
„Space Force“ – ein neues Projekt der Macher von „The Office“, das wohl kein Hit wird.
Ende Mai wurde auf Netflix die Serie „Space Force“ veröffentlicht, deren Schöpfer Greg Daniels und Steve Carell sind, die zuvor die Kultshow „The Office“ hervorbrachten.
Versuchen wir herauszufinden, ob Carell nach einer Reihe erfolgreicher dramatischer Rollen in Sitcoms zurückkehren sollte und ob der Start von „Space Force“ als erfolgreich angesehen werden kann.
Aktuelle Satire
In der Handlung beschließt die US-Regierung, eine neue militärische Einheit zu schaffen – die Space Force – deren Leiter Steve Carells Figur Mark Naird wird (natürlich inklusive „lustiger“ Wortspiele über Nerd). Ihm unterstehen die unterschiedlichsten Leute, von genialen Wissenschaftlern aus aller Welt bis zu einem Pressesprecher, der von Twitter besessen ist.
Die Idee an sich, das Thema Weltraumstreitkräfte (über das in den letzten Jahren völlig ernsthaft gesprochen wird) zu veralbern, wirkt interessant und äußerst aktuell. Eine gesunde Portion Humor zu aktuellen Themen hat noch niemandem geschadet. Aber leider kommt man mit einer guten Idee allein nicht weit. Und das ist das Hauptproblem der Serie „Space Force“.
Uninteressante Charaktere
Der Kern jeder beliebten Sitcom sind sympathische und ungewöhnliche Helden. In dieser Hinsicht hat das Werk von Daniels und Carell große Probleme. Die Hauptfigur der Show wirkt wie eine karikaturhafte Parodie auf den legendären Michael Scott aus „The Office“. Auch er ist kein vorbildlicher Chef und zeichnet sich nicht durch herausragende Intelligenz aus (gelinde gesagt). Seine Handlungen sind selten logisch und man kann sie kaum lustig nennen. Einem so großen Schauspieler wie Carell ist es in einem so tristen Charakter einfach zu eng.
Ebenso misslungen sind die Nebenfiguren der Show „Space Force“. Sie sind voller Klischees und lächerlicher Karikaturen. Ein dämlicher General als Sekretär, ein Astrobotaniker, der unbedingt Asiate sein muss, eine problematische Tochter, dumme muskelbepackte Militärs. An jeder Ecke lauern Klischees, die nie auch nur ansatzweise originell ausgespielt werden, im Gegensatz zur kürzlich erschienenen „The Great“, wo Absurdität und offensichtlicher Unsinn auf frische und geistreiche Weise präsentiert wurden.
Aus der Besetzung kann man höchstens John Malkovich loben, der in seiner Rolle als pedantischer Wissenschaftler offensichtlich gelangweilt ist, aber dies auf seine gewohnt brillante Weise tut.
Mittelmäßiger Humor
Ein weiteres offensichtliches Problem von „Space Force“ ist die schiere Menge an Witzen, die daneben gehen. Für eine Sitcom ist das ein echter Reinfall, wenn man in 20-30 Minuten Laufzeit nur ein paar Gags und einen One-Liner als gelungen bezeichnen kann.
Greg Daniels und das Team haben anscheinend entschieden, dass es im Jahr 2020 unglaublich lustig wäre, einen Schimpansen ins All zu schicken, der dann von den allgegenwärtigen Chinesen gefangen wird. Aus Sicht der Macher wirkt die Episode mit den Militärübungen sehr komisch, die jeder Paintball-Folge aus „Community“ oder den Lasertag-Szenen aus „How I Met Your Mother“ klar unterlegen ist. Und wieder einmal: Klischees, Stereotype, Wiederholungen – das zieht sich nicht nur durch die Charaktere, sondern auch durch den Humor.
Sollte man „Space Force“ sehen?
Wenn Sie eine geistreiche Situationskomödie erwarten, Zeit mit sympathischen und charmanten Helden verbringen möchten, wenn Sie überzeugt sind, dass Alexei Worobjow nicht in Filmen auftauchen sollte, dann überspringen Sie die Serie „Space Force“ getrost. Ja, Alexei Worobjow spielt tatsächlich in dieser Show mit, und das ist ein weiteres Problem des Projekts in einer Reihe vieler.
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