#außerhalb_des_Themas

"Hühnchen: Flaum und Asche" (2025, Deutschland, Griechenland, Ungarn)

Es gab "DuckTales" von Disney, und jetzt Hühnergeschichten von @aonefilms

Ich liebe Tierdokumentationen, also als ich von dem Film über ein Hühnchen erfuhr, plante ich ohne Zögern einen Kinobesuch. Zumal die Leute von @aonefilms im Winter schon eine tolle Vorbereitung gemacht hatten, indem sie den Film als Action-Drama aus der Perspektive eines Huhns beschrieben. Das musste ich sehen.

Wenn der Film zunächst mit einer gewöhnlichen Flucht aus dem Hühnerstall beginnt und scheinbar einen flotten Actionfilm über die Reisen eines unschuldigen Hühnchens in den grausamen menschlichen Dschungel bietet, verwandelt er sich bereits in der Mitte in ein Kriminaldrama, in dem der Autor über das Schicksal von Migranten, Träume und Enttäuschungen, Höhenflüge und tragische Abstürze nachdenkt. Es gibt Roadmovie, schwarze Komödie und reichlich Absurdität. Beim Tonwechsel in der Mitte wird der menschliche Zoo bedeutender, und das Drama des Hühnchens verblasst etwas, geht aber nicht verloren!

Denn "Hühnchen: Flaum und Asche" ist eine Geschichte [egal ob von Huhn oder Mensch] darüber, wie ein Held/eine Heldin zum Opfer der Umstände wird, sich aber nicht damit abfinden will. Am Ende findet er/sie einen Weg, mit diesen Umständen zu koexistieren und die Spielregeln so zu bestimmen, dass es einigermaßen bequem ist. Dabei ist klar, dass die gezeigte Sichtweise und Herangehensweise eine vermenschlichte Version ist, die aus der Perspektive des Hühnchens erzählt wird. Wahrscheinlich hätte das Hühnchen selbst anders gehandelt [oder wäre vielleicht schon an der ersten Autobahnkurve gestorben, leider]

Erstaunlich, wie Regisseur György Pálfi es geschafft hat, das Hühnchenverhalten zu bändigen und so ausdrucksstarke und herzzerreißende Szenen zu drehen. Das Team hatte mehrere dressierte Hühner-Schauspielerinnen, die ihr übrigens im Abspann finden könnt.

Wenn ich den Film kurz beschreiben müsste, würde ich sagen, es ist eine Naturdokumentation, in der die Tiere Menschen sind und das Hühnchen der Dokumentarfilmer, der zusieht, staunt und versucht, nicht in die Schusslinie zu geraten, obwohl er/sie es doch tut.
Eineinhalb Hühnerstunden vergingen wie im Flug, und die Emotionen waren nicht weniger als bei Filmen mit Menschen [wo sie nicht nur Beiwerk der Hauptfigur sind].

Ein wunderbarer Film, ich lade alle ein, ihn auf der großen Leinwand zu sehen. Einfach weil man auf der großen Leinwand die Mimik dieser bezaubernden Hühnchen besser sieht. Bei uns im Kino ab dem 25. Juni!

#Rezensionen