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„Im dichten Wald“ – ein neues Netflix-Projekt basierend auf den Werken des berühmten amerikanischen Schriftstellers.

Am 12. Juni debütierte auf der Streaming-Plattform Netflix die polnische Miniserie „Im dichten Wald“ (W głębi lasu/The Woods), eine Verfilmung des gleichnamigen Romans des amerikanischen Meisters des Detektivgenres Harlan Coben. Wir erzählen, was dieses Projekt noch auszeichnet und ob es sich lohnt, ihm Zeit zu widmen.

Rätsel der Vergangenheit

Die Handlung der Serie entwickelt sich in zwei Zeitabschnitten:

  • 1994 – In einem Jugendcamp ereignet sich ein Doppelmord, zwei weitere junge Menschen verschwinden spurlos;
  • 2019 – Der Staatsanwalt Paweł Kopiński (Grzegorz Damięcki), der in jenem verhängnisvollen Sommer seine Schwester verlor, entdeckt neue Details des Falls, die ihm helfen könnten, genau zu erfahren, was damals vor 25 Jahren in dem Camp geschah.

Im dichten Wald Serie

Ein typisches Stilmittel von Harlan Coben ist die Erzählung über ungelöste Fälle der Vergangenheit, die sich nach vielen Jahren wieder melden. So war es in der großartigen britischen Serie „The Five“, und genau dasselbe ist in der Show „Im dichten Wald“ zu beobachten.

Die Handlung stellt eine Art Knäuel aus kleinen, miteinander verbundenen Geschichten dar, von denen jede auf die eine oder andere mögliche Entwicklung hindeuten kann. Dank häufiger Andeutungen und Sprünge zwischen den Zeitlinien (Dialoge werden manchmal einfach durch Rückblenden oder Szenenwechsel abgebrochen) gelingt es den Autoren, die Spannung bis zum Abspann auf einem angemessenen Niveau zu halten. Für einen soliden klassischen Detektiv ist das eine wahrlich nicht schlechte Leistung.

Kaleidoskop der Charaktere

Was „Im dichten Wald“ von traditionellen Detektivgeschichten abhebt, ist die Vielzahl interessanter und vielschichtiger Figuren: schwierige Jugendliche, die mit Eltern und Gleichaltrigen in Konflikt geraten, ein Staatsanwalt, der unkonventionelle Methoden anwendet und viele persönliche Geheimnisse hat, eine Mutter, die für ihre Kinder zu allem bereit ist, und so weiter. Jeder der dargestellten Charaktere ist wiedererkennbar, was sie nicht primitiv macht, sondern sie lediglich dem realen Leben annähert.

Im dichten Wald ansehen

Im Laufe der Erzählung kann sich die Einstellung des Zuschauers zu vielen Figuren ändern, und der gestrige Bösewicht kann sich in Wirklichkeit als gar nicht so böse erweisen, und umgekehrt. Eine solche Haltung gegenüber den Figuren kann man dem polnischen Projekt als Pluspunkt anrechnen.

Technische Seite

Beim Anschauen der Serie „Im dichten Wald“ ist es nicht nur interessant, dem Fortgang der Handlung zu folgen, sondern auch in die allgemeine depressive Atmosphäre einzutauchen. Düstere Töne, dazu passende Musik und die häufige Verwendung des sogenannten Dutch Angles (geneigter Horizont) – das sind keineswegs neue, aber zuverlässig funktionierende Mittel, die man bei richtigem Einsatz nicht ungenutzt lassen sollte.

Nichts Herausragendes gibt es im „Bild“ oder in der Musik, sie ist einfach solide und dient als hervorragende Kulisse für das Wesentliche – die Geschichte.

Im dichten Wald 2020

Lohnt es sich, „Im dichten Wald“ anzusehen?

Diese Serie wird sowohl Fans von Harlan Cobens Werk als auch Liebhabern unvorhersehbarer Detektivgeschichten gefallen – sie ist kein neues Wort im Genre, aber ein sehr würdiger Vertreter desselben.

Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=DLBuQ-P_Jz8