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McG drehte den Film „The Babysitter: Killer Queen“, aber gelang es ihm, den Geist des ursprünglichen komödiantischen Horrorfilms zu bewahren?

Ziemlich überraschend und ohne viel Aufhebens debütierte auf Netflix der Film „The Babysitter: Killer Queen“, die Fortsetzung der Horrorkomödie, die den rasanten Karrierestart von Samara Weaving einläutete.

Konnte die Fortsetzung das Original übertreffen? Wie lustig und blutig ist der Horrorfilm von Regisseur McG geworden? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erfahrt ihr in unserer Kritik.

Gleiche Regeln, andere Umgebung

Zwei Jahre sind seit der Handlung des ersten Films vergangen. Der Protagonist leidet immer noch unter den schrecklichen Ereignissen jener Nacht, als ein satanischer Kult unter der Führung seiner heißen Babysitterin (Samara Weaving) versuchte, den Jungen für ein Ritual zu töten. Das Interessanteste ist, dass die Leichen der getöteten Kultmitglieder nie gefunden wurden, sodass alle um ihn herum entschieden, dass Cole (Judah Lewis) sich alles nur ausgedacht hat.

Durch die Fügung des Schicksals wird Cole erneut in eine Auseinandersetzung mit demselben Kult verwickelt. Es gibt nicht nur neue Mitglieder, darunter seine Mitschüler, sondern auch alte Bekannte, die buchstäblich für eine Nacht wiederauferstehen, wenn es ihnen nicht gelingt, das Begonnene zu Ende zu bringen.

The Babysitter: Killer Queen

McG („Das gibt Ärger“) und das Team haben das Rad nicht neu erfunden und im Film „The Babysitter: Killer Queen“ genau dieselbe Drehbuchformel wiederholt – der Protagonist muss bis zum Morgengrauen überleben, die Bösewichte müssen auf die ausgefallensten und unerwartetsten Weisen sterben, und das Ganze wird von Witzen unterschiedlicher intellektueller Güte begleitet. Geändert hat sich lediglich die Umgebung – statt des Hauses gibt es nun eine verlassene Wüste, in der die Überlebenschancen noch geringer sind.

Mehr Blut, mehr misslungener Humor

Der Originalfilm balancierte geschickt auf der Grenze zwischen blutigem Slasher und Jugendkomödie über einen Teenager in der Pubertät. Es gab nicht so viele Witze und Gags, aber für den Humor waren auch parodistische Elemente verantwortlich, die die Klischees des Genres aufs Korn nahmen.

The Babysitter: Killer Queen 2020

„The Babysitter: Killer Queen“ (wer hat sich bloß diese Lokalisierung ausgedacht?!) hat den Umfang deutlich erweitert: Es gibt noch beeindruckendere Szenen mit Morden an Kultmitgliedern, noch mehr bewusst künstliches Blut fließt über die Leinwand, es wurden eigenartige Comic-Einlagen im Stil von „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ hinzugefügt und so weiter.

The Babysitter 2

Gleichzeitig ist der Geist der Parodie verloren gegangen. Ja, der Zuschauer versteht instinktiv, dass hier eine Komödie aufgeführt wird, aber die Witze treffen oft ins Leere (oder unter die Gürtellinie, wenn man so will), und von der Verspottung der Klischees ist nichts mehr zu spüren. Die Situation hätten filmische Anspielungen retten können, wie der Witz, dass ein Schwarzer nach den Werken von Jordan Peele in Horrorfilmen nicht als Erster stirbt, aber leider gibt es solchen textuellen Humor im Film nur sehr wenig.

Lohnt es sich, den Film „The Babysitter: Killer Queen“ anzusehen?

McG hat einen schwungvollen und absolut dummen Film mit schönen Schauspielern (Weaving, Amell, Thorne, Ortega), einer Fülle von zweitklassigem Humor, einem mitreißenden Soundtrack, einer sekundären Handlung und sogar Zitaten von Goethe gedreht. Wenn euch bei der Beschreibung eines solchen Cocktails nicht schwindelig wird und ihr keine Abneigung verspürt, dann kann das Ansehen dieses Films euren Abend versüßen.

Trailer: