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„Sea Fever“ zollt den Klassikern Tribut und erzählt gleichzeitig eine eigenständige und fesselnde Geschichte. Für Menschen mit Seekrankheit nicht geeignet!

Am 20. August startete in Russland der digitale Release des irischen Science-Fiction-Films mit Horror-Elementen „Sea Fever“. Wir erzählen, warum man diesem Film eine Chance geben sollte und woran er die Kultwerke von Ridley Scott und John Carpenter erinnert.

Ein einfacher, aber effektiver Einstieg in die Geschichte

Die Handlung folgt der Meeresbiologie-Studentin Siobhán (Hermione Corfield), die mit einer Crew erfahrener Fischer aufs offene Meer hinausfährt. Doch statt einer gewöhnlichen, aber nützlichen Praxis muss sich die Protagonistin mit unbekannten und gefährlichen Meeresbewohnern auseinandersetzen.

Sea Fever Film

Die Macher von „Sea Fever“ versuchen nicht, in Bezug auf die Handlung etwas Neues oder Ungewöhnliches zu erfinden. Geschichten über eine Gruppe von Menschen, die von der Welt abgeschnitten sind und auf ein mysteriöses Etwas treffen, sind längst Klassiker des Genres. Zuerst war es der Weltraum („Alien“), dann die Arktis („Das Ding aus einer anderen Welt“), nun sollen die Zuschauer das fürchten, was das Meer verbirgt. Bei richtiger Umsetzung funktionieren solche Handlungen immer noch zuverlässig.

Element der Glaubwürdigkeit

Viele ähnliche Projekte versuchen, mit Stars und bekannten Schauspielern zu locken (siehe „Underwater“), was der Geschichte oft jegliche Glaubwürdigkeit nimmt. In „Sea Fever“ hingegen sind die Hauptakteure die einfachsten Menschen, die dennoch durchaus interessante Charaktere darstellen (das geniale introvertierte Mädchen, die erfahrene Schiffseignerin, der talentierte, aber ängstliche Ingenieur usw.).

Sea Fever 2019

Zur Realitätsnähe der Geschichte trägt auch die Tatsache bei, dass die Unterwasserwelt bei weitem nicht der am besten erforschte Ort der Erde ist und tatsächlich verschiedene Gefahren für den Menschen bergen kann. Und dieses Gefühl der Angst vor dem Unbekannten haben die Filmemacher sehr feinfühlig eingefangen.

Ein stilvoller Kammerspiel-Thriller

Formal ist „Sea Fever“ ein Film an der Schnittstelle von Horror und Science-Fiction. In Wirklichkeit ist es jedoch viel treffender, ihn als Kammerspiel-Thriller zu bezeichnen. Die Regisseurin des Films, Neasa Hardiman („Jessica Jones“, „Happy Valley“), setzt die Akzente meisterhaft, sodass der Druck parallel zum wachsenden Paranoia-Gefühl unter den in der Falle sitzenden Crewmitgliedern auf dem offenen Meer steigt.

Sea Fever 2020

Abgeschlossene Räume dienen nicht nur als hervorragendes Werkzeug zur Schaffung einer Atmosphäre, sondern helfen dem Zuschauer auch, die Charaktere und ihre Beziehungen genauer zu betrachten. Auch wenn einige der Besatzungsmitglieder keine eigenen Geschichten erhalten und nicht allzu tiefgründig ausgearbeitet sind, haben die Hauptfiguren damit keine Probleme.

Sollte man den Film „Sea Fever“ sehen?

Neasa Hardimans Film hat einiges zu bieten. Da ist die buchstäblich physisch spürbare Atmosphäre eines abgeschlossenen Raums mit maritimem Flair, die klare Dynamik der Erzählung mit einer Reihe emotionaler Höhepunkte und die gelungene technische Umsetzung. All dies zusammen ergibt eine fesselnde Geschichte, und die Hommage-Elemente an die Klassiker des Genres hindern „Sea Fever“ nicht daran, ein völlig eigenständiger und origineller Film zu sein.

Trailer: