
Anna Melikyans „Zärtlichkeit” wurde zu einem Hauch frischer Luft in dem Strom eintöniger Serien heimischer Produktion. Dafür reichte es, einfach eine aufrichtige Geschichte zu erzählen.
Eines der ersten Projekte in der IVI Originals-Reihe war die Serie „Zärtlichkeit” von Anna Melikyan, die auf dem gleichnamigen Kurzfilm von 2018 basiert. Die Hauptrollen in dieser Geschichte spielten Viktoria Isakova, Jewgeni Zyganow und Konstantin Chabenski.
Trotz der klangvollen Namen in der Besetzung ist es auf den ersten Blick eine eher bescheidene und naive Serie über Liebe, aber erstens wurde sie komplett mit einem Smartphone gedreht, und zweitens wurde „Zärtlichkeit” zu einem unglaublich beliebten Titel auf der Plattform IVI, wo sie allein im November über 3 Millionen Aufrufe sammelte. Was ist das Erfolgsgeheimnis von Anna Melikyans Geschichte?
Flüchtigkeit
Im Zentrum der Handlung steht die Finanzdirektorin Jelena Iwanowna (Viktoria Isakova), die mit einer Freundin wettet, dass sie innerhalb von 24 Stunden mit einem fremden Mann schlafen wird. Auf Anhieb klappt es nicht, also reist sie geschäftlich nach Sankt Petersburg und hofft, dass es dort klappt. In der Stadt an der Newa trifft sie einen Mann, aber nicht nur für einen flüchtigen Sex, sondern den Einen, den Einzigen. Sie findet ihn und verliert ihn fast sofort wieder. Von nun an versucht Jelena Iwanowna mit allen Mitteln, ihren Prinzen auf dem weißen Pferd zu finden.
Das Gefühl der Flüchtigkeit verlässt einen während des gesamten Anschauens der Serie „Zärtlichkeit” nicht: flüchtige Bekanntschaften, flüchtige Verliebtheiten, flüchtige Abenteuer. Melikyan ist es wie durch ein Wunder gelungen, diese ätherische Substanz einzufangen und den Zuschauer hineinzutauchen.
Fast jede Situation, in der die Heldin sich befindet, ist naiv, stellenweise unwahrscheinlich, kindisch. Aber das stört keineswegs, weil man überall Leichtigkeit und eben jene Flüchtigkeit spürt.
Humor
Die Geschichte, wie eine erfolgreiche Geschäftsfrau mittleren Alters versucht, ihre Liebe zu finden, ist nicht die offensichtlichste Grundlage für eine Komödie. „Zärtlichkeit” ist im Grunde keine offenkundige Komödie, aber die Serie ist dennoch reich an komödiantischen Situationen, witzigen Zitaten und überall verteilten Gags.
Liebe
Das gesamte Vorhaben, eine naive Serie über Liebe auf dem iPhone in Schwarzweiß zu drehen, hätte sich als Fehlschlag erweisen können, wenn nicht auf einmal so viele talentierte Schauspieler vor der Kamera gestanden hätten.
Viktoria Isakova, die in den letzten Jahren zur wohl wichtigsten Schauspielerin Russlands geworden ist, ist sowohl im humoristischen Fach (man denke nur an die Zitate über ihre „Un-*******keit”) als auch in dramatischen Episoden großartig. Mit Jewgeni Zyganow bildet sie seit den Zeiten von „Tauwetter” ein eingespieltes Duo, und Konstantin Chabenski ist einfach .
Wir erinnern an die besten Filme von Konstantin Chabenski, darunter Rollen als Lehrer, Kosmonaut und Geldeintreiber.
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Gemeinsam spielen sie ein schlichtes Liebesdreieck, in dem nicht alle „Ecken” über ihre Rollen Bescheid wissen, aber in ihren Rollen unendlich organisch wirken. Und das alles zu schöner Musik, komponiert von Konstantin Meladse selbst.
Hätte das alles anders enden können als mit Erfolg?
Trailer:
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