
Der spanisch-britische Film „Feedback“ ist ein ordentlicher Versuch, ein modisches Thema in den Rahmen eines klassischen Genres zu setzen.
Die #MeToo-Bewegung hatte enorme Auswirkungen nicht nur auf die öffentliche Stimmung, sondern auch auf die Kunst, insbesondere auf das Kino. Wir haben bereits Filme über Belästigung am Arbeitsplatz („The Scandal“), Serien über die Nutzung hohen Status zur sexuellen Befriedigung („The Morning Show“) und andere Projekte zu ähnlichen Themen gesehen. Der Film „Feedback“ greift dieses Thema ebenfalls auf, aber anstelle typischer Moralisierungen und Belehrungen wählen die Autoren weitaus radikalere Methoden der Geschichtsvermittlung.
Live auf Sendung
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der beliebte Radiomoderator Jarvis Dolan (Eddie Marsan), bekannt für seine Fähigkeit und seinen Wunsch, über heikle gesellschaftliche Themen zu sprechen, Stars in den offensten Gesprächen zu diskutieren und sich als radikaler Journalist zu präsentieren.
Jarvis plant, seine nächste Sendung mit der Enthüllung eines neuen Skandals zu beginnen, doch statt der üblichen Abendarbeit werden er und seine Kollegen im Studio von unbekannten maskierten Personen als Geiseln genommen, die ihre eigene Vorstellung von einer aktuellen Sendung haben.
Klassischer Thriller in neuem Gewand
Es ist schwierig, den Zuschauer im Genre des hermetischen Thrillers, bei dem die Handlung an einem einzigen abgeschlossenen Ort stattfindet, mit etwas Neuem zu überraschen. Wenn man die Geschichte jedoch in einem Kontext präsentiert, der das Publikum gerade bewegt, kann man durchaus ein recht gutes Ergebnis erzielen. Genau das haben Regisseur Pedro Corredor und sein Team versucht.
Der Film „Feedback“ thematisiert die Straflosigkeit von Machthabern und Showbusiness-Stars. Opfer von Sexualstraftaten entgehen oft jeglichen Konsequenzen. Wenn sie jedoch beschließen, selbst für Gerechtigkeit zu sorgen, ist ein trauriger und möglicherweise blutiger Ausgang unvermeidlich.
Mit einem klugen und aktuellen Hintergrund der Geschichte konzentrierten sich die Filmemacher auf den Hauptaspekt des Genres: Spannung. Dank des grenzenlosen Talents des Schauspielers Marsan gelingt dies mühelos. Der Schauspieler manipuliert geschickt die Stimmung des Publikums, lässt es mal mitfühlen, mal Verdacht schöpfen. Bis zum Abspann ist schwer zu bestimmen, ob Jarvis in dieser Situation das Opfer oder der Täter des Geschehens ist.
Leider kommen einige Genrekonventionen und offensichtliche Dummheiten der Figuren nicht ohne aus; andernfalls wäre „Feedback“ nicht nur ein ordentlicher Thriller, sondern ein Werk nahe an den Maßstäben seines Genres gewesen.
Eine Reihe von Handlungen der Helden lässt einen darüber nachdenken, ob die Fantasie der Autoren einfach nicht für 90 Minuten fesselnder Geschichte ausreichte. Manchmal dienen sie nur dazu, die Dialoge mit Action aufzulockern, manchmal als nächster Schritt zur Verwirrung des Publikums (was nicht immer überzeugend wirkt). Wenn der Zuschauer bereit ist, das Geschehen als filmische Konvention abzutun, mag dieser Mangel unbemerkt bleiben, aber übersehen kann man ihn nicht.
Sollte man den Film „Feedback“ sehen?
Der spanische Thriller mit britischen Schauspielern (neben Marsan ist auch Paul Anderson, Star von „Peaky Blinders“, zu sehen) wird Fans spannender und unvorhersehbarer Filme erfreuen, aber übermäßig empfindlichen Personen wird er aufgrund der schmerzhaften Thematik und manchmal übermäßig brutaler Szenen nicht empfohlen.
Trailer:
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