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Der Erfolg von Game of Thrones löste eine ganze Welle von Serien über das Mittelalter – real und alternativ – voller Magie, Begierde und Grausamkeit aus. Aber nicht allen gelang dies so erfolgreich wie HBO.

Der Erfolg von Game of Thrones veranlasste viele Filmemacher und Fernsehsenderchefs, die Formel der Show zu wiederholen, die in den letzten zehn Jahren zu einem wahren kulturellen Phänomen wurde. Heute möchten wir an einige markante Beispiele von Serien erinnern, die das neue Game of Thrones werden wollten, dies aber entschieden nicht schafften.

See (2019–heute)

See Apple TV+

Apple TV+ wollte sich als ernstzunehmender Player auf dem Videostreaming-Markt etablieren und sofort auf dem Niveau von Netflix oder ähnlichen Anbietern mitspielen. Dafür sponserte das Unternehmen aus Cupertino gleich zum Start die monumentale Show „See“ mit Jason Momoa in der Hauptrolle (der übrigens direkt mit Game of Thrones verbunden ist).

Doch der Anlauf war groß, der Schlag jedoch schwach, wie man so schön sagt. Baba Voss in Momoas Darstellung wurde nicht zu einem neuen Khal Drogo, und die Mythologie der Serie erwies sich als erschreckend dürftig und uninteressant. Es zeigt sich, dass Brutalität und düstere Atmosphäre allein den Zuschauer nicht für sich einnehmen können, insbesondere die Fans der HBO-Serie.

Trotz der hohen Erwartungen an das Projekt „See“ erwiesen sich andere Entwicklungen von Apple TV+ als weitaus interessanter, wie etwa „The Morning Show“. Jason Momoa und Co. haben in der zweiten Staffel noch Chancen, das Publikum von ihrer Qualität zu überzeugen, aber die Lorbeeren eines neuen Game of Thrones werden sie sicher nicht ernten.

Emerald City (2016–2017)

Emerald City

Bei NBC dachte man damals, düstere Fantasy sei das, was das Publikum wolle. Warum nicht das allseits beliebte Märchen über den Zauberer von Oz nehmen und es brutaler, freizügiger und geheimnisvoller machen? Die Antwort schien auf der Hand zu liegen, aber nicht für die Verantwortlichen des Senders.

Mit Tarsem Singh, einem der führenden Visionäre Hollywoods, als Regisseur hoffte NBC, ein Stück vom Ruhm von Game of Thrones mit seiner Magie und seinen faszinierenden Charakteren abzubekommen. Sex, Gewalt, Riesen, Hexen und politische Intrigen – all das ist in „Emerald City“ im Überfluss vorhanden, aber die Handlung zu verfolgen ist absolut uninteressant. Niemand wollte, dass das geliebte Märchen aus der Kindheit auf so absurde und unnötige Weise verunstaltet wird.

The Shannara Chronicles (2016–2017)

The Shannara Chronicles

Die Serie „The Shannara Chronicles“ ist nicht das schlechteste Projekt in unserer heutigen Liste, aber sie kam definitiv zur falschen Zeit und auf dem falschen Sender. Wer nimmt heutzutage ein Filmprojekt von MTV noch ernst?

Ein weiteres Problem dieser Show ist, dass sie zu sehr sowohl Game of Thrones (Sex, Intrigen, Rassenfragen) als auch Der Herr der Ringe (sie wurde sogar in Neuseeland gedreht, und Gimli persönlich, John Rhys-Davies, spielt eine Rolle!) ähneln wollte. Dabei ist die Geschichte hier durchaus eigenständig, und es gibt sogar eine hochwertige literarische Vorlage von Terry Brooks. Ach, wenn dieses Material nur in die Hände fähiger Showrunner geraten wäre, hätten wir auf ein weiteres großartiges Fantasy-Werk hoffen können, statt auf einen kläglichen Versuch, Game of Thrones für Teenager zu spielen.

The Last Kingdom (2015–heute)

The Last Kingdom

Diese britische Show hat neben dem optisch ähnlichen Setting sehr viel mit Game of Thrones gemeinsam. Ähnlich wie die Andalen, die von jenseits des Meeres kamen und die Sieben Königslande von Westeros gründeten, kamen auch die Angelsachsen von jenseits des Meeres und organisierten ihre sieben Königreiche, die wiederum Ziel anderer Eroberer werden (statt der Weißen Wanderer gibt es hier Wikinger).

Es gibt hier auch eine eigene Version von Theon Graufreud (Uhtred), der von Feinden aufgezogen wurde und später zwischen seinen Vorfahren und denen, mit denen er aufgewachsen ist, wählen muss. Und all dies geschieht natürlich vor dem Hintergrund von Kriegen und Machtkämpfen.

Und selbst diese Umstände machten „The Last Kingdom“ nicht zu einem großen Hit auf dem Niveau der legendären HBO-Serie. Im Gegenteil, jede neue Staffel dieses Projekts wurde von verschiedenen Sendern und Plattformen unterstützt. Es begann seine Reise bei der BBC (zusammen mit BBC America), aber bereits 2018 zog sich der britische Fernsehriese von der weiteren Produktion der teuren Serie zurück. Später wurde sie von Netflix übernommen, wo bis heute ohne große Aufregung neue Staffeln erscheinen.

Britannia (2018–heute)

Britannia

Im Vereinigten Königreich wurde Game of Thrones auf Sky ausgestrahlt. Und 2018, als sich die HBO-Serie langsam ihrem logischen Ende näherte, beschlossen die Briten, sich zu beeilen und eine eigene Antwort auf das amerikanische Werk zu schaffen. So entstand die Serie „Britannia“, an der sich auch Amazon Prime Video beteiligte.

Dem Schöpfer der Show, Jez Butterworth, gelang eine epische Mischung aus Sex, Kriegen und Magie vor dem Hintergrund der römischen Invasion in Britannien. Neben den aus Game of Thrones bekannten Erfolgszutaten fanden sich in „Britannia“ auch David Bradley und Mackenzie Crook, die direkt aus dem amerikanischen Hit übernommen wurden. Kurzum, optisch sollte diese Serie perfekt für Fans von Game of Thrones geeignet sein.

Dennoch war das Publikum nicht bereit für diese in gewisser Weise halluzinogene Erzählung an der Grenze zur Farce. Die Einschaltquoten der Episoden sanken nach einem starken Start stetig, weshalb Amazon sich von weiteren Investitionen in das Projekt zurückzog.

Den Erfolg von Game of Thrones konnte die britische Serie nicht wiederholen und wurde schnell zu einem Nischenprodukt für ein schmales Publikum, das sich von einer seltsamen Erzählweise nicht abschrecken lässt.