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Kenneth Branaghs „Artemis Fowl“ – ein missglückter Versuch, den Erfolg von Harry Potter zu wiederholen.

Nachdem es alle Qualen der Produktionshölle durchgemacht hat, erreichte das Projekt „Artemis Fowl“, die Verfilmung der gleichnamigen Buchreihe von Eoin Colfer, die Zuschauer – jedoch ohne Kinostart, sondern debütierte direkt auf der Streaming-Plattform Disney+. Vielleicht rettet diese Entscheidung das Studio vor kolossalen Verlusten, denn ein derart stümperhaft inszenierter Film hätte die investierten Mittel (immerhin rund 125 Millionen Dollar) im traditionellen Kino niemals wieder eingespielt. Lassen Sie uns analysieren, was mit der neuen Regiearbeit von Kenneth Branagh nicht stimmt und warum sie sowohl von Kritikern als auch von Fans der Vorlage zu Recht einen Shitstorm erntet.

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Drehbuch-Chaos

Im Zentrum der Geschichte steht der 12-jährige Genius namens Artemis Fowl (Ferdia Shaw), dessen Vater (Colin Farrell) plötzlich verschwindet. Der Junge, der sich durch einen frechen Charakter auszeichnet, versucht zusammen mit dem Butler namens Dom (Nonso Anozie), das Geheimnis des Verschwindens von Artemis Fowl senior zu lüften, und begreift dabei, dass die Geschichten seines Vaters über Feen, Kobolde und andere magische Wesen der Unterwelt keine Erfindung sind.

Artemis Fowl Film 2020

In Bezug auf das Drehbuch hat der neue Disney-Blockbuster eine Vielzahl von Problemen: Ungereimtheiten, Lücken und Unausgesprochenes, fehlende klare Motivation der Charaktere, Eile bei der Enthüllung der Geheimnisse und Besonderheiten der magischen Seite der Geschichte.

Man kann die Liste der Kritikpunkte mit der offensichtlichsten Absurdität beginnen: Artemis Fowl selbst und andere Figuren erklären mehrfach, dass er als kriminelles Genie gilt, aber das Problem ist – der Protagonist tut weder in der Vorgeschichte noch im Verlauf der Filmhandlung irgendetwas Kriminelles. Oder ist der Junge so genial, dass niemand etwas verstanden hat? Zweifelhaft.

Artemis Fowl 2020

Der Protagonist in Branaghs Film wirkt wie ein gewöhnlicher und völlig unauffälliger Junge, der durch eine Laune des Drehbuchs von der Realität losgelöst ist. Er ist nicht lebendig, nicht dynamisch, nicht interessant – im wahrsten Sinne des Wortes „überhaupt nicht“.

Ein weiteres Problem des Films ist das Fehlen eines adäquaten Antagonisten. „Artemis Fowl“ kann man kaum als neuen „Harry Potter“ bezeichnen, auf dessen Lorbeeren die Macher offenbar abzielten, denn Opal ist kein Vergleich zu Voldemort. Im Großen und Ganzen ist es ohne Kenntnis der literarischen Vorlage schwierig zu verstehen, was der Hauptschurke will, welche Motive und Ziele er verfolgt und worin seine Besonderheiten bestehen. De facto ist ein Antagonist in der Geschichte vorhanden, aber wozu? Eine Antwort auf diese Frage gibt der Film nicht, sondern deutet nur unbeholfen an, dass in der Fortsetzung, die nie das Licht der Welt erblicken wird, alles klar sein wird.

Mittelmäßiger Blockbuster

Fast jede schwache Geschichte kann durch die Attribute eines Kinoattraktion aufgewertet werden: monumentale Szenen, packende Abenteuer, ansprechende Optik. Und hier ist „Artemis Fowl“ offenkundig schlecht.

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Vielleicht ziehe ich mir den gerechten Zorn der Fans des britischen Filmemachers zu, aber ich bin fest davon überzeugt, dass Kenneth Branagh keine Filme drehen kann. Zumindest keine Blockbuster. Man denke an den sekundären „Thor“, die pompöse und leere „Cinderella“ oder den unscheinbaren „Jack Ryan“.

Den Szenen von „Artemis Fowl“ fehlt es an Dynamik, sie haben nicht einen Hauch von Originalität (man bedenke nur, die zentrale Action-Episode ist eine Begegnung mit einem Troll!), und auch die Spezialeffekte wirken größtenteils billig und wenig überzeugend. Wofür das 125-Millionen-Budget ausgegeben wurde, ist völlig unklar.

Lichtblick

Der einzige positive Aspekt des Films „Artemis Fowl“ ist die Figur von Josh Gad. Mit seinem Charme und seiner Ironie lockert der Schauspieler dieses offenkundige Chaos zumindest etwas auf. Aber die Bemühungen eines einzigen Nebencharakters reichen eindeutig nicht aus, um sich in irgendeiner Weise positiv über den Film zu äußern.

Artemis Fowl Film

Lohnt es sich, „Artemis Fowl“ anzusehen?

Der neue Film von Disney kann bereits als Ergänzung der ohnehin reichhaltigen Sammlung talentfreier Familien-Blockbuster bezeichnet werden. Weder der renommierte Regisseur, noch die talentierte Besetzung, noch die populäre Buchvorlage retten den Film vor Zweitklassigkeit, Ideenlosigkeit und mangelnder Inspiration.

Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=2-r97Kz9mWI