
Russischer Löwe, isländische Elfen und andere musikalische Offenbarungen im Film „Eurovision Song Contest: Die Geschichte der Fire Saga“.
Auf Netflix feierte eine neue Komödie von Regisseur David Dobkin („Die Hochzeits-Crasher“, „Shanghai Knights“) unter dem schlichten Titel „Eurovision Song Contest: Die Geschichte der Fire Saga“ (Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga) Premiere. Der Film widmet sich, wie nicht schwer zu erraten ist, genau jenem Ereignis in der Musikwelt, das jährlich Millionen von Europäern (und nicht nur sie) vor die Fernsehbildschirme lockt.
Charmante Albernheit
Von den ersten Minuten an gibt der Film den Ton für die gesamte Erzählung vor – albern und absurd, aber charmant und verträumt. Die Hauptfiguren Lars (Will Ferrell) und Sigrit (Rachel McAdams) träumen seit ihrer Kindheit davon, am Eurovision Song Contest teilzunehmen, aber das ist unglaublich schwierig, wenn man in einem abgelegenen isländischen Dorf lebt.
Bekanntlich können Träumer Berge versetzen, und so bekommen auch unsere karikaturhaften, aber charismatischen Charaktere die Chance, ihr Können beim wichtigsten Musikwettbewerb Europas unter Beweis zu stellen. Und dann wird alles nach den Gesetzen des Genres ablaufen – mit Misserfolgen und Überwindungen, mit Unverständnis und Anerkennung, mit Inspiration und natürlich mit Liebe.
Erwartungen erfüllt und eine einfache Botschaft
Der Film „Eurovision Song Contest: Die Geschichte der Fire Saga“ liefert genau das, was man von ihm erwartet. Hier werden die Klischees des Wettbewerbs gutmütig verspottet (es gibt eine eigene Lordi-Gruppe aus Weißrussland, eine Fülle von Feuershows und verrückte Tanzeinlagen), es werden standardisierte, aber einprägsame Lieder gesungen, und Stars der Originalshow sind dabei, darunter die Meme-Figuren Alexander Rybak und Conchita Wurst.
Will Ferrell sieht traditionell albern und lustig aus (nicht immer), Rachel McAdams ist wie immer süß und hübsch, und der Kern der Geschichte liegt in einfachen Gedanken – höre nie auf zu träumen und deinem Ziel entgegenzugehen, schätze die Menschen, die dir nahestehen. Ja, so einfach und verständlich, aber manchmal müssen Binsenweisheiten so oft wie möglich ausgesprochen werden.
Die größte Überraschung
Wenn Ferrell und McAdams in ihren gewohnten Rollen auftraten, dann sorgte der Arbeitstier Dan Stevens für eine echte Überraschung. Bereits die Serie „Legion“ zeigte, wie vielseitig dieser Künstler ist, aber im Eurovision-Film gelang es ihm, eine weitere Facette seines Talents zu demonstrieren, nämlich die komödiantische. Mit jedem Auftritt stiehlt der Schauspieler buchstäblich die gesamte Aufmerksamkeit des Publikums.
Stevens spielte einen Teilnehmer aus Russland und gleichzeitig den Hauptfavoriten der Show, Alexander Lemtov (der Nachname klingt eher bulgarisch, aber egal). Sein Charakter sieht irgendwie aus wie ein junger George Michael mit der Stimme von Lew Leschtschenko und singt dazu noch über den „Löwen der Liebe“, aber das Ganze wirkt dennoch sehr organisch. Kurz gesagt, ein großartiger Charakter und eine hervorragende schauspielerische Leistung, und das Ganze kam ohne offensichtliche Klischees aus.
Lohnt es sich, „Eurovision Song Contest: Die Geschichte der Fire Saga“ anzusehen?
Dobkins Film ist sehr speziell. Er wird wahrscheinlich nicht demjenigen schmecken, der noch nie Eurovision gesehen hat; er ist nicht lustig genug, um ihn Fans des Comedy-Genres zu empfehlen, aber dieser Film hat definitiv eine Seele. Und Elfen.
Trailer:
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