"Der Enthüllungstag" (2026, USA, Kanada, Neuseeland, Japan)
„Der Enthüllungstag“ ist der klassischste Spielberg. Und das ist sowohl ein Plus als auch ein Minus.
Trotz des recht ernsten Tons im Trailer [meiner Meinung nach] erwies sich der Film selbst als ziemlich märchenhaft und sogar naiv. Und ich würde sagen, das ist in erster Linie ein Vorwurf an das Drehbuch von David Koepp. Abgesehen davon, dass ich Fragen zu einigen Handlungspunkten habe, ist die Geschichte sehr ungleichmäßig geworden. Sie beginnt stark, fällt dann ab, versucht dann wieder Tempo aufzunehmen, fällt dann wieder ab und kommt nicht mehr aus ihrer eigenen Grube heraus.
Action, Verschwörungstheorien, Geopolitik und nationale Sicherheit stehen hier neben einem sehr einfachen Drama [wenn auch tragisch], und in diesem Fall kommt das niemandem zugute. Es gibt keine einheitliche Tonalität, keine einheitliche Atmosphäre und keinen einheitlichen Rhythmus. Ehrlich gesagt war mir stellenweise sogar langweilig.
Meine Hauptfrage an die Handlung: Glauben die Autoren wirklich, dass die Enthüllung der Existenz von Außerirdischen den Dritten Weltkrieg in der Welt stoppen wird? In welcher Welt der Naivität muss man leben?
Was die Regie betrifft, ist alles auf höchstem Niveau gefilmt. Nichts Neues, aber alles in den besten Traditionen von Steven Spielbergs Abenteuer-Action. Schade nur, dass es hier keine Spannung gibt, man schaut einfach zu und genießt die Stunts und das Schauspiel.
Übrigens, zu den Schauspielern. Emily Blunt trägt meiner Meinung nach alles [aber ich glaube nicht, dass dies eine Oscar-Rolle ist, sorry, ich habe viele ähnliche Takes gesehen; es liegt nicht an Emily, sondern die Rolle selbst verlangt nicht unbedingt nach Nuancen und besonderer Arbeit; ehrlich, in „Oppenheimer“ war ihre Rolle stärker]. An zweiter Stelle steht Eve Hewson mit starkem Spiel. Josh O'Connor zeigt im ganzen Film ein und dieselbe Emotion – einen tränenreichen Welpen. Es war okay für mich, aber ehrlich gesagt war ich gegen Ende müde von seiner endlosen Verwirrung. Colman Domingo kam nur vor, um zu telefonieren, und Colin Firth runzelt den ganzen Film über streng die Stirn und macht große Augen. Insgesamt hat mir die schauspielerische Leistung gefallen, da sie im Rahmen des Films organisch wirkte, aber wenn man danach anfängt nachzudenken, wird es irgendwie peinlich.
Ich finde, „Der Enthüllungstag“ ist ziemlich zahnlos geworden, eine Art Familienabenteuer im Stil von „E.T.“, nur mit mehr Spezialeffekten und einer Starbesetzung. Andererseits sind meine Erwartungen [und meine Enttäuschungen] mein Problem. Schließlich hat Spielberg schon immer Familienfilme gedreht, egal wie ernst die Themen in diesem Film sind [es gibt Raum für Entfaltung]. Allerdings gelang es ihm in „Jurassic Park“ tatsächlich, eine Balance zwischen Familienfreundlichkeit und Spannung zu finden, aber auch hier liegt es wohl am Drehbuch.
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