchen Überlieferungen, sondern erzählt eine eigenständige Geschichte über die „russische Chthonie“, den Zusammenprall von Rationalem und Unerklärlichem, von Leben und Tod fernab der städtischen Hektik.

Topi Serie
Quelle: KinoPoisk

Und die Schaffung genau dieser Atmosphäre einer gewissen Provinz, weniger einer realen als einer metaphysischen, aber mit spürbaren Anklängen an den russischen Geist, ist den Autoren der Serie am besten gelungen. Beim Anschauen entsteht das Gefühl, dass einen dieses geheimnisvolle Etwas selbst hypnotisiert und in den Sumpf zieht. Dazu tragen die großartigen Außenaufnahmen, die originellen Kameraführungen und der Soundtrack von Ryan Otter bei.

Topi Serienreview
Quelle: KinoPoisk

Über die Geschichte selbst kann man derzeit noch kein abschließendes Urteil fällen. Einerseits sind verschiedene Tschechow'sche Gewehre bereits geladen, hier und da sind Andeutungen auf eine mögliche Erklärung des Geschehens um die fünf Moskauer, die zu einem geheimnisvollen wundertätigen Kloster aufbrechen, verstreut. Andererseits gibt es in den ersten Episoden nicht genügend bedeutende Ereignisse, um ein klares wertendes Urteil über die Dramaturgie abgeben zu können.

Was man der Serie „Topi“ definitiv nicht absprechen kann, ist die Spannung. Sind die Helden tatsächlich am Leben, oder ist diese ganze Reise eine Reise ins Jenseits? Was ist mit dem Kloster passiert, und warum gibt es dort nur einen Priester? Wohin verschwinden die Menschen in den Sümpfen? Was sind die Freien und ihr Herr? Die Debütepisoden hinterlassen reichlich Fragen. Ob die Antworten ebenso interessant sein werden, wird die Zeit zeigen.

Was nicht gefallen hat

In Geschichten wie der, die in der Serie „Topi“ erzählt wird, spielen die Figuren und damit die sie darstellenden Schauspieler eine Schlüsselrolle. Gluchowskis Drehbuch hat jede der Figuren mit persönlichen Dramen und Motivationen, einem maßvoll originellen Hintergrund und interessanten Perspektiven im Rahmen der Handlungsentwicklung ausgestattet. Aber leider gibt es Fragen an die Schauspieler, die all dies vermitteln.

Was lustig ist: In der Hauptfünfergruppe verteilten sich die Rollen fast gleichmäßig – Iwan Jankowski und Katerina Schpiza übertreiben bereits fast traditionell, stecken oft mehr Emotionen hinein, als die Umstände erfordern, während die weniger erfahrenen Anastassija Krylowa und Sofja Wolodtschinskaja stellenweise offensichtlich untertreiben und ihre Zeilen vortragen, als ob sie bei einer Matinee im Jugendtheater wären.

Rezension der Serie Topi
Quelle: KinoPoisk

Ein Gleichgewicht zwischen ihnen bildet der charismatische Tichon Schisnewski, der in der Rolle eines nicht übermäßig intellektuellen Journalisten organisch wirkt und dem Geschehen Leben einhaucht. Nun gibt es noch weniger Bedenken für den bevorstehenden Film „Major Grom“.

Ein weiterer, wenn auch geringfügiger Mangel ist die allzu gemächliche Erzählweise. Der Wunsch der Macher, den Zuschauern das Gefühl des allmählichen Hineingezogenwerdens in den Sumpf zu vermitteln, ist verständlich, aber wenn dafür ganze drei von sieben geplanten Episoden draufgehen, ist das dennoch übertrieben.

Was weiter zu erwarten ist

Eine qualitativ hochwertige Inszenierung mit schönen Schauplätzen und sympathischen Schauspielern, kombiniert mit einer wachsenden Spannung in der Handlung, erlaubt es, „Topi“ zumindest als eine interessante Serie zu bezeichnen. Der endgültige Erfolg des Projekts wird jedoch davon abhängen, wie seine zweite Hälfte ausfällt. Wir werden dranbleiben, die Show hat sich ihre Chance definitiv verdient.

Trailer: