
„The Tax Collector“ – ein lobenswerter, aber nicht der gelungenste Versuch von David Ayer, zu dem Regie-Image zurückzukehren, das ihn bekannt gemacht hat.
David Ayer hat sich einen Namen gemacht mit dem Flop von „Suicide Squad“ den Dreharbeiten zu brutalen und bodenständigen Buddy-Movies über das harte Männerleben. Als Höhepunkt seines Schaffens kann der Film „Patrouille“ angesehen werden, in dem die Zuschauer zusammen mit einfachen Cops in den Alltag von Ordnungshütern eintauchen, die mit brutaler Kriminalität konfrontiert werden.
In dem Film „The Tax Collector“ versuchte Ayer denselben Trick anzuwenden, nur mit dem Unterschied, dass die Helden auf der anderen Seite der Barrikaden stehen. Ist es ihm gelungen, den Erfolg seines größten Hits zu wiederholen? Eher nein als ja. Aber der Reihe nach.
Der Alltag einfacher Gangster
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Inkassos David (Bobby Soto) und Creeper (Shia LaBeouf), die tagtäglich durch Los Angeles fahren und Geld von lokalen Banden und Geschäftsleuten eintreiben.
Dieser alltäglichen Routine der Jungs ist der Löwenanteil und, das muss man zugeben, der beste Teil des Films „The Tax Collector“ gewidmet. Zwischen den Figuren spürt man eine Chemie, und die zunächst zusammenhanglos wirkenden Dialoge über Diät, Frauen und Familienwerte verleihen den Charakteren Tiefe. Das kommt in reinen Genre-Filmen selten vor. Es gibt während des Anschauens die Hoffnung, dass der Film mehr sein könnte als ein gewöhnlicher Actionfilm.
Absurde Genre-Transformation
Wenn der Film in der ersten Hälfte wie ein stilvoller und spannender Thriller wirkt und sich auch so anfühlt, verwandelt er sich mit dem Auftauchen des Gangsters namens Conejo in einen offen absurden B-Actionfilm.
Groteske Rituale mit dem Blut einer Jungfrau, karikaturistische Gewalt, Dialoge mit einem Pathos, wie es selbst Dominic Toretto nicht gesehen hat – all das löscht die sorgfältig aufgebaute realistische Atmosphäre vollständig aus. Aus einem Film über Freundschaft und gute Jungs in schlechten Umständen verwandelt sich „The Tax Collector“ in eine Ode an die Rache und eine Hymne an die Männlichkeit.
Lohnt es sich, den Film „The Tax Collector“ anzusehen?
Wenn man keine Offenbarungen oder einen Film auf dem Niveau des bereits erwähnten „Patrouille“ erwartet, kann man an David Ayers neuem Film durchaus Freude haben. Es gibt nur ein paar Bedingungen: Man muss Shia LaBeoufs Herangehensweise an die Darstellung seiner Figuren mögen, und ein stilvoller Soundtrack sowie eine ordentliche Kameraführung (abgesehen von den Zeitlupenszenen) können helfen, die offensichtliche Dummheit auf der Leinwand zu übersehen.
Trailer:
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