
«Away» – ein solider Versuch von Netflix, eine große Serie über eine Reise zum Mars zu machen, bei dem nicht alles reibungslos lief.
Netflix hat zum Beginn des Herbstes eine Reihe interessanter Projekte vorbereitet: vom Prequel zu „Einer flog über das Kuckucksnest“ bis hin zum mit Stars gespickten Film von Antonio Campos. In dieser Vielfalt ist die Science-Fiction-Serie „Away“ mit Hilary Swank als Kapitänin des Raumschiffs, das zum Mars aufbricht, etwas untergegangen.
Diese Show setzt von der ersten Folge an eine sehr hohe Erwartungshaltung, aber es scheint, als hätten die Macher ihre Möglichkeiten etwas überschätzt. Warum das so ist? Versuchen wir, das zu verstehen.
Auf dem Weg zum Unmöglichen
Im Mittelpunkt der Geschichte der Serie „Away“ steht eine internationale Besatzung des Raumschiffs Atlas I, bestehend aus Astronauten und Wissenschaftlern aus verschiedenen Teilen der Welt, einschließlich Russland. Die Mission des Projekts ist eine der ambitioniertesten – die Landung auf dem Mars. Doch auf dem Weg der Helden zu diesem unmöglichen Ziel tauchen zahlreiche Hindernisse auf.
Angesichts einer solchen Prämisse hätte man von der Serie alles erwarten können: von einem weiteren Weltraum-Horror bis hin zu den in den letzten Jahren modischen melodramatischen Geschichten. Die Macher von „Away“ wählten den zweiten Weg und setzten auf größtmögliche Realitätsnähe des Geschehens und die Entfaltung der Figuren durch persönliche dramatische Geschichten und schwierige Beziehungen an Bord des Schiffes.
Im Weltraum hört niemand deinen Schrei
Nein, „Alien“ hat damit nichts zu tun. Es geht hier eher um den Schrei der Verzweiflung aufgrund der Unmöglichkeit, in schwierigen Situationen bei den geliebten Menschen zu sein. Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch alle Episoden der Serie. Eine verzweifelte Ehefrau und Mutter, deren Ehemann einen Schlaganfall erlitten hat und deren Tochter die Phase des jugendlichen Protests durchmacht, eine versteckte Lesbe, die sich aus Pflichtgefühl gegenüber dem Heimatland nicht zu ihren Gefühlen bekennen darf, ein Vater, der die Beziehung zu seiner Tochter ruiniert hat – all diese kleinen Handlungsstränge sprechen im Grunde von demselben. Erst wenn man weit weg von seinen Lieben und Verwandten ist, kann man die wahre Stärke seiner Gefühle für sie verstehen.
Den Drehbuchautoren von „Away“ ist es gelungen, jede einzelne vorhandene Figur großartig zu entwickeln. Selbst die nebensächlichsten Charaktere erhielten ausreichend Leinwandzeit und eine verständliche Motivation. Andererseits wird ein solcher Ansatz zur Entwicklung der Geschichte recht schnell langweilig. In jeder Folge taucht ein weiteres „Skelett im Schrank“ des einen oder anderen Besatzungsmitglieds auf, mit obligatorischen Qualen und anschließender Akzeptanz.
Interne Konflikte und äußere Umstände mischen sich zwar gelegentlich in die tränenreiche Erzählstruktur ein, erzielen aber nicht die Wirkung, die sich die Macher offensichtlich erhofft haben. Ein Gefühl der Ausweglosigkeit stellt sich nicht ein, da die Helden jedes neue Problem einfach zu leicht und locker lösen. Daran zu glauben, fällt schwerer, als mit einem Schiff mit einem Loch in der Hülle zum Mars zu fliegen.
Technische Pracht
Was man dem Netflix-Projekt „Away“ nicht absprechen kann, ist die beeindruckende Optik und die allgemeine technische Perfektion. Stilvolle Bilder des Weltraums und seiner stillen Weiten, das ständige Gefühl der Schwerelosigkeit und deren einfallsreiche Nutzung (die Szene mit dem Puppentheater war einfach großartig), eine solide musikalische Untermalung – all das beschert viele angenehme Emotionen und offensichtliches Vergnügen beim Zuschauen.
Fazit
Die Serie „Away“, deren erste Folge Edward Zwick selbst inszenierte, hätte ein absoluter Hit werden können, hat diese Messlatte letztlich aber nicht erreicht. Übermäßige und bewusste Melodramatik, das Fehlen eines Gefühls der Unvorhersehbarkeit und zu wenig wirklich fesselnde Ereignisse auf dem Bildschirm erlauben es nicht, dieses Projekt als eindeutig erfolgreich zu bezeichnen. Dennoch lohnt es sich, sie zumindest wegen der hervorragenden Bilder und des sehr starken Schauspiels der internationalen Besetzung anzusehen.
Trailer:
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