"Help!" (2025, USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Thailand)
Sam Raimi enttäuscht nicht! Habe den Film vor etwa zwei Monaten gesehen, aber die angenehmen Eindrücke wärmen immer noch das Herz
Es ist natürlich ein Theater zweier Schauspieler. Die ganze Spannung und die gesamte Geschichte ruhen auf den Schultern des Duos Rachel McAdams und Dylan O'Brien. Hätte mir jemand gesagt, dass der Junge aus „Maze Runner“ eine solche Performance abliefern kann, hätte ich es nicht geglaubt, aber der Junge ist erwachsen geworden [und hat das bereits mit dem Film Twinless bewiesen].
Die Königin des Balls ist jedoch Rachel McAdams. Mit Augen, Mimik und Körperlichkeit zeigt sie, wie ihre Figur – bescheiden, von niemandem respektiert und von allen ignoriert – allmählich Stärke gewinnt und gleichzeitig ihre verrückte Alternativpersönlichkeit freisetzt. Zu beobachten, wie im Duo ein Machtwechsel stattfindet und gleichzeitig die Verwandlung von McAdams' Figur, ist wirklich großartig. Das ist wohl ihre beste Rolle ihrer Karriere
„Help!“ ist eine weitere Interpretation der Überlebensgeschichte unter extremen Bedingungen auf einer abgelegenen Insel, nur dass es hier statt des gutmütigen Tom Hanks [oder eines anderen mutigen und tapferen] oder einer Gruppe verlassener Kinder/verwilderter Menschen im Grunde zwei Schurken gibt, und keiner bereit ist, selbst unter Todesdrohung nachzugeben.
Ich denke wirklich, dass es in dieser Geschichte keine guten Charaktere gibt, sie sind beide schlecht, und dennoch empfindet man abwechselnd etwas Mitgefühl für beide. Letztendlich, wenn man ein egoistischer Idiot ist, bedeutet das nicht, dass man kein Mitgefühl verdient. Aber dennoch ruft die Figur von McAdams mehr Emotionen hervor, da sie ein Ergebnis der gesellschaftlichen Haltung ist und nicht einfach so geboren und erzogen wurde.
Aber keiner der Charaktere ruft vollständige Sympathie hervor
Die Stärke des Films „Help!“ liegt darin, dass unter der genrehaften Hülle eine sehr kühne [wenn auch nicht neue] Aussage über die Probleme der modernen Gesellschaft steckt. Raimi deutet im Finale deutlich an, dass alles nur noch schlimmer geworden ist [vom Finale bin ich begeistert]. Dabei gelingt es ihm, banale Bewertungen und Kritik an Kapitalismus und Ungleichheit zu vermeiden. Seine Figuren sind nicht eindimensional gezeichnet, und die Geschichte gibt keine einfachen Antworten. Wir verstehen, was schlecht und was gut ist, aber wir empfinden nicht die eindeutigsten und moralisch billigenswertesten Emotionen
Jetzt möchte ich nur noch mehr schwarze Komödien von Sam Raimi
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