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In dem Film „Der Rausch“ hat sich Mads Mikkelsen mit Thomas Vinterberg zusammengetan, um zu erzählen, wie man sein Leben mit Hilfe von Alkohol verändern kann.

Am 12. November startet in den russischen Kinos der neue Film von Thomas Vinterberg („Die Jagd“) mit dem Titel „Der Rausch“ (Druk), in dem Mads Mikkelsen sich dem Alkohol hingibt, Geschichte unterrichtet, Jazz-Ballett tanzt und nach Harmonie im Leben sucht. Wie der Film über die Midlife-Crisis, verrückte wissenschaftliche Theorien und starke Männerfreundschaften geworden ist, erfahren Sie in unserer Rezension.

Zum Glück braucht man Alkohol

Genau diese wissenschaftliche Theorie erzählt einer der Helden des Films „Der Rausch“, als er sieht, wie sein Freund Martin (Mikkelsen) den Schwung bei der Arbeit in der Schule (die Hauptfiguren sind hier Schullehrer) und überhaupt den Geschmack am Leben verliert.

„Nur 0,5 Promille im Körper auf täglicher Basis können das soziale und berufliche Leben stimulieren“, lautet die Hauptthese dieser Theorie, und die Helden beschließen, ihre Wirksamkeit in der Praxis zu testen. Was könnte da schon schiefgehen?

Der Rausch Mads Mikkelsen

Alkohol – Katalysator, aber nicht Motor der Handlung

Trotz der Ströme von Bier, Sekt, Wein und Wodka, die im Film „Der Rausch“ fließen, sind die Hauptantriebskräfte der Geschichte die Figuren und ihre Versuche, sich selbst zu überwinden, Harmonie zu finden und ein wenig Glück zu erfahren.

Wenn der Held von Mads Mikkelsen von den ersten Bildern an eine gewisse existenzielle Apathie durchlebt, verbergen seine äußerlich erfolgreicheren und zufriedeneren Kameraden in Wirklichkeit einen viel tieferen Schmerz. Zunächst mag es scheinen, dass sie sich aus purer Abenteuerlust auf das tägliche Trinken einlassen, aber später wird offensichtlich, dass auch in ihrem Leben nicht alles so glatt läuft.

Der Rausch 2020

Peter (Lars Ranthe) hat Probleme im Umgang mit Frauen und keine Verbindung zu seinen Schülern. Nikolaj (Magnus Millang) steckt in familiären Problemen und hat seine Individualität verloren. Tommy (Thomas Bo Larsen) sehnt sich offensichtlich nach einer ereignisreichen Vergangenheit.

Alkohol fungiert als Katalysator für die Offenlegung all dieser Schmerzen und der Versuche der Figuren, mit ihnen umzugehen. Er verleiht den Helden Euphorie und Selbstvertrauen, gibt ihnen die Chance und den Anlass, mehr Zeit miteinander zu verbringen.

An der Schnittstelle von Komödie und Drama

Dem Film „Der Rausch“ gelingt es geschickt, zwischen einer unbeschwerten und wirklich lustigen Komödie über männliche Albernheit und starke Freundschaft, einem emotionalen Drama über die Midlife-Crisis und einer sozialen Botschaft zu balancieren.

Der Film enthält viele humorvolle Episoden und, um in der Sprache des Stand-ups zu sprechen, One-Liner. Die Figuren geraten immer wieder in komische Situationen, und der von Alkohol benebelte Verstand eines jeden Helden produziert nicht selten umwerfende Sätze und führt zu unkonventionellen Dialogen.

Der Rausch ansehen

Der Humor senkt angemessen den Grad der Dramatik des Geschehens, untergräbt aber keineswegs die Bedeutung der Botschaft der Autoren. Alkohol in großen Mengen führt nie zu etwas Gutem, und die Fähigkeit, rechtzeitig über seine Probleme und Zweifel zu sprechen, kann viele Fragen lösen.

Interessanterweise äußert sich Thomas Vinterberg in diesem Film unmissverständlich darüber, dass Dänemark dem Alkohol verfällt, die Menschen dem Alkohol verfallen. Es beunruhigt ihn, dass man die einfachen Freuden des Lebens durch Alkohol ersetzen will. Und selbst wenn er dies in ironischer Form tut (besonders gelungen ist der unerwartete dokumentarische Einschub), ist klar, dass dieses Thema den Regisseur wirklich bewegt und es ihm wichtig war, diese Sorgen mit dem Publikum zu teilen.

Lohnt es sich, den Film „Der Rausch“ anzusehen?

Thomas Vinterberg, Mads Mikkelsen und den anderen Machern des Films möchte man für die 2 Stunden danken, die man in der gemütlichen Gesellschaft von scheinbar längst bekannten Menschen verbracht hat, in denen sowohl Lachen als auch Tränen Platz fanden. Der Film „Der Rausch“ erhebt nicht den Anspruch, mit „Die Jagd“ gleichzuziehen, aber er ist eine tolle, lustige und berührende lebensbejahende Geschichte, die in jeder Sprache und in jedem Winkel der Welt verständlich ist.

Trailer:

Dank an die Firma Capella Film für die Einladung zur Sondervorführung des Films in Sankt Petersburg.