
„Die Lehrerin“ – eine Serie, in der Kate Mara als sexuelle Missbraucherin auftritt, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Ende 2020 erschien auf den kleinen Bildschirmen eine bescheidene Serie von Hulu mit dem unscheinbaren Titel „Die Lehrerin“ (A Teacher), die sich in Wirklichkeit als starkes Drama über zerstörerische Beziehungen und Geschlechterstereotype entpuppte. Die Hauptrollen in diesem Projekt spielten Kate Mara („127 Hours“, „House of Cards“) und Nick Robinson („Love, Simon“). Und genau auf der Chemie zwischen den beiden Schauspielern basiert das Fundament einer interessanten mehrteiligen Geschichte zu einem kontroversen Thema, das die Aufmerksamkeit der Zuschauer verdient.
Leidenschaft? Liebe? Flucht vor der Realität?
Die Highschool-Lehrerin Claire (Kate Mara) lehnt die eindeutigen Annäherungsversuche ihres Schülers Eric (Nick Robinson) nicht ab. Sie gibt ihm nicht nur Nachhilfe nach der Schule, sondern erlaubt dem Jungen auch weit mehr, als sich eine Lehrkraft erlauben kann.
Die ziemlich stereotype Ausgangssituation einer Geschichte über die Beziehung zwischen einem Lehrer und seinem Schützling haben die Autoren der Show unter der Leitung von Hannah Fidell, nach deren Film die Serie „Die Lehrerin“ gedreht wurde, umgekehrt. Und diese Entscheidung verändert die Wahrnehmung der uralten Handlung grundlegend. Trotz aller globalen Veränderungen in der Gesellschaft leben wir immer noch in einer Welt der Geschlechterstereotype, daher können wir uns leicht vorstellen, wie ein erwachsener männlicher Lehrer eine junge und attraktive Schülerin belästigt, aber wenn man an die Stelle des Opfers nicht ein Mädchen, sondern einen Jungen setzt, wird die Geschichte sofort weniger eindeutig.
In der Serie „Die Lehrerin“ wird die Phase des Kennenlernens und der beginnenden Beziehung zwischen Claire und Eric bewusst romantisiert, um zu zeigen, wie die Anziehung zwischen Menschen für die einen eine Flucht vor der Realität und für den anderen eine Begegnung mit dem Konzept der Liebe sein kann. Darüber hinaus verstärkt diese Entscheidung die Wirkung des Endes der Geschichte erheblich, das selbst für die romantischsten Zuschauer wie eine kalte Dusche wirkt.
Die Verbindung zwischen den Schauspielern ist die Grundlage für den Erfolg der Serie
Eine subtile psychologische Unterströmung, das brisante Thema Missbrauch und interessante künstlerische Kniffe sind die wichtigsten Bestandteile der Serie „Die Lehrerin“, aber die Chemie zwischen den Schauspielern verleiht der Geschichte Leben.
Nick Robinson gelingt es, gleichzeitig das Selbstbewusstsein eines Football-Kapitäns und die Schüchternheit eines noch nicht gefestigten Mannes zu zeigen.
Kate Mara strahlt Sexualität aus und vermittelt mühelos die innere Zerrissenheit eines Menschen, dessen Leben nicht in Ordnung ist.
Der beträchtliche Altersunterschied zwischen den Schauspielern (Robinson ist 25, Mara 37) verleiht dem Geschehen auf dem Bildschirm Realismus, und so fällt es leichter, an die Verbindung ihrer Figuren zu glauben.
Im Laufe der Handlung erhält der Zuschauer die Möglichkeit, ein eigenes Urteil über das Geschehene zu fällen. Die Macher selbst geben eine eindeutige Bewertung der gesamten Situation ab, balancieren aber geschickt zwischen der Aufzwingung einer Meinung darüber, was gut und was schlecht ist, und dem Erzählen einer Geschichte, in der die Welt nicht in Schwarz und Weiß geteilt ist.
Fazit: „Die Lehrerin“ ist eine fesselnde Serie, in der sich hinter einer romantischen Fassade schwere Themen wie psychische Gewalt verbergen, in der nicht die Natur des Missbrauchs, sondern seine Folgen für das Leben untersucht werden, in der es darum geht, dass eine falsche Handlung zu einer persönlichen Katastrophe führen kann.
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