
Koreaner verstehen es am besten, Thriller zu drehen, und „Der ungebetene Gast“ ist ein hervorragender Beleg dafür.
Am 30. Juli startet der neue koreanische Hit „Der ungebetene Gast“ (Chimipja) im russischen Online-Verleih, eine Verfilmung des Bestsellers von Son Won-pyeong. Sie fungierte auch als Drehbuchautorin und Regisseurin des Films, sodass all ihre Ideen und Konzepte sorgfältig auf die Leinwand übertragen wurden.
Fesselt von Anfang an
Im Zentrum der Geschichte steht der Architekt So Jin (Kim Mu-yeol), der als Kind seine Schwester verlor und nun auch seine bei einem Autounfall ums Leben gekommene Frau betrauert. Während er versucht, mit dem Tod seiner Gattin fertigzuwerden, bricht wie ein Sturm eine vor über 20 Jahren verschollene Verwandte (Song Ji-hyo) in sein Leben ein. Statt Freude über die Rückkehr seiner leiblichen Schwester wird So Jin von Zweifeln geplagt, denn er ist sich nicht sicher, ob die Frau wirklich die ist, für die sie sich ausgibt.
Die raffinierte Intrige in „Der ungebetene Gast“ spinnt sich von Anfang an. Von den ersten Minuten an tauchen der Protagonist und mit ihm der Zuschauer in eine Atmosphäre psychologischer Gedankenspiele ein. Man kann sofort beginnen, Vermutungen über die mysteriöse „Verwandte“ anzustellen, um So Jin zuvorzukommen, oder man kann sich im gemächlichen Tempo von der paranoiden Stimmung des Helden einfangen lassen, sodass die letztlich erreichte Katharsis in der brutalen Auflösung umso intensiver ist.
Nicht nur ein Thriller
„Der ungebetene Gast“ ist zu hundert Prozent Genrekino. Gleichzeitig berührt der Film, obwohl er wie ein klassischer Thriller wirkt und sich auch so anfühlt, durchaus interessante philosophische Fragen. Als zentrales Thema wählte Son Won-pyeong die Fragen nach Zuhause und Familie. Sie veranschaulicht eindrucksvoll, wie illusorisch die wichtigsten Werte im Leben eines Menschen sein können und wohin ihre Verzerrung führen kann. Selbst die stabilste Konstruktion kann wie ein Kartenhaus einstürzen, wenn man nur eine einzige Variable ändert – in diesem Fall fungiert als dieses Element die aus dem „Nichts“ zurückgekehrte Schwester des Protagonisten.
Umstrittenes Ende trübt den Gesamteindruck nicht
Eine der „Spezialitäten“ des koreanischen Kinos ist traditionell ein markantes und vieldeutiges Ende. Dies trifft auch auf den Film „Der ungebetene Gast“ zu. An einem Punkt mag es scheinen, als hätten die Filmemacher es mit dem Wunsch, den Zuschauer zu überraschen und zu schockieren, etwas übertrieben. Darunter leidet ein wenig die innere Logik der Geschichte, ganz zu schweigen von der Realitätsnähe des Geschehens.
Die endgültige Auflösung der verworrenen Geschichte kann man als künstlerische Freiheit abtun. Und wenn man sich bemüht, der Erzählung keine überflüssigen Fragen zu stellen, kann man echten Genuss daraus ziehen. Wie dem auch sei, die technische Seite des Films (solide Kameraführung, ein würdiger Soundtrack und hervorragende schauspielerische Leistungen der Hauptdarsteller) ist auf hohem Niveau.
Lohnt es sich, „Der ungebetene Gast“ anzusehen?
Den Film „Der ungebetene Gast“ kann man sowohl Fans des asiatischen Kinos als auch Liebhabern handfester psychologischer Thriller empfehlen, bei denen die Spannung mit jeder Minute steigt und ein schockierendes Ende nachhaltig beeindrucken kann.
Trailer:
Wir danken der Firma PROVZGLYAD für die bereitgestellten Materialien und den legalen Verleih des Films in Russland. Ab dem 30. Juli auf den gängigen Online-Plattformen zu sehen.
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