
„The Old Guard“ mit Charlize Theron – potenzielles Franchise oder durchschnittlicher Actionfilm?
Am 10. Juli feierte auf der Streaming-Plattform Netflix der lang erwartete Actionfilm mit Charlize Theron unter dem Titel „The Old Guard“ Premiere.
Wie berechtigt die Ambitionen des Films von Gina Prince-Bythewood auf den Status eines Superhelden-Blockbusters sind, ob das Werk Chancen hat, ein neues Franchise zu werden, und ob es sich lohnt, Ihre Zeit dafür zu opfern – die Antworten auf diese Fragen erfahren Sie in unserer heutigen Rezension.
Triviale Handlung
Im Zentrum der Handlung von „The Old Guard“ steht eine Gruppe unsterblicher Krieger unter der Führung von Andy (Charlize Theron), die seit Jahrhunderten für das kämpfen, was sie für richtig halten. Dieses Mal wollen sie sich mit Terroristen anlegen und Geiseln befreien, geraten jedoch stattdessen in eine Falle, die gestellt wurde, um Beweise für ihre Unsterblichkeit zu erlangen. Gleichzeitig taucht in der Welt ein neues Mitglied ihrer Art auf, das um jeden Preis vor der Regierung und der Öffentlichkeit versteckt werden muss.
Zunächst mag es scheinen, als sei die Geschichte in „The Old Guard“ zumindest interessant. In Wirklichkeit ist das Drehbuch trotz der Fülle an dekorativen Elementen (wie der Unsterblichkeit der Figuren) jedoch maximal einfach: Es gibt eine Gruppe positiver Helden, einen Antagonisten mit primitiver Motivation und einen offensichtlichen Konflikt.
Gleichzeitig möchte man den Film nicht für die Zweitrangigkeit der Handlung tadeln, denn sie wird recht souverän präsentiert. Ein Minimum an Dummheiten in den Handlungen der Helden, für das Genre angemessene Dialoge, eine normale Dynamik der Ereignisentwicklung und ein passender Ansatz für eine mögliche Fortsetzung. Ursprünglich plante Gina Prince-Bythewood eine Trilogie, in der „The Old Guard“ nur der Beginn der mörderischen Abenteuer von Andromache und ihren Gefährten ist.
Die Ambitionen auf ein Franchise sind durchaus angebracht, denn der Film stürmte sofort die Spitzenplätze von Netflix und wird dort offenbar noch ziemlich lange bleiben, da in naher Zukunft keine anderen großen Premieren zu erwarten sind. Drehbuchtechnisch ist der Boden für eine Fortsetzung solide vorbereitet – ein klarer Schauplatz ist vorhanden, die Überlieferung ist ausreichend detailliert beschrieben, ein potenzieller Antagonist wurde behutsam und angemessen eingeführt. Man kann Wetten darauf abschließen, dass es eine (oder mehrere) Fortsetzung(en) geben wird!
Brutalität und Kompromisslosigkeit
Qualitätsvoller und brutaler Action ist in letzter Zeit zum Markenzeichen der Netflix-Actionfilme geworden. Diese Eigenschaften trafen auf die kürzlich erschienene „Extraction“ zu, und dasselbe kann man über „The Old Guard“ sagen. Zum Glück verpflichtet das Thema der Unsterblichkeit der Hauptfiguren die Autoren geradezu, es immer wieder auf die unterschiedlichsten Weisen auszuspielen (man denke nur an die Kampfszene im Flugzeug zwischen Therons Heldin und der neuen Unsterblichen).
Was wertvoll ist: Die Macher übertreiben es nicht mit der Action, sie zeigen sie portionsweise, ohne den Zuschauer zu sehr zu langweilen, aber auch ohne ihn langweilen zu lassen.
Lohnt es sich, den Film „The Old Guard“ anzusehen?
Wenn Sie altmodische (primitive, aber schwungvolle) Actionfilme vermissen, wenn Ihnen gefällt, wie Charlize Theron mit einer Axt in den Händen aussieht, wenn Sie über einige Drehbuchfehler hinwegsehen können, dann kann „The Old Guard“ Ihnen eine Menge positiver Emotionen bescheren. Es ist ein dynamischer und nicht der dümmste Film mit interessanten Helden, herzlichen Gesprächen und brutaler Action.
Trailer:
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