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„Betty“ spricht, ähnlich wie „Euphoria“, in einer zeitgemäßen Sprache über die Generation Z, jedoch in einem viel positiveren Ton.

Eine der auffälligsten Neuerscheinungen von HBO in diesem Jahr war überraschenderweise ein Projekt mit dem für ein breites Publikum anspruchslosen Titel „Betty“. Es spielen Laienschauspielerinnen mit, und im Mittelpunkt der Geschichte steht eine ganze Subkultur von Skateboardern, aber die Serie spricht über wichtige und für jeden verständliche Dinge – Erwachsenwerden, Selbstakzeptanz, Freundschaft, Freiheitsliebe. Was macht diese Show so besonders und fesselnd? Lassen Sie es uns herausfinden.

Slice of Life

Die Handlung dreht sich um Freundinnen, die es lieben, Skateboard zu fahren und versuchen, ihre eigene weibliche Clique von Board-Fans zusammenzustellen. Der erste Versuch, eine Gruppe zu bilden, kann nicht als erfolgreich bezeichnet werden, aber Kurt und Janay lernen trotzdem – eher trotz als wegen – Mishutka, Camille und Indigo kennen (letztere wird von den Mädchen fast mit Gewalt aufs Skateboard gestellt).

Betty Serie

Die Geschichte im Werk von Crystal Moselle hat im Großen und Ganzen weder Anfang noch Ende. Sie ist eher ein Sammelsurium verschiedener alltäglicher Skizzen: Eine Heldin schämt sich für ihre sexuelle Orientierung, während eine andere versucht, den lokalen Schwarm und Skateboard-Star zu beeindrucken, und eine dritte versucht, Geld aufzutreiben, um einem lokalen Dealer eine Schuld zurückzuzahlen. Solche Skizzen gibt es in den sechs halbstündigen Episoden zu Dutzenden, denn das wirkliche Leben wirft uns fast jeden Tag Überraschungen und verschiedene Aufgaben vor den Füßen. Und genau dieses Leben hat Moselle aufs Beste eingefangen.

Stilvoll, atmosphärisch und temperamentvoll

Von den ersten Bildern an besticht die Serie „Betty“ durch ihre Authentizität und Realitätsnähe. Sie werden keine atemberaubenden Tricks im Stil von Tony Hawk sehen, aber Sie werden Menschen sehen, die in ihre Tätigkeit verliebt sind, mit unterschiedlichen Ansichten, Charakteren und Temperamenten. Die Serie enthält wirklich viele Szenen mit Skateboarden, was es auch einem neutralen Zuschauer ermöglicht, in die Atmosphäre einzutauchen, in der die Heldinnen der Geschichte leben. Aktuelle elektronische Musik und Hip-Hop-Kompositionen leisten dabei ebenfalls gute Dienste.

Betty ansehen

Zur Stilistik der Serie trägt auch die lebendige visuelle Ästhetik bei, von gebleichten Augenbrauen bis zu mit Glitzer beklebten Brustwarzen, von den farbenfrohen Schauplätzen verschiedener Skateparks bis zur dynamischen Kameraführung im Stil von Instagram-Videos.

Viel Raum zum Nachdenken

Obwohl die Serie „Betty“ eine offensichtliche Hymne an den modernen Hedonismus ist (die Heldinnen hängen den ganzen Tag rum, konsumieren Drogen, haben Sex und fahren Skateboard), ist sie keineswegs dumm und bietet ihren Zuschauern eine Fülle wichtiger Gedanken und Ideen zur Betrachtung. Es gibt hier Ironie über männliche Ansichten von Frauen, die „nicht das tun, was sie sollen“, Fragen des sexuellen Belästigung (und seiner Wahrnehmung durch die verschiedenen Geschlechter), Themen der Freiheitsliebe (eine der eindrucksvollsten Szenen der Staffel zeigt, wie unsere Heldinnen versuchen, einem Mädchen aus einer strengen puritanischen Familie das Skateboardfahren beizubringen), und vor allem – „Betty“ spricht über Freundschaft, über die Fähigkeit zu vergeben und andere so zu akzeptieren, wie sie sind. Eine einfache Sammlung von scheinbar allgemeinen Wahrheiten wird hier maximal elegant, unaufdringlich, verständlich und ohne Übertreibungen mit Hurra-Feminismus präsentiert.

Betty Amediateka

Sollte man die Serie „Betty“ ansehen?

Ja, ja und nochmals ja. Es ist eine lustige, geistreiche, lebendige und unglaublich atmosphärische Serie über die Generation Z, die auch für ältere Zuschauer verständlich sein wird. Vielleicht bekommt man nach dem Anschauen sogar Lust, selbst aufs Board zu steigen und etwas Besonderes auszuprobieren!

Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=WT8QWAA3pxk

P.S. Lesen Sie das interessante Interview mit der Schöpferin des Projekts, Crystal Moselle, um noch tiefer in das Leben der Skateboarderinnen einzutauchen.