
„The Silencing“ wird Fans des Genres und persönliche Bewunderer des Talents von Nikolaj Coster-Waldau erfreuen.
In der in jeder Hinsicht schwierigen Zeit der Pandemie sind Filmveröffentlichungen chaotischer denn je, sodass selbst nur halbwegs attraktive Projekte Gold wert sind. Zu diesen nicht perfekten, aber soliden Arbeiten kann man getrost den Film „The Silencing“ mit Nikolaj Coster-Waldau in der Hauptrolle zählen.
Verluste und Folgen
Die Tochter eines Bewohners einer abgelegenen Kleinstadt namens Rayburn (Coster-Waldau) ist spurlos verschwunden. Seitdem trinkt er hemmungslos, und vor dem endgültigen Vergessen rettet ihn nur seine Arbeit als Wildhüter. Plötzlich wird auf seinem Gebiet die Leiche eines Teenager-Mädchens gefunden, das mit einer primitiven Waffe gejagt wurde. Durch diesen Fund wird Rayburn in die Ermittlungen zu einer möglichen Mordserie verwickelt.
Buchstäblich von den ersten Bildern an wird der Zuschauer in eine Atmosphäre der Trauer und Hoffnungslosigkeit getaucht. Ein vom Kummer gebrochener, alkoholkranker Vater, ein Mörder, der in der Nähe eines Indianerreservats mit einem Atlatl (Wurfwaffe der Vorfahren der Mexikaner) sein Unwesen treibt, und die örtliche Sheriff (Annabelle Wallis) hat Probleme mit ihrem Bruder, der den Tod der Eltern verarbeitet. Das Thema des Verlusts geliebter Menschen und des Lebens durch den Schmerz hindurch durchzieht den Film „The Silencing“ während der gesamten 90 Minuten. Gleichzeitig reflektiert der Regisseur des Films, Robin Pront, auch über Erlösung, darüber, wie man mit Trauer umgehen kann und wie man es besser nicht tun sollte. Solche aufgeworfenen Fragen sind für einen typischen B-Thriller nicht das Üblichste und zumindest ein lobenswertes Unterfangen.
Kühne Twists ohne Drive
Das Hauptproblem des Films „The Silencing“ ist seine gemächliche Erzählweise in Kombination mit dem Fehlen irgendwelcher klarer spannungsgeladener oder Actionszenen. Im Großen und Ganzen gibt es genau 2 davon im Film, und beide heben das Niveau von Pronts Arbeit nicht an. Offenbar machte sich das winzige Budget bemerkbar, das hier buchstäblich aus allen Ecken hervorschimmert. Spannung ist in der Handlung zwar vorhanden, wird aber auf andere Weise erreicht.
Als Ausgleich für den fehlenden Drive dienen absolut verrückte, aber sehr effektive Handlungswendungen. Kaum glaubt der Zuschauer, den „Gärtner-Mörder“ entlarvt zu haben, macht die Geschichte eine scharfe Kehrtwende, die selbst Kinofans überraschen kann, die an dieses Stilmittel gewöhnt sind. Und solche Momente gibt es im Film gleich mehrere.
Charme und Ausstrahlung der Schauspieler
Offensichtlich floss das Hauptbudget des Films „The Silencing“ in die Verpflichtung der Stars aus „Game of Thrones“ und „Peaky Blinders“, Nikolaj Coster-Waldau bzw. Annabelle Wallis. Diese Wette ist sinnvoll, denn der Däne gehört zu der Kategorie von Schauspielern, die einen ganzen Film tragen können, indem sie sich mal in einen Actionhelden, mal in eine lyrische Figur verwandeln. Wallis wiederum ist nicht nur für die äußerliche Attraktivität zuständig, sondern sieht auch in Genrearbeiten recht überzeugend aus. Und wie „The Silencing“ zeigt, steht ihr die Sheriff-Uniform.
Sollte man den Film „The Silencing“ ansehen?
Wenn Sie solide Thriller-B-Movies vermisst haben, die nicht nach den Sternen greifen und nicht mit auffälliger Optik blenden, sondern sich auf Geschichte und Atmosphäre konzentrieren, dann könnte Ihnen das Ansehen des Films Freude bereiten.
Trailer:
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